Beiträge mit Schlagwort ‘Internet’

Freie Gedanken zum Fotografieren der Massen

Martin Gommel stellt auf Kwerfeldein die Frage nach dem Stand der Fotografie in Zeiten von Digitalkameras und Online-Fotosharing und will Meinungen hören.

Ich habe folgende Gedanken zum Thema:

  • Wer das Fotografieren für sich als Ausdruck entdeckt, der wird sich damit beschäftigen. Das war früher nicht anders als heute. Egal was der einzelne mit seinen Bildern anstellt: Die Masse an Fotos nimmt zu.
  • Fotografen, die mit ihren Bildern an die Öffentlichkeit wollen, suchen sich geeignete Wege. Das ist auch nicht neu. Es gibt breite Wege wie Flickr und schmale wie Agenturen, Redaktionen oder Galerien.
  • Gute Bilder werden uns durch Filter präsentiert. Heute gibt es mehr Publikationen, die filtern. Auch auf Flickr lässt sich filtern und gute Bilder können hervortreten. Agenturen, Redaktionen und Galerien sind bewährte Filter und immer noch bedeutend.
  • Es wird mehr fotografiert und es wird mehr gefiltert. Der Markt segmentiert sich stärker. Es gibt für jeden Geschmack eine Zielgruppe. Flickr mit seinen vielen Gruppen zeigt das schön, finde ich.
  • Schon als Hobbyfotograf findet man in einer bestimmten Zielgruppe wohl Anerkennung. Zum Erfolg führt wahrscheinlich die Leidenschaft, die Lernbereitschaft, der Wille und die Zielstrebigkeit des einzelnen. Das ist auch nicht neu.
  • Die neuen Möglichkeiten sind einfach technische Fortschritte. Entscheidend bleibt wohl das Handwerk und der Ausdruck.

Ein schöner Beitrag zum Thema ist das Interview mit Thomas Hoepker auf Zeit Online, in dem der ehemalige Präsident der Foto-Agentur Magnum über die Masse im Netz, Nachwuchs und die Digitalisierung spricht.

Die Gedanken werden sich bestimmt weiter entwickeln.

Das Quartettkartenspiel und Diskussion zu Corporate Blogs

Am BlogCampSwitzerland 2.0 von gestern habe ich eine Session mit dem Titel «Das Quartettkartenspiel – So präsentierte ich Corporate Blogs am Web 2.0-Forum» gehalten. Wahrscheinlich war die starke Konkurrenz der Session «Politik 2.0» von Sarah Genner zur gleichen Zeit der Grund, weshalb ich nicht so viele Zuhörer hatte.

Das Quartettkartenspiel

Ich habe erzählt, wie ich anhand einer Quartettspielkarte das Web 2.0 und speziell Corporate Blogs verständlich machen wollte.

Wir alle haben wohl Erinnerungen an die Quartettspiele. Was für Corporate Blogs gilt, kann an der Quartettkarte abgelesen werden. So konnte ich die folgenden Themen erläutern (Slides 2–13):

  • Wissen greifbar machen
  • Engagierte Zielgruppe
  • Wissen beisteuern und teilen, User Generated Content
  • Community, Social Network
  • Produktekenntnisse erweitern
  • Weiterempfehlen, Mundpropaganda
  • Individueller Nutzen, Gemeinschaft und Unterhaltung

Eindruck nach dem «Web 2.0 Forum»

Zu meiner Beurteilung gehört zunächst die Feststellung von Staphanie Booth über die Zweischichtigkeit des Bloggings (Slide 16). Blogs als «Tool» sind zwar inzwischen weit herum bekannt. Für die IT-Abteilungen stellen sie keine Herausforderung mehr dar. Doch die kulturellen Besonderheiten müssen viele erst noch kennen lernen.

Am Forum wurde dann tatsächlich auch gefragt, wo «Web 2.0» auf der Gartner-Hype-Kurve stehe. Die Meinung war: bereits am Abnehmen (Slide 17). Der Eindruck bleibt also, dass der Hype vorbei ist, ohne dass bei den Unternehmen angekommen wäre, worum es geht.

