Beiträge mit Schlagwort ‘reisen’
Der Blick von gestern und das Sehen von heute

Des Set «Israel Egypt» auf Flickr.
Die Geschichte dieser Bilder fängt im Sommer 1997 an. Es ist die Zeit, als ich eine Kompaktkamera kaufe, um sie mit auf die Reise nach Israel und Ägypten mitzunehmen. Die Umstände der Reise sind hier unwichtig. Interessant dagegen die Bilder, die ich damals festgehalten habe.
Mein Blick von gestern hat Landschaften, Städte und Menschen festgehalten. Unter diesem fotografische Material hat mein visuelles Sehen heute Bilder gefunden. Was mir dabei auffällt: es besteht eine unauflösliche Verbindung zwischen dem Blick von gestern und dem Blick von heute: das ist mein Leben, mein persönlicher Ausdruck mit visuellen Mitteln.
Neu ausgewählt habe ich vor allem Landschaftsaufnahmen. Und diese fügen sich aus meiner Sicht erstaunlich gut in meinen Fotostream ein, etwa neben die Fotos aus dem Hänsiried von Ende November. Unter dem Material waren auch reportageartige Menschenbilder sowie typische Touristenfotos. Sie bleiben weiter im Verborgenen.
Dies ist eine weitere Erfahrung mit Bildern aus meiner fotografischen Vergangenheit. Die Publikation meiner Albanienfotos war schon so eine. Im Februar 2007, als ich erstmals Negative aus meinem Archiv neu scannte, habe ich vom zweiten Leben der alten Bilder gesprochen: «Neues Licht macht das Material wieder sicht- und formbar.»
Ein weiteres Bild von früher, das ich neu scannte, ist ein Hochzeitsfoto. Es erzählt davon, dass ich in der Vergangenheit auch zum Fotografieren an Hochzeiten engagiert wurde.
Meine Fotos in albanischem Online-Magazin publiziert
Die Fotocommunity «Fotopasion.net» in Albanien hat in der neusten Ausgabe ihres Magazins Fotos von meiner Albanienreise 1994 publiziert.
Das Set «Albanien 1994» auf Flickr.
Dass meine Fotos von damals, nach gut 17 Jahren, in Albanien gezeigt werden, hätte ich mir natürlich niemals vorgestellt. Ich freue mich sehr am Interesse für meine Fotos. Dieses Erlebnis zeigt mir auch, dass die Fotografie für mich nicht einfach ein kurzer Spass ist, sondern in meinem Leben schon viele Jahre eine Rolle gespielt hat. Ich sehe mich auch bestätigt, dass ich schon als junger Mensch die Fotografie als mein Ausdrucksmittel gewählt hatte.
Zu den Fotos habe ich für die Publikation einen Text beigesteuert.
… In retrospective, my photographs fail to break out of the clichés the West had about Albania. They reflect the view of a very young Swiss traveler, somewhat fascinated by the remains of a communist society. The picture of the old bus from my home-town Zurich, now serving in Albania, very strongly spoke about my feelings at that time. …
Die Artikel im Magazin sind auf Albanisch und Englisch. Scheinbar hat es noch interessante Berichte über die Fotografie aus albanischer Sicht im Magazin, so dass ich gerne noch weiter darin lese.
Der Gig geht zu Ende – Rückblick auf den Guernsey-Urlaub
Ganzes Set #LoveGuernsey auf Flickr.
Es hat sich angefühlt wie ein Rockkonzert: Unaufhaltsam fotografieren, alles geben und sich freuen an den Resultaten. Meine Ferien auf Guernsey und die Fotos dazu hinterlassen bei mir ein äusserst gutes Gefühl.
Ein besonderer Moment war das Balkonkonzert in Cobo am 29. August 2011. Deshalb dieses Foto zu diesem Post. Die Strandpromenade in wundervollem Abendlicht, Menschen unterhalten sich zur Musik und gehen ins Pub für einen Drink.
So langsam sind alle Fotos bearbeitet, ausgewählt und auf Flickr geladen (einige wenige sind noch nicht entwickelt). Deshalb kommt jetzt das Gefühl, dass der Gig vorbei geht.
