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Nick’s Film: Vorrat für Experimente
Derzeit läuft es bei mir so: Ich nehme aus der Schachtel, die Nick Yoon mir überliess (siehe hier), einen Film und mache damit was mir gerade einfällt. Enstanden ist so diese Makroaufnahme mit der Minolta X-700 und 50mm-Objektiv in Umkehrstellung mit dem Reverse-Ring (Foto) montiert auf einem eigentlich für diese Fotografie völlig unpassenden Film (abgelaufener Kodak Gold 200).
Der Vorrat führte zu weiteren Experimenten wie etwa zu diesen Fotos auf Velvia 50 Diafilm im Negativprozess entwickelt (Cross Process). Oder die Verwendung eines Films für Kunstlicht im Freien (Fotos folgen).
Auch die Serie «Nacht im Quartier» und die Schwarzweiss-Fotos aus Wien sind auf (abgelaufenem) Film aus dem Vermächtnis entstanden.
Update: Gerade eben habe ich einen ISO 1600 Farbnegativ-Film in die Golden Half eingelegt. In dieser Kombination ebenfalls Neuland.
Eigentlich wollten alle, die von Nicks Filmgabe profitierten, ihre Fotos auf Flickr mit dem Tag «Nick’s FIlm» versehen. Ich muss das noch nachholen und hoffe auch noch von anderen züriflickrdrinkern mehr Fotos zu sehen.
Dank der immer noch grossen Filmschachtel kommt mein Fotografieren dieses Jahr relativ günstig. So leistete ich mir dafür eine erste Schachtel Impossible Project PX 100 Silver Shade Film.
Im iPhone-Fotorausch
Man kann vom iPhone halten, was man will. Und lange stieg ich nicht auf die Euphorie ein. Doch das Fotografieren mit einer der vielen Foto-Apps macht wirklich Spass.
Dabei habe ich bis jetzt nur kostenlose Foto-Apps herunter geladen. Meine liebsten zwei sind:
- Polarize macht im Handumdrehen wie Polaroids aussehende Fotos. (App Store Link)
- Format126 enthält ein paar wenige Filter, die die Fotos in wahlweise quadratische Lo-fi-Bilder verwandelt. (App Store Link)
Neue Blogs, die auf meinem Rader aufgetaucht sind mit immer neuen iPhone-Foto-Apps:
Inspiriert zur iPhone-Fotografie hat mich übrigens das Tumble-Blog (u)niqueness von Dominique Jost und auch die iPhone-Fotos von Christian Bobst und John Wilhelm, die an der photo09 zu sehen waren.
Es ist so richtig billige Toycamera-Fotografie, die man mit dem iPhone betreiben kann. Gegenüber dem Arbeiten mit Film ganz einfach mit dem Vorteil, dass man unendlich viele Fotos mit sofortigem Resultat und ohne Kosten fotografieren kann. Ich bin am Wochenende fast ein bisschen in einen Rausch gekommen.
Mein Fotojahr 2008
Wie letztes Jahr mache ich hier im Blog einen persönlichen Jahresrückblick.
Ich lege einfach mal los, vielleicht ergeben sich am Ende ein paar zusammenfassende Bemerkungen.
- Januar: Der Lochkamera-Bausatz ist wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Immer wieder fühle ich mich zur simplen Fotografie ohne Linse hingezogen. Und einige reizvolle Resultate kommen dabei heraus.
- März: Für die GAF-Fotoklasse mache ich eine Fotoreportage im Engrosmarkt in Zürich.
Die Letzigrund-Urinals werden zu meinem auf Flickr erfolgreichsten Bild und ein anderes für mich wichtiges Bild entsteht. - April: Ich fotografiere am Welt-Pinhole-Day und reiche ein Zirkus-Bild ein.
Auf dem Flohmarkt kaufe ich eine Polaroid-Kamera und verschiesse mein erstes Filmpack an einem Sonntagmorgen. Später im Jahr mache ich noch mehr Bilder mit der Polaroid-Kamera. - Mai: In den Mai-Ferien sind es häuptsächlich quadratische Schwarzweissbilder. Mit einer Billigkamera mit Panoramaeinstellung sammle ich neue Erfahrungen.
