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Auch die hippste Digitalkamera macht mich nur bedingt heiss
Als Abonnent des Newsletters von Lumobox.com, einer Galerie von Fujifilm, habe ich von der ersten Schweizer Publikums-Präsentation der neuen Kamera Finepix X100 erfahren. Diese Gelegenheit nutze ich und 4 (!) andere Fuji-Fans, um das begehrte Stück in die Hand zu nehmen.

Man liest viel über die X100 in den Fotografieblogs überall. Denn Fujifilm scheint es besonders auf die frühen Benutzerbewertungen abgesehen zu haben. Die Meinungen scheinen mir jedoch geteilt zu sein.
Für Aufregung sorgte das Video von Mijonju, in dem er wegen des manuell-elektronischen Fokussierens die Nase rümpfte (es geht dabei nicht nur um die Frage, ob die Kamera eine Messsucherkamera sei, was sie definitiv nicht ist). Tatsächlich hat mich dann auch das manuelle Fokussieren interessiert und ich muss sagen, es bleibt ein gemischtes Gefühl zurück. Am Objektivring gibt es keine Distanzangabe, der Scharfeeinstellungsring lässt sich endlos drehen ohne Anschlag und die Schärfenachführung wird elektronisch gesteuert mit einem doch spührbaren Verzug. Im optischen Sucher gibt es keine Fokussierhilfe (kein Mischbild), dazu muss auf den elektronischen Sucher gewechselt werden. Wie praktisch dieses Hinundher in der Praxis dann wirklich ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Alles sehr gewöhnungsbedürftig jedenfalls, denke ich.
Ohne Zweifel eine innovative Kamera, die viel Spass und viele gute Bilder (und Videos) machen wird. Und schön sieht sie aus.
Selbstverständlich erkannte der Verkäufer von Fujifilm rasch, dass ich vermutlich ziemlich genau seinem Bild der Zielgruppe für die X100 entsprach. Jedoch wusste er wohl nichts von meinem Commitment zur Filmfotografie. ;-)
Und ja, ich habe einen Prospekt in die Hand gedrückt bekommen.
Die Agfa Silette LK und Reisevorbereitungen für Wien
Am vergangenen Samstag hatte ich zwei Begegnungen mit der Marke «Agfa», ein wohlbekannter Name in der Fotogeschichte, doch in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, seit im Februar 2008 das Agfa-Hochhaus in München gesprengt wurde (Wikipedia-Artikel).
Aus meiner Beruflehre als Reproduktionsfotograf kannte ich den Sitz der Agfa-Graphics Switzerland AG in Dübendorf. Als ich nach einem Ausflug ins Sagentobel auf einmal vor dem in die Jahr gekommenen Gewerbebau mit dem vertrauten Schriftzug stand, bewegte das mich schon gerade etwas nostalgisch.
Zurück in der Zürcher Innenstadt drehte ich dann noch eine Runde durch den Bürkliplatz-Flohmarkt und begegnete einer anderen Agfa-Vertreterin: Der Kamera SILETTE LK Sensor (Bild oben).
Die Kamera hat den typischen orangen Auslöserknopf, ist voll-manuell und hat einen integrierten Fotozellen-Belichtungsmesser. Der Auslöser arbeitet äusserst leise, das Sucherfenster ist zur linken Kameraseite angebracht, wodurch schon fast Leica-Gefühle aufkommen (Übertreibung).
Ich lasse jetzt meinen ersten Film durch die Kamera. Wenn sie gut tut, dann werde ich diese Kamera mitnehmen auf meine geplante Städtereise nach Wien im Juli.
Die Planung der Fotogelegenheiten und den dazu passenden Kameras und Filmen ist natürlich ein grosser Teil meiner Reisevorbereitungen. Erstmals werde ich mit dem iPhone reisen und darauf meine Notizen nachlesen, via Google Earth meine gespeicherten Sehenswürdigkeiten abrufen, twittern und wohl auch mal ein Foto hochladen.
Ich freue mich also auf Wien und auf viele Fotos. Falls mir jemand noch Tipps mitgeben möchte, was ich mir in Wien unbedingt ansehen sollte, dann freue ich mich auch darüber.
Golden Half: Spielerisches Halbformat
Hier im Blog habe ich am 30. Januar 2009 in «Fotopaare: Wenn Einzelbilder Schwächen haben» bereits mit Bewunderung auf Doppelbilder aus Halbformat-Kameras hingewiesen. Jetzt besitze ich selber die japanische Toycamera Golden Half und kann auch solche Bilder machen.
Die Golden Half ist sehr klein und aus Plastik, trotzdem ist sie solide gefertigt und gut zu handhaben. Das «Half» im Namen bezieht sich auf das Halbformat: Die Kamera belichtet Negative, die halb so gross sind wie normale Negative auf einem 35mm-Kleinbild-Film. So haben auf einem 24er-Film 48 Bilder Platz. Sieht man gerade durch den Sucher, gestaltet man ein Bild im Hochformat. Für ein Querformat-Foto muss man die Kamera drehen.
Manche Fotolabor-Services verarbeiten den Filmstreifen standardmässig im normalen Kleinbildformat und so kommen immer zwei nebeneinanderliegende Fotos zusammen auf ein Bild (es gibt offenbar auch andere, die jedes Foto einzeln erfassen). Und tatsächlich erhielt ich meine Fotos vom ersten Film als kleine Doppelbilder (in Anlehnung an zweiteilige Altarbilder oft auch als Ditychon (Wikipedia-Link) bezeichnet).
Mit der Absicht, die typischen Doppelbilder zu machen, nahm ich mir vor, von jedem Motiv zwei Bilder zu belichten. Oder in der Nähe liegende oder inhaltlich ähnliche Motive zu finden. Eine ganz neue Herausforderung für das Sehen war das.
Wenn die Zweier-Folge einmal nicht mehr stimmt, kommen die Doppelbilder vom Labor natürlich in falschen Paarungen. Das ist aber kein Problem, wenn der Heimscanner zum Einsatz kommt: da kann beliebig gescannt werden. Pech hat man allerdings, wenn das Labor den Filmstreifen genau zwischen zwei zusammengehörenden Fotos schneidet.
Erweitert werden die Möglichkeiten, wenn drei oder mehr Einzelfotos zusammen