Einige der Fotos werden wahrscheinlich in meinen Projekten einen Platz finden. So wie beispielsweise in meinem Landschaften-Portfolio. Aber was sich daraus noch weiter entwickelt, steht wie immer noch nicht fest.
Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Mit der Fujica G690 BL habe ich mich auf der Reise angefreundet. Die Resultate auf den drei in Guernsey belichteten Schwarzweissfilmen sind die besten, die ich mit dieser Kamera bisher erzielt habe, finde ich. Einige davon übrigens mit Gelbfilter, was sich auszahlte. Als meine Top-Kamera gibt mir die 6×9-Fujica, was ich mir wünschte – und das, obwohl ich an ihr schwer zu tragen habe.
Auch zufrieden bin ich mit der Kombination Vredeborch Stafetta-duo und dem neuen Kodak Portra 160. Alte Blechkamera mit neustem Kodak-Film. Die Qualität – ein Gemisch aus kräftigen Farben und alten Optikeigenschaften – ist für mich ein Sinnbild für die Filmfotografie: so wertvoll gerade durch das Miteinander von Alt und Neu.
Als dritte Kamera-Film-Paarung hatte ich die Lochkamera mit Rollei Redbird-Film dabei. Die roten Bilder gefallen wahrscheinlich nicht vielen. Ich finde sie interessant und es sind spannende Resultate dabei. Für mich ein positives Resultat.
Zuletzt war da die Agfa Silette LK mit einem Kodak ISO400-Film dabei. Damit habe ich einige stimmungsvolle Schnappschüsse eingefangen, wie das Bild oben. Hier hätte ich ruhig noch weiter gehen dürfen.
Einige Fotos habe ich mit Hashtag #LoveGuernsey auch auf Twitter bekannt gemacht (natürlich besonders die iPhone-Fotos via Instagram). Zu meiner Freude wurde ich auch von @VisitGuernsey retweetet :-) .
Landschaftsfotografie, Seascapes und Guernsey
In den letzten Wochen und Monaten hat mich hauptsächlich die Landschaft zum Fotografieren inspiriert. Berge und Wälder habe ich in meiner Nähe. Das Meer hingegen ist für einen Binnenländer wie mich weit weg. Vielleicht deshalb haben mich vermehrt Meeresbilder – Seascapes – angesprochen. In einer Galllery auf Flickr habe ich eine Sammlung von Seascapes zusammengestellt.
Diese Fotos sind meine Inspiration für Guernsey. Die Kanalinsel gilt als Traumdestination für Landschaftsfotografen. Klippen, Strände, Wiesen und das Meer im Wechsel der Gezeiten. Nicht nur die Natur zieht mich ans Meer, sondern die Lust auf ausgedehnte Fotosafaris.
Was ich auch mitnehme, ist eine wesentliche Erkenntnisse zur Landschaftsfotografie:
- Ein erhöhter Kamerastandpunkt erlaubt es, den Horizont im oberen Drittel zu platzieren. Umso bedeutender wird dann der Vordergrund.
Aufgefallen ist mir das vor allem aus dem Studium der Arbeit der kanadischen Fotografin Jessica Auer. Einige ihrer Fotos erschienen kürzlich auf FlackPhoto (6. August, 13. August, 20. August). Im Interview mit Jessica Auer auf Urbanautica spricht sie darüber, wie sie den Raum in ihren Fotos gestaltet, so dass die Betrachter das Gefühl haben, selbst an Ort und Stelle zu stehen.
Einige Kompositionen habe ich skizziert auf ein Blatt «20 Kompositionen». So vorbereitet mache ich mich also bald auf die Reise.
Die Strassen von Wien
Das Thema, um das herum ich fotografierte, waren Strassenzüge und die Darstellung von Gebäuden mit einer perspektivischen Flucht. Es ging mir eigentlich darum, herauszufinden, wie viel von einem Gebäude sichtbar sein muss, um seinen Charakter und den der Stadt zu zeigen.
Gelernt habe ich folgendes:
- Wird einem Haus grosszügig Platz eingeräumt und dominiert es mit seiner Form das Bild, so sind parkierte Autos oder Strasseschilder kaum störend. Passanten können – zum richtigen Zeitpunkt eingefangen – gerade noch ein spannendes Element hinzufügen.