Wie es scheint, werden Unternehmen wenig Willen zeigen, Blogs von sich aus zu starten um den Kundendialog zu verbessern. Das Gespräch innerhalb und ausserhalb der Unternehmen wird jedoch weiter zunehmen (siehe Cluetrain Manifest). Bis die Unternehmen sich schliesslich unter Druck dem «unvermeidlichen» Dialog stellen müssen (Slide 18).

Wo steht Corporate Blogging?

Am BlogCamp wollte ich dann zur Diskussion stellen, wo Blogger denn nun Corporate Blogs sehen. Meine Fragen: «Würdest du den Dialog mit einem Unternehmen via Corporate Blog begrüssen?» und «Welches wird das nächste grosse Schweizer Corporate Blog?» In der kleinen Gruppe kamen dazu einige interessante Meinungen. Ich danke hier nochmals allen für Mitdiskutieren (und bloggen).

Hier meine Slides:

Nach dem BlogCamp war ich müde, schliesslich stand ich in zwei Sessions – eine zusammen mit Leila Summa zu internen Blogs bei cablecom – vorne. In Roman Hanharts Video ist das auch zu sehen …

fragr.de: Kollektives Wissen ganz einfach

fragr.de Logofragr.de ist eine Frage-Antwort-Site nach dem Vorbild von Yahoo! Clever. Sie arbeitet nach dem Prinzip «Weisheit der Vielen»: einer fragt – unter den Vielen weiss sicher einer eine Antwort.

Diese Sites sind ein typisches Phänomen des «Web 2.0», da sie auf Benutzerpartizipation beruhen und oft Tagging und RSS u.s.w. einsetzen. Bemerkenswert: fragr.de basiert einfach auf einem WordPress-Blog.

Auf meine Frage «Was nützt die schwache, kleine Zehe beim Gehen, Laufen oder beim Sport?» habe ich nach rund 24 Stunden auch eine durchaus plausible Antwort erhalten.

Meine Frage wurde übrigens ausgelöst durch meine Erfahrung mit einer gebrochenen kleinen Zehe. Ich habe sie mir am Freitag, den 13. April, an einem Türrahmen angestossen. Dass sie gebrochen war, mochte ich erst gar nicht glauben. Ich war am Freitag auch mit gebrochener Zehe noch gut zu Fuss unterwegs. Am Telefon mit medi24 hatte ich dann den Eindruck, dass die kleine Zehe ja sowieso sehr ungelenk und schwach sei. Trotzdem folgte ich dem Rat, einen Arzt aufzusuchen. Der band mir die Zehe dann auch fest ein. Und dank der Antwort auf fragr.de weiss ich jetzt auch, dass eine gute Genesung doch sehr wichtig ist.

Diese durchaus einfache Umsetzung von fragr.de liesse sich bestimmt auch im Intranet nachbauen, hmm …

User Experience Podcast: Faustregeln hinterfragt

Was ist wahr an Faustregeln für Web-Usability?

Gerry Gaffney widmete dieser Frage seine erste Ausgabe von UXPod – User Experience Podcast.

Gaffney bespricht zwei weit verbreitete Annahmen:

  • Eine Web-Navigation soll «sieben plus/minus zwei» Rubriken haben.
  • Inhalte sollen mit drei Klicks erreichbar sein.

Gaffney schwächt diese Regeln ab und weist darauf hin, dass die «Sieben-Rubriken-Regel» ursprünglich aussagte, dass sich das menschliche Hirn an maximal sieben Dinge erinnern könne. Auf Websites ginge es jedoch nicht darum, Rubriken auswendig zu lernen, sagt Gaffney.

Entscheidend sei, dass die Website-Besucher Rubrikenbezeichnungen und Links vorfänden, die für sie verständlich seien. Folgen Besucher solchen Links und finden sie weiter treffende Informationen, käme es schliesslich auch nicht auf die Anzahl Klicks an.

