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Braun-Tonung für klassische Bildwirkung
Dies ist mein erster Versuch mit einem braungetonten Bild.
Das Bild der Peperoni (schweizerisch für Paprika ;-)) entstand unter meinem Dachfenster auf einer alten Holzkommode. Ein wunderbares Setting für Stillleben, fand ich. Und mit dem Resultat in Farbe war ich dann auch zufrieden.
Die einfache Komposition rief bei mir klassische Stillleben in Erinnerung. Auf Weihnachten habe ich ein Buch mit Pflanzenbildern von Karl Blossfeld geschenkt bekommen. Diese klassischen Meisterwerke werden uns heute oft mit Brauntonung präsentiert.
Brooks Jensen zeigt in seinem The New 100 Prints Project durchwegs getonte Schwarzweissfotografien. Die Bilder seines laufenden Projekts beschreibt der Herausgeber des Lenswork Magazins und Podcast jeweils mit einem gesprochenen Kommentar. Und weil ich Brooks Jensen stundenlang zuhören könnte, habe ich mir aus dem Lenswork Podcast-Archiv einige Folgen angehört.
In LW0188: How Brown Is the Perfect Warm Tone? (MP3) geht es um die Brauntonung. Als ich mir das anhörte, dachte ich mir, das Peperonimotiv wäre geeignet für einen Versuch.
Der Effekt gefällt mir in diesem Bild. Doch bleiben für mich einige Unsicherheiten: Ist die Tonung zu stark? Sollte ich auch in anderen Serien damit experimentieren? Was gewinnt das Bild tatsächlich durch die Bearbeitung? Ich befürchte, dass einem vor lauter Brauntonung neutrale Schwarzweissbilder bald langweilig erscheinen. Dann muss es immer mehr sein und man beschäftigt sich nur noch mit der perfekten Tonung statt mit dem Objekt, der Komposition oder der Serie.
Bis auf weitere vereinzelte Versuche, also.
Links:
Karl Blossfeld Archiv
Wikipedia: Tonung
Bilder entstehen aus dunklen Schatten
Fotografen bringen Schwarz auf weisses Papier. Es sind so also die dunklen Schatten, die ein Bild entstehen lassen, viel eher als das helle Licht.
Zu diesem Gedanken führt Brooks Jensen im LensWork Podcast on Photography and the Creative Process
#325 (MP3) hin. Er fordert die Zuhörer auf, umzudenken und einmal nicht so sehr auf das Licht zu achten sondern auf die Schatten, die durch das Führen des Lichts entstehen.
Ich habe sofort an Bilder von Eke (ubiquity_zh), einem meiner Zürcher Flickr-Kontakte, denken müssen. In vielen seiner aktuellen Fotos dominieren tiefschwarze Schatten. Zum Beispiel im Bild Me and my little sister
. In den Bildern hat das Dunkle den Platz, den es im gegebenen Licht haben muss. Eine solch konsequente und eindrückliche Umsetzung, wie Eke sie macht, habe ich selten gesehen.
Aus irgendeinem anderen Podcast erinnere ich mich an die Aussage, dass viele Fotoamateure dazu tendierten, ihre Bilder zu wenig dunkel zu machen. Jetzt achte ich auch vermehrt auf die Schatten und das Dunkle, aus denen ich meine Bilder mache.
Ich höre mir seit kurzen alle neuen und auch viele frühere Folgen des Lens Work
-Podcasts an. Die Beiträge sind sehr anregend und werden von Brooks Jensen sehr sorgfältig und persönlich vorgetragen.
Update: Bein Durchblättern in der Buchhandlung ist mir auch im Buch Unterwegs mit Alberto Venzago
, zum 125-Jahr-Jubiläum der VBZ, das viele Dunkel aufgefallen.