- Eine markante Fassade und eine Flucht entlang eines Strassenzugs zeigen Umgebung und Charakter des Gebäudes.
- Auch wenn architektonische Details nur klein abgebildet sind, haben sie ihre Wirkung im Bild.
- Mit einem 50mm-Objektiv aus genügend Distanz fotografiert eliminiert praktisch die gröbsten Probleme mit stürzenden Linien.
Das Ganze hat mir etwas gebracht, wie ich denke. Es ist ganz sicher ein deutlicher Schritt weg von den früheren flachen Wandfotografien. Und eine Erinnerung daran, den Objekten im Bild genügend Platz zu lassen ohne sie zu eng anzuschneiden.
Als Begleitung zu dieser Übung habe ich auf Flickr in einer Gallery einige Beispielfotos gesammelt. Und besonders die Gruppe The Urban Photographer – Street Scenes hat mich inspiriert.
Eine Begegnung mit diesem Thema hatte ich heute auch an der Ausstellung von Thomas Struth im Zürcher Kunsthaus. Seine «Strassen» und auch seine neueren Architekturarbeiten haben mich sehr angesprochen.
[Update, 08. August 2010] Ich beschäftige mich jetzt noch vertiefter mit Struths Strassen- und Architektur-Fotografie mit dem Buch «Thomas Struth – Stadt- und Straßenbilder. Architektur und öffentlicher Raum in der Fotografie der Gegenwartskunst.» von Annette Emde.
Meine Kamera, die Agfa Silette LK sensor, hat mich nicht enttäuscht. Einzig ein Manipulierfehler führte zu Lichteinfall auf einem Bild. Die Schwarzweissfilme habe ich selbst entwickelt. Die Bilder eines Farbfilms folgen noch. Fotos vom iPhone gab es hier zu sehen.
So bleibt noch zu sagen, dass der Besuch bei Zoomyboy ein besonderes Highlight der Städtereise war und ich viele Orte in Wien wieder einmal besuchen möchte.
Die Agfa Silette LK und Reisevorbereitungen für Wien
Am vergangenen Samstag hatte ich zwei Begegnungen mit der Marke «Agfa», ein wohlbekannter Name in der Fotogeschichte, doch in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, seit im Februar 2008 das Agfa-Hochhaus in München gesprengt wurde (Wikipedia-Artikel).
Aus meiner Beruflehre als Reproduktionsfotograf kannte ich den Sitz der Agfa-Graphics Switzerland AG in Dübendorf. Als ich nach einem Ausflug ins Sagentobel auf einmal vor dem in die Jahr gekommenen Gewerbebau mit dem vertrauten Schriftzug stand, bewegte das mich schon gerade etwas nostalgisch.
Zurück in der Zürcher Innenstadt drehte ich dann noch eine Runde durch den Bürkliplatz-Flohmarkt und begegnete einer anderen Agfa-Vertreterin: Der Kamera SILETTE LK Sensor (Bild oben).
Die Kamera hat den typischen orangen Auslöserknopf, ist voll-manuell und hat einen integrierten Fotozellen-Belichtungsmesser. Der Auslöser arbeitet äusserst leise, das Sucherfenster ist zur linken Kameraseite angebracht, wodurch schon fast Leica-Gefühle aufkommen (Übertreibung).
Ich lasse jetzt meinen ersten Film durch die Kamera. Wenn sie gut tut, dann werde ich diese Kamera mitnehmen auf meine geplante Städtereise nach Wien im Juli.
Die Planung der Fotogelegenheiten und den dazu passenden Kameras und Filmen ist natürlich ein grosser Teil meiner Reisevorbereitungen. Erstmals werde ich mit dem iPhone reisen und darauf meine Notizen nachlesen, via Google Earth meine gespeicherten Sehenswürdigkeiten abrufen, twittern und wohl auch mal ein Foto hochladen.
Ich freue mich also auf Wien und auf viele Fotos. Falls mir jemand noch Tipps mitgeben möchte, was ich mir in Wien unbedingt ansehen sollte, dann freue ich mich auch darüber.