Lieber viele Links mit Bezeichnungen, die den Besuchern etwas sagen und ihnen so eine Spur zu den Inhalten legen. Das ist auch Jared M. Spools Lehre vom Scent of Information.

Von UXPod gibt es bis heute drei Episoden. Hoffentlich werden es mehr.

(Via WebWord.)

Täuschung durch alte Inhalte

Ich schaue hier

Website Panasonic Schweiz

und lese da

Website Panasonic Japan

von meiner Wunschkamera und muss am gleichen Tag im Fotogeschäft erfahren, dass die Panasonic Lumix LC1 nicht mehr lieferbar sei.

Digitalkamera.de hatte mich zwar schon vorgewarnt. Dort ist zu lesen: «im Handel verfügbar bis ca. Mai 2006».

Kann das wirklich sein, dass diese Kamera nicht mehr hergestellt wird? Fertig? Es gibt also keine mehr für mich? Ich wäre kurz vor einem Kauf gewesen.

Und die Websites verkünden weiterhin die wunderbaren Eigenschaften dieser Kamera; die Qualität der Optik, die Einstellmöglichkeiten am Objektiv, der raffinierte eingebaute Indirektblitz.

Und auch in Foren und Fotogemeinschaften lassen sich Diskussionen mitverfolgen, die schon so lange her sind, dass sie keine Bedeutung für den Kaufentscheid mehr haben können.

Hier habe ich mich von veralteten Informationen im Web täuschen lassen. Jetzt bin ich ent-täuscht.

In so einem Fall bleibt einem wohl nur noch Ebay. Es könnte daher durchaus sein, dass ich aufgebe, was ich vor einiger Zeit geschrieben habe: «Internetanwendungen die ich nicht nutze. Teil 1: Auktionen»

Vom Konzertprogramm zum Musikdownload

Das Konzertprogramm für März 2006 des Zürcher Jazz-Clubs «Moods» hat mich zu zwei Käufen im iTunes Music Store angeregt.

  • Wycliffe Gordon, Posaune, spielt am 26.03.2006 mit Ray Anderson. Ich habe ein Stück aus einer Aufnahme mit der Formation «Paradigm Shift» gekauft.
  • Die Young Blood Brass Band ist am 31.03.2006 zu sehen. Die Musiker verbinden New Orleans-Brass-Jazz mit Sprechgesang. Ich habe «It’s all Over» gekauft.

Die Verbindung von Konzertprogramm und Musikdownload ist auch das Erfolgsrezept einer derzeit gefeierten «Web 2.0»-Anwendung aus der Sparte Mashups: «Podbop». Auf der Site lassen sich frei vertriebene MP3-Musikstücke von Bands als Podcast abonnieren, die in einer gesuchten Stadt auftreten. Das funktioniert ausgezeichnet für die USA und teilweise auch für europäische Städte, denn die Daten liefert Eventful.

(Davon gehört bei Inside the Net.)

«Webseiten im Abo mit RSS»

In meinem Internet-Tutorial gibt es ein neues Kapitel:

«Webseiten im Abo mit RSS».

Darin wird erklärt, was RSS-Feeds sind, wo man sie findet und wie man sie abonniert. In der Art meines Tutorial ist es ein Text, der die grundlegenden Fragen beantworten soll.

Ausgangspunkt ist die Analogie des RSS-Feeds mit einem Zeitungsabonnement. Mir scheint, damit viele Leute abholen zu können. Es ist auch eine Erklärung des englischen Wortes «subscribe», das oft im Zusammenhang auftaucht.

Dieser Text über RSS kommt spät. Die Notizen lagen lange bei mir rum. Dennoch kommt er vielleicht garade rechtzeitig, weil die Verbreitung von RSS-Feeds immer schneller fortschreitet. Damit gibt es immer mehr Webnutzerinnen und -Nutzer, die Antworten auf Ihre Fragen suchen.