Ende Monat entstehen im Opfikerpark ein paar schöne Farbaufnahmen. - Juni: Für eine GAF-Aufgabe wage ich mich an Porträts heran. Ich lerne, dass es mehr Zug und Motivation für eine ganze Serie braucht, und kann nur mit zwei Aufnahmen zufrieden sein.
Der Autofriedhof zieht im Sommer viele Fotografen an. An meinen Fotos haben ich Freude, weil ich sie ganz nach meiner Art machte – mit Polaroid und 6×6-Mittelformat.

- Juli: An einer alten Boxkamera konnte ich einfach nicht vorbei gehen. Sie passt schön in meine Sammlung. Im September beschrieb ich die Kamera im 50$ Camera Project-Beitrag.
- August: Mein Garten wird zu einem neuen Langzeitprojekt, für das ich die Boxkamera einsetze. Ich lasse mich auch zu Botanik-Studien und Blumenmakros hinreissen.
- Oktober: Ein Bild von mir gewinnt den 2. Preis am Kalkbreite-Fotowettbewerb. Eine schöne kleine Ehre. Sie wird begleitet von Überlegungen, welche Bilder ich in welchen Gruppen und Formen präsentieren könnte: Postkarten, Buch, Ausstellung?
- November: Beginn der Hardbrücke-Serie als Gruppen-Projekt der GAF-Klasse mit dem Ziel einer Ausstellung ca. im April 2009. Ein Unternehmen, bei dem ich für mich vor allem das Ziel verfolge, einen gut zusammenspielenden, abgerundeten «Body of Work» zu schaffen.

Ich habe viele verschiedene Dinge gemacht dieses Jahr. Und doch ist auf der Flickr-Jahresübersicht zu sehen, dass ich im Vergleich zum Vorjahr weniger Fotos hochgeladen habe.
So langsam bekommt für mich eine Frage doch mehr Bedeutung, die unter anderem durch die GAF-Klasse von aussen an mich heran getragen wurde: «Wohin gehst du mit deiner Fotografie?» Eine Antwort darauf habe ich noch keine. Es werden Entdeckungen im kommenden Jahr sein, die den Weg aufzeigen. Vorerst geht es mir einfach um die Freude und Inspiration, die ich durch die Fotografie erfahre.
Ich wünsche allen, die hier treu mitlesen, frohe Weihnachtsfeiertage und einen guten Start ins Jahr 2009.
(Vielleicht hat jemand ja Lust, in einem Kommentar kurz zu sagen, was ihr/ihm an meinem Blog gefällt. So ein Feedback ist immer willkommen und aufschlussreich. Vielen Dank.)
Neuer Foto-Output: Eine Pause tut gut
Letzte Woche und dieses Wochenende haben sich bei mir wieder Fotos angesammelt.
- Film aus der Billig-Pano-Knipse. Ich hatte ja die letzten Wochen etwas geschummelt hier im Blog ;-). Ich schrieb, ich hätte keinen Film mehr. Tatsächlich habe ich einen Farbfilm durch meine «Jazz 101» durchgelassen. Die Resultete folgen in den kommenden Tagen auf meiner Flickrseite.
- Digitale Urban Abstracts.

In der letzten Woche hatte ich auf einmal wieder Lust, auf dem Arbeitsweg und in der Mittagspause auf grafische Kombinationen zu achten. Ich habe sie in Schwarzweiss aufgenommen. Zu sehen sind sie unter dem Stichwort «Way to Work» auf Flickr. - Polaroids von Sihlsee.

