Beiträge mit Schlagwort ‘zuhause’

Schwarzweissfilme an der Wäscheleine trocknen

Mein alter Fotolaborkittel


Es ist schon dunkel in der Strasse. Aus den Kellerfenstern scheint Licht. In der Nummer 17 steht ein Mann in weissem Laborkittel in der Waschküche und schwenkt die Filmentwicklungsdose.

Es hat etwas von einer Vorstadtidylle: Filme entwickeln zuhause war lange schon ein Wunsch von mir. Seit Beginn dieses Jahres habe ich die nötigen Utensilien angeschafft. Vor zwei Wochen entwickelte ich die ersten zwei Filme, und gestern wieder zwei.

Bei den Vorbereitung zum Thema bin ich auf ein paar hilfreiche Web-Ressourcen gestossen:

  • FilmDev ist eine Sammlung von Entwicklungs-«Rezepten» – Film-Entwickler-Kombinationen – die jeweils mit Fotos auf Flickr verlinkt sind. Auf meinem Profil bei FilmDev habe ich mein erstes Rezept drauf mit den entsprechenden Fotos.
  • The Massive Dev Chart ist eine umfassende Datenbank für die Angabe von Entwicklungszeiten bei verschiedenen Film-Entwickler-Kombinationen. Auch hier wählt man Film und Entwickler, die man zum Entwickeln benutzen möchte. Die Auswahl ist gross, auch manche Exoten werden geführt. Die Angaben dienen als Richtwerte, für exakte Instruktionen konsultiert man wahrscheinlich besser die Angaben der Hersteller der verwendeten Produkte.
    Es gibt auch eine iPhone-App, die die gesamte Datenbank enthält und mit Zeitangaben und Signalen durch den ganzen Entwicklungsprozess führt. Ich nutze das iPhone auch ohne diese App als Labortimer.

Das Wissen des Internets ist umso hilfreicher, wenn man über eine Kiste mit vielen verschiedenen Filme verfügen kann, zu denen oft die Schachteln mit den Angaben fehlen. Eine solche Kiste durfte ich diese Woche vom züriflickrdrinks-Buddy Nick Yoon übernehmen.

Eine Kiste voller Filme. Bild: victorf.

Im Bild zu sehen ist ein Infrarotfilm. Also ein weiteres Fotoabenteuer, das eines Tages auf mich zu kommt.
Den ersten Schwarzweissfilm aus der Kiste habe ich gestern durch meine Lochkamera gelassen und auch gleich entwickelt.

Fürs Erste habe ich mich für den Entwickler Ilford ID-11 entschieden. Er kommt in Pulverform in zwei Teilen und wird zu einer Stammlösung von einem Liter angesetzt. Bisher stimmen die Resultate und es ist ein gutes Gefühl, den Prozess selber in der Hand zu haben.

Tatsächlich habe ich für die Arbeit mit den Chemikalien meinen alten Fotolaborkittel angezogen ;-)