Viele Sites, die Feeds anbieten, haben eine «Was ist RSS?»-Seite, auf der das Angebot erklärt werden soll. Mir erscheinen diese Texte meist zu knapp und zu technisch. Mein Tutorial ist nicht technisch, sondern stellt die praktische Anwendung ins Zentrum. Vielleicht bietet sich der Text deshalb als Link an, wenn erklärt werden soll, wie das mit dem XML-Signet und dem RSS-Feed alles funktioniert (etwa wie Peter Hogenkamp einen sucht).

Für Kommentare zum Text wäre ich dankbar.

Links für das Arbeiten mit Sprache

Wer Rat sucht beim Schreiben am Computer, findet im Internet schnell Hilfe. Sprachwerkzeuge, die Fragen zu Rechtschreibung und Grammatik beantworten.

  • LEO.org. Ins Suchfeld ein Wort oder eine Phrase eingeben und LEO zeigt Kombinationen und Verwendungsbeispiele in beiden Sprachen an (Deutsch–Englisch oder Deutsch–Französisch). LEO liefert auch die Resultate, wenn man bei Google beispielsweise «freedom en-de» eingibt. Für Firefox gibt es ein LEO-Such-Plug-in.
  • Canoo.net. LEO und Canoo verlinken aufeinander. Canoo liefert die Details zur Deutschen Grammatik. Über die Funktion «Wortbildung» erhält man alle möglichen Ableitungen. Es gibt auch einen Rechtschreibe-Prüfer.
  • Wortschatz Lexikon. Ist stark in Synonymen. Die erweiterte «Nachschlagen»-Funktion zeigt auch so genannte signifikante Nachbarn. Das sind Wörter die häufig rechts oder links von dem Suchwort auftreten.
  • woerterbuch.info. Aufgeräumter als Google: Ein Textfeld und einen «Suchen»-Knopf. Geliefert wird wahlweise die Übersetzung (Deutsch–Englisch/Englisch–Deutsch) oder Synonyme.

Ausserdem: Für Zitate gehe ich als erstes auf Wikiquote.

Passend: The Word Nerds haben ihre liebsten Quellen (Online und Bücher) zusammengestellt. Die interessantesten Links dort für ein vertiefendes Englischstudium finde ich Bartleby.com und Etymonline.com.

Internet: Nervöse Journalisten sehen schwarz

Zum über 10-jährigen Bestehen des Internets wird an manchen Orten darüber nachgedacht, was aus dem weltweiten Datennetz geworden ist. Viren, Spam, Pornografie und Bombenanleitungen – das können doch die Väter des Internets nicht gewollt haben. Deshalb werden Sie in diesen Tagen dazu gedrängt, sich zum Stand des Webs zu äussern.

BBC Newsnight spricht mit Tim Berners-Lee und bedrängt ihn mit Fragen wie «können Sie noch ruhig schlafen?» oder «fühlen Sie sich verantwortlich?» Berners-Lee betont seine Position:

It’s a new medium, it’s a universal medium and it’s not itself a medium which inherently makes people do good things, or bad things. It allows people to do what they want to do more efficiently. […]

I suppose I’m so much more surrounded by the good things that people are doing with it. There are lots of positive stories of people doing great things.

Bei Larry’s World (IT Conversations) gibt es ein Gespräch mit Vint Cerf. Der Vater von TCP/IP muss eingestehen, dass er nicht vorausahnen konnte, was aus dem Internet werden würde. Larry meint, das Internet sei ein «harmful or illegal place to be at» geworden. Und Cerf stellt darauf die ultimative Gegenfrage, ob man das Internet denn besser einstellen sollte.

Sollen wir uns von den schlechten Dingen im Internet bedroht fühlen und an ihnen verzweifeln? Wenn nervöse Journalisten aus dieser Position heraus Interviews führen, dann scheint es fast so. Doch die Internet-Väter und die Menschen, die heute mit dem Medium aufwachsen, haben dem etwas entgegenzusetzen.

Meine Sicht auf das Web

Heute war ich als Monatsgast im Onlinelabor.ch. Es bietet Internet-Trainingsplätze für erwerbslose Webpublisher/-Designer. Ich selber war einmal dort ein Teilnehmer.

Ich hatte die Gelegenheit darüber zu sprechen, wie ich auf Weblogs kam und wie ich das Web heute nutze.

Ich fing damit an, dass ich mich seit langer Zeit durch viel eigene «Weiterbildung» (Links sammeln, Themen verfolgen, immer informiert sein) mit dem Internet beschäftigt hatte.

Ich sprach von der Faszination für Hypertext, von HTML mit dem Zweck, Text zu strukturieren. Ich beschrieb die Bedeutung von semantischen HTML-Elementen und tönte die Auswirkungen von sauberem Code auf die Suchmaschinenoptimierung an.

Als Voraussetzung für mein Bloggen nannte ich folgende Punkte:

  • Zeit: Stellenlosigkeit fördert das Bloggen.
  • Webtechnologie: Dynamische Seiten, XHTML und CSS.
  • Internet: Das Internet ist ein Lese-/Schreib-Medium.
  • Wissen: Wissen sammeln und eigenes Wissen weitergeben.

(Tatsächlich glaube ich, das Bloggen hat in den Zeiten grosse Verbreitung gefunden, als viele Leute – speziell in der IT – ohne Arbeit waren. Das ist ein Thema, das meines Erachtens noch selten offen ausgesprochen wurde.)

Ich zeigte dann die WeblogFAQ und mein Weblog. Jemand nannte das Stichwort «Wiki» und fragte, was der Unterschied zu einem Weblog sei. Ich demonstrierte, wie ich in meinem Wiki eine Seite bearbeiten kann und schickte als Beispiel ein Live-Foto an mein Weblog (siehe Moblog).

Das beeindruckte. RSS, News aggregieren, die Vernetzung durch Links und die sozialen Kontakte waren auch Thema. Ich erwähnte Bloglines, del.icio.us und blog.ch.

Es war eine Rundumschau auf das Web, wie ich es heute nutze für die Organisation meines Wissens und meiner Ideen und zu meiner Unterhaltung.

Es hat Spass gemacht.

Die Notizen zum Referat stehen im Wiki.

Was ist Skypecasting? [Update]

Die Ausganslage für den Artikel «Selbst ist die Radioprogramm-Chefin» in der heutigen «Sonntagszeitung» über war mir überhaupt nicht klar. Da heisst es:

Bislang brauchte man spezielle Software, um sich die Amateur-Radioshows [Podcasts] aus dem Netz auf den heimischen MP3-Player zu ziehen. Findige Nutzer wollen das jetzt noch einfacher machen und Podcasting mit dem beliebten Internettelefonprogramm Skype kombinieren. Das Ergebnis sind so genannte Skypecasts.

Das würde heissen, dass Podcast mit Hilfe eines «Podcatching»-Clients wie zum Beispiel iPodder weniger leicht zu beziehen sind als Skypecasts über Skype. Nun, das kann ich nicht so recht glauben. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, wie das mit Skype funktionieren sollte und was die Vorteile wären. Und ehrlich gesagt, habe ich überhaupt noch nie etwas von Skypecasting gehört.

Wenig Verständnis für die Grundannahme des Artikels hatte auch Tanja Dankner vom swisspodcast, die vom Journalisten zum Thema befragt wurde. Wie sie auf die Frage reagierte, ist im Artikel so zitiert: Ich denke, das wäre auf jeden Fall möglich. Die ganze hilflose Antwort ist im Interview mit dem Journalisten im swisspodcast Nr. 7 zu hören.

Zwar führt Tanja für den swisspodcast via Skype Interviews und das kommt auch sehr gut rüber. Was im Artikel als Skypecasting bezeichnet wird, scheint aber auch Tanja völlig neu gewesen zu sein.

Doch dann lässt der Journalist die Katze doch noch aus dem Sack und verrät uns etwas über die Herkunft des Skypecastings. Der US-Journalist Stuart Henshall habe die Idee dazu gehabt. Und weil Skype die Schnittstellen zu seinem Programm kürzlich offen gelegt hätte, dürften bald Anwendungen auftauchen, die die Verbreitung von Podcasts über das Internettelefonienetzwerk möglich machten.

Schaut man sich Stuart Henshalls Anleitung zum Skypecasting nun aber an, geht es da einzig um die Beschreibung, wie Skype-Konferenzschaltungen auf dem PC aufgezeichnet werden können. Doch weil das nicht immer ganz so einfach ist, haben viele Podcaster ihre eigene Lösung gesucht und gefunden. Tanja und ihr Partner Gustavo zeichnen die Skype-Calls via Audio-Kabel mit einem iRiver-MP3-Player auf, wie Tanja im Interview verrät. Danach wird die MP3-Datei wohl wieder auf den Computer transferiert um dann der Podcast zusammenzustellt.

Jetzt frage ich mich also immernoch, woher der Journalist das mit der Podcast-Verbreitung via Skype hat. Vielleicht aus einem weiteren Beitrag auf Henshalls Weblog. Darin beschreibt dieser, wie bei Anruf über Skype Musik von seinem iPod zu hören ist. Das «Experiment» hat Henshall wieder abgebrochen. Und mir fällt auf, dass der entsprechende Beitrag nicht einen einzigen Kommentar bekommen hat.

[Update: präziserer Schluss] Wenn Skypecasting nun also einfach als Podcast-Interviews aufnehmen mit Skype verstanden wird, dann ist das wohl nicht diesen Hype wert, denn das ist etwas, was selbstverständlich praktisch ist und längst genutzt wird. Sollte mit Skypecasting allerdings tatsächlich eine neue Form der Verbreitung als Konkurrenz zum Podcasting über RSS-Feeds gemeint sein, dann will ich das mal sehen und hören. Wie es scheint wurde hier etwas in einen neuen Begriff hinein interpretiert, was gar nicht stattfindet.

Siehe auch:

Skypecasting? von Janko Röttgers, Mix, Burn & R.I.P., und den dort verlinkten Artikel bei CNET VoIP calls get podcast treatment.

Internetanwendungen die ich nicht nutze. Teil 3: Newsgruppen [Update]

Seit den Urzeiten des Internets diskutieren Menschen in Newsgruppen. Dieser Kommunikationskanal ist ein Fossil des weltweiten Datennetzwerks, der über das Usenet läuft.

Ich verfolge keine der Newsgruppen und habe nur selten die Diskussionsforen bei Fragen konsultiert.Die Newsgroups sind nach Sprachen und Themengebieten organisiert und benannt. Die folgenden Beispiele zeigen das Muster:

de.comp.security.virus

alt.internet.search-engines

talk.politics.misc

Zum Mitmachen braucht es einen News-Client und den Zugang zu einem News-Server.

Als Client dient meist ein E-Mail-Programm (Outlook, Mozilla. Das erklärt auch die umständliche Bezeichnung ‘E-Mail- und Diskussionsforen-Konto-Einstellungen’ unter Bearbeiten im Netscape/Mozilla). Für den News-Zugang richten Sie sich also ein Konto ein, wo Sie die gewünschten Gruppen auswählen können. Einen News-Server stellt der Internetzugang-Anbieter zur Verfügung (bei mir news.hispeed.ch).

Beiträge werden wie eine E-Mail an die Gruppe geschickt. Wer die Gruppe in seinem News-Client abonniert hat, erhält alle Nachrichten und kann darauf antworten. So entstehen Diskussionsstränge, auch Threads genannt.

Google macht alle Newsgruppen zugänglich mit der Suchfunktion Google Groups. Vor einigen Monaten veröffentlichte Google die 20 Year Usenet Timeline und eröffnete damit den Zugriff auf über 800 Millionen Nachrichten seit 1981.

