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Die Angst vor dem Sündigen auf Zürichs Bänken
«Das ist ein Erlebnis fürs Tagebuch», meint Al Imfeld, als der Doppelgelenk-Trolleybus am Hegibachplatz wendet, so dass man von den vorderen Plätzen aus dem Fenster schauen und das hintere Ende einschwenken sehen kann. Oder fürs Weblog, denke ich.
Auf den Züri-Streifzügen
der VBZ sitzen die Zuhörer im langen Doppelgelenk-Trolleybus, der in Zürich auf Probefahrt ist. Al Imfeld, Priester, ehemaliger Afrika-Korrespondent, Journalist und Schriftsteller, erzählt Geschichten. Sie handeln vom Langstrassenquartier und von Schlieren – den Gebieten, durch die die Buslinie 31 führt.
Al Imfeld nimmt Anekdoten aus der Kirchengeschichte, aus Afrika und aus dem Milieu. Die Mischung ist zuweilen eine Zumutung. Die Deutungen Imfelds erheben den Blick weit über Tragödien, Besitz und Politik hinaus.
Den Zürcher Politikern hält Imfeld vor, wie Zwingli dauernd von der Angst besessen zu sein, die Leute könnten sündigen. Der Zürcher Reformator wollte deshalb keine Bänke in der Stadt. Nicht viel anders machte es die Regierung heute. Eine andere Blockade sieht Al Imfeld im «ewigen Pessimismus».
Ein Gedankenanstoss auf einer Fahrt im Bus – am Tag der historischen Regierungs- und Parlamentswahlen in Zürich.
Die nächsten zwei Sonntage gibt es noch weitere Streifzüge.