Diesen Samstag fuhr ich nach Einsiedeln und an den Sihlsee und machte Fotos mit der Polaroid-Kamera. Gereizt haben mich die kargen Landschaftsaufnahmen im Sofortbildformat, die ich oft auf Flickr sehe. Eine solche ist mir gelungen, finde ich. Mehr Polaroids kommen dann im Polaroids-Set. - Ein HDR-Bild. Und jetzt auch das noch: Ich habe ein HDR-Bild versucht. Ich stand vor diesem Hügel und stellte fest, dass meine Kamera mit diesen Licht-Schattenverhältnissen nicht zurecht kommt. Also belichtete ich eine Reihe und hatte so das Material für ein HDR-Bild. Die ersten Schritte mit der Software Photomatix waren einfach, und herausgekommen ist das da:

Letzte Woche habe ich mit einem Arbeitskollegen über HDR gesprochen. Bei allen Vorbehalten dieser Technik gegenüber, dieser Versuch ist für mich eine interessante Erfahrung.
Dieser Foto-Output kommt nach einer Fotopause – wenigstens gefühlsmässig waren die letzten Wochen nicht besonders aktiv und kreativ. Ich habe mich zwar mit einigen Fotos aus meinem Archiv auseinandergesetzt und eigene Prints erstellt. Doch ist es, als hätte mich letzte Woche eine neue Kreativität ergriffen.
Zum Schluss ein Mitbringsel aus Einsiedeln für den Kamera-Geek:

Pilger-Kitsch-Souvenir mit Lichtbildern der Schwarzen Madonna und dem Kloster Einsiedeln in Form einer klassischen Zweiaugen-Kamera mit Bleistiftspitzer :-)
Welche Kamera für welche Bilder? Mit vier Kameras im Autofriedhof
Ich habe noch gar nicht von meinem Fotoerlebnis vom letzten Wochenende berichtet. Ich musste auch nicht, denn Roger M. Levy hat auf kultpavillon schon über unsere «virtuelle Begegnung in Kaufdorf» gebloggt.
Ich habe den Historischen Autofriedhof im bernischen Kaufdorf besucht. Die Kulisse ist einmalig. Viele Hobbyfotografen verbingen ihre Samstagnachmittage dort. Diesen Sommer bietet sich dazu die einmalige Gelegenheit während der Nationalen Kunstausstellung.
Wie von Roger erwähnt, war ich mit vier Kameras vor Ort (übrigens ein Vorteil, dass ich Kompaktkameras benutze). Wenn ich mit mehreren Kameras unterwegs bin, geht es am Schauplatz dann jeweils darum zu entscheiden, welche Kamera ich für welche Bilder einsetze.
Meine erste Runde machte ich mit der Polaroid-Kamera. Das quadratische Bildformat und der begrenzte Bildausschnitt (ich kann nicht sagen, welcher Brennweite umgerechnet auf Kleinbildformat das Objektiv entspricht) führten meinen Blick. Ich suchte Bilder, die diese Kamera einfangen könnte. Es sollten grosse Flächen mit klaren Linien als Begrenzung sein. Zu viele und zu nahe Details würden wohl schlecht erkennbar sein auf den meist blassen Sofortbildern.
Als zweite Kamera setzte ich meine 6×6-Mitelformatkamera mit Farbnegativfilm geladen ein. Sie würde wahrscheinlich mehr Farben wiedergeben. Und eine entferntere Aufnahmeposition erlauben. Mit dem ebenfalls quadratischen Bildformat suchte ich wiederum ähnliche Kompositionen wie mit der Polaroid. (Die Bilder habe ich noch nicht gesehen, Film ist noch im Labor.)
Ganz andere Bilder machten dann die Kleinbildkamera mit Schwarzweissfilm und die Digitalkamera. Die bessere Optik erlaubt einerseits Nachaufnahmen mit vielen Datails und andererseits weitere Bildausschnitte mit einbezogener Umgebung. Im rechteckigen Bildformat lassen sich andere Kompositionen unterbringen als im Quadrat. Und die genaue Belichtungsmessung ergibt auch in schwierigen Lichtverhältnissen brauchbare Resultate.
Gehe ich heute durch meine digitalen Bilder auf der Festplatte, sind es vielleicht wenige Detailaufnahmen, die für mich nun den Unterschied machen. Ich glaube zwar sogar, dass keine von ihnen ins Set bei Flickr kommen wird.
Je nach Eigenschaften von Optik, Aufnahmematerial und Technik eignen sich Kameras für unterschiedliche Fotos. Mir gefällt die Herausforderung, solche Bilder zu finden, die auf die Stärken und Schwächen der Kameras Rücksicht nehmen. Oder umgekehrt, die Kamera einzusetzen, die für die beabsichtigte Gestaltung die treffendsten Eigenschaften hat.
Das erinnert mich an die Aussage Brooks Jensens im Lenswork Podcast LW0437 (MP3). Er zählt auf, welche Kameras er in seiner Karriere benutzte und folgert, dass Fotografen mit der Ausrüstung arbeiten, die die Bilder macht, die sie sich vorstellen. Das sei ein ständiger Wechsel im Verlauf einer fotografischen Karriere.
So bin ich wohl auch ein fotografischer Slider, der zwischen Kameras wechselt für die Bilder, die ich machen will.
Update: Der Autofriedhof Kaufdorf muss definitiv geräumt werden. Tagesanzeiger, 09.09.2009: «Es ist ein Scheissgefühl. Genau.»
Polaroids eines Sonntagmorgens
Es war ein frühlingshafter Sonntagmorgen. Ein paar Schritte im Freien mit der Tochter und der «Polaroid 2000 Land Camera». Nur kurz rund ums Haus. Den Blick durch den Sucher auf die bekannte Umgebung gerichtet, mit der Sofortbildkamera klare Linien suchen und beobachten, wie sich die Farben entwickeln.
Die Polaroid-Kamera hatte ich am Samstag auf dem Flohmarkt gefunden. Ich habe zugeschlagen, weil ich Lust hatte, doch auch einmal am grossen Polaroid-Erlebnis teilzuhaben.
Seit Polaroid im Februar 2008 angekündigt hatte, dass die Herstellung von Sofortbildfilmen eingestellt wird, schien das spezielle Format vermehrt auf sich aufmerksam zu machen. In der Buchhandlung kam mir dann auch Walker Evans «Polaroids»-Buch in die Hand. Fesselnde Bilder. «Sie sind klar, jedoch nie simpel. Sie sind einfach, und doch berühren sie tief», wie es in der Buchbeschreibung heisst.
Nachdem ich das Bild er Kamera auf Flickr gezeigt hatte, war ich vom ersten Kommentar erst etwas entmutigt. Filme zu einem vernünftigen Preis zu finden, dürfte schwierig werden. Die Migros zum Beispiel hat die 600er-Filme offenbar nicht mehr im Angebot. Ein Pack für den ersten Test habe ich dann im Interdiscout gekauft.
Die Polaroid 2000 wurde für SX-70-Filme gebaut. Aus dem Artikel «A Polaroid Primer: Integral Films» wusste ich, dass SX-70-Kameras für 600er-Filme modifiziert werden können. Denn die neueren 600er-Filme sind rund 4 Mal empfindlicher als die Original-Filme.
Ein weiterer Hinweis kam wieder via Flickr-Kommentar: Gemäss dieser Beschreibung kann der Belichtungsmesser korrigiert werden, was wohl der einfachste und dauerhafteste Eingriff ist. Diese Modifikation nahm ich also in Angriff.
Wenn auch schweisstreibend, gelang mir der Eingriff. Und am Sonntagmorgen war ich und die Polaroid bereit für den Ausflug. Die Flecken auf allen Bildern kommen von Schmutz auf den Entwicklerwalzen in der Kamera. Ich konnte den Dreck natürlich nicht weg putzen solange die Filmkassette noch in der Kamera war. Mich stören die Punkte auf den Bildern eigentlich gar nicht. Die Magie von Polaroid, so finde ich, ist in den Bildern drin. Und ich bin froh um diese Erfahrung.
Siehe auch:
Save Polaroid
Gruppe «Polaroids» auf Flickr
Polaroid-a-palooza: Ten Ways to Love Polaroid Before The Film Runs Out – Photojojo.com