Eine geeignete Gruppe zu finden scheint mir nicht ganz einfach. Eine Beurteilung, wie fundiert tatsächlich diskutiert wird, ist kaum auf einen Blick möglich. Oft treten in vielen Gruppen Missionare in diversen Angelegenheiten auf. Auch Spammer bedienen Diskussionsgruppen gerne. Alle diese Nachrichten auszufiltern, wäre mir zu mühsam.

Auch Diskussionsforen (oder Boards) im Web nutze ich kaum. Vereinzelt stellte ich Fragen im Forum von MacWeb. Im Pivot Support Forum habe ich ein Login und starte ab und zu ein neues Thema.

Update, 04.03.2005: Sandro Feuillet macht vor, wie man RSS Feeds von Google Groups abrufen und so im Feed-Reader lesen kann. Das ist für mich ein praktischer Weg, Diskussionen mitzuverfolgen. Cool.

Wie taggst du?

Unter dem Begriff Folksonomy wird aktuell viel über die Internetservices geschrieben, die mit Tags arbeiten (Flickr, del.icio.us, Technorati und andere). Fotos, Links und Weblog-Beiträge können mit mehreren passenden Schlagwörtern versehen werden. Spannend ist es dann, wer welche weiteren Informationen mit den gleichen Tags bezeichnet hat. So entsteht ein Netz von Informationen und von Quellen.

Die Frage ist jetzt nur, welche Tags zu einer Information die passenden sind. Grundsätzlich ist das Tags-Setzen völlig frei. Will man aber beim weltweiten Verknüpfen teilnehmen und will man, dass seine Informationen gefunden werden, muss man sich schon überlegen, wie taggen.

Ich will dazu mal ein paar Fragen stellen:

  1. Taggst du konsequent englisch?
  2. Verwendest du auch deutschsprachige Schlagwörter?
  3. Taggst du englische Artikel englisch und deutsche deutsch?
  4. Was sagst du zu Tags wie «lang:de» und «lang:en»?
  5. Taggst du «blogs», «blog», «bloggen» oder «weblog»?
  6. «fotografie» oder «fotografieren»?
  7. Bemühst du dich, die Zahl deiner Tags konstant zu halten?
  8. Taggst du nach Regeln oder völlig frei?

A propos: Tags zu diesem Beitrag: , Folksonomy, .

Internetanwendungen die ich nicht nutze.Teil 2: IM

Instant Messaging (IM) ist der Internetdienst zum Versenden von kurzen Textnachrichten. Die Teilnehmer tauschen ihre Beiträge praktisch in Echtzeit untereinander aus, wie in einem Gespräch. Diese Kommunikation heisst Chatten.

Um Instant Messaging selber betreiben zu können, benötigt man eine Adresse oder einen Benutzernamen. Damit loggt man sich in das Netzwerk der Teilehmer ein. Es braucht also eine Mitgliedschaft bei einem IM-Dienstanbieter wie etwa ICQ, AOL oder MSN.

Instant-Messaging-Kontakte pflege ich keine. Ich habe noch nie jemanden gefragt: «Hast du mir deine ICQ-Nummer?» IM eignet sich in manchen Situationen besser als E-Mail. IM ist schneller und direkter. IM ist für Nachrichten prädestiniert, die im Moment wichtig sind, nicht aber für Leser, die erst am nächsten Tag wieder erreichbar sind. So wird IM oft in Unternehmen oder Teams eingesetzt und dem E-Mail vorgezogen. Leute, die Kontakte mit Verwandten auf anderen Kontinenten pflegen, nutzen IM praktisch als günstigen Telefonersatz. Mittels IM werden kaum lange Texte ausgetauscht, die Konversationen werden meist nicht gespeichert.

Was mich an Instant Messaging irritiert, ist der flüchtige, vielleicht unpräzise Gebrauch schriftlicher Sprache. Ich nehme die geschriebenen Worte oft zu genau. Plaudern mag ich lieber in gesprochenen Worten.

Ich habe kein Login bei einem IM-Anbieter. So nutze ich auch Apples iChat nicht. Einzig die IM-Funktion von Skype habe ich ganz vereinzelt genutzt. Eine sympathische Alternative zu den IM-Giganten ist Jabber, weil das Protokoll mit allen anderen IM-Diensten kompatibel ist. Doch auch dafür fehlt mir der Anwendungszweck.

Re: Browser für Mac OS 9.2

Hallo Stefan,
hätte gerne einen Tipp von Dir! Welchen Browser ist für Mac OS 9.2 zu empfehlen? Und wo finde ich den Download hierfür?
Danke und Gruß.

Danke für deine E-Mail.

Das ist ein gute Frage. Denn ich denke, ich kenne deine Situation: Mit Mac OS 9.2 ist man leider irgendwie nicht mehr ganz bei den Leuten. Die tollen Neuentwicklungen wie Safari und Firefox gibt es alle nur für Mac OS X.

Ich selber habe relativ spät auf OS X gewechselt und habe lange sogar noch mit OS 8.6 gearbeitet.

Ich habe am liebsten Mozilla 1.2.1 benutzt. Das ist die letzte Mozilla-Version, die auch auf dem klassischen Mac OS läuft. Die Mozilla-Website bietet noch einen direkten Download-Link:

ftp://ftp.mozilla.org/pub/mozilla.org/mozilla/releases/mozilla1.2.1/mozilla-macos9-1.2.1-full.bin

Mozilla 1.2.1 ist sonst auch über die Download-Plattform Versiontracker verfügbar:

http://www.versiontracker.com/dyn/moreinfo/macos/3016

Ich hoffe, du hast Spass an diesem ‘alten’ Mozilla. Ich meine, er leistet doch die beste Arbeit im Web auf Mac OS 9.2.

Viele Grüsse, Stefan

Internetanwendungen die ich nicht nutze.Teil 1: Auktionen

Auf Auktionsplattformen im Internet verkaufen Privatpersonen und Kleinhändler gebrauchte und neue Waren. Käufer bieten um die Wette. Mit Geduld und Glück kauft man so Heissbegehrtes zu Schnäppchenpreisen.

Weltleader bei den Auktionsplattformen ist eBay. In der Schweiz beliebt ist richardo.ch. Kleine Anbieter wie 321win.ch funktionieren gleich. Es wird berichtet, einige Menschen seien durch eBay reich geworden.

Mich spricht diese Art des Einkaufens im Internet nicht an.Der weltweite Marktplatz im Internet wird zwar weit herum mit positiven Attributen beschrieben. Der Kundenservice der privaten und halbprofessionellen Händler sei besser als der grosser Detailhandelshäuser. eBay ist JEKAMI-Globalisierung wie sie nur dank des Internets möglich ist. Unabhängig von den Giganten, bei denen man mit den Kaufpreisen noch die Marketingabteilung bezahlt, kann hier jeder sein Geschäft machen.

Auf der anderen Seite kann eine Banalisierung der Werbung und immer weniger professionelle Beratung befürchtet werden.

Ich klicke mich nicht durch die Angebote mir unbekannter Händler. Die Zahlen des Bewertungssystems zu interpretieren, finde ich lästig. Ich halte nichts vom Nervenkitzel beim Feilschen um den Verkaufspreis.

Wenn ich etwas einkaufen möchte, informiere ich mich in Prospekten, Zeitschriften oder im Web und gehe dann in einen Laden. Ich informiere mich über die Preise, vergleiche und greife beim passenden Angebot zu. Ich bevorzuge es, die Ware sofort in den Händen zu haben. So ist meine Einkaufsfreude am grössten.

Weil das Internet so kompliziert ist

Ich schreibe an einem neuen Beitrag für mein Internet-Tutorial: «Warum ist das Internet so kompliziert?».

Für so viele Leute ist das Internet ein Mysterium. Ich möchte einige kritische Punkte ansprechen und Erklärungen geben.

Mir fällt auf, dass die Benutzungsfreundlichkeit des Internets als Gesamtes – nicht bloss die Web-Usability – sehr unbefriedigend ist. Alles sehr kompliziert. Aber warum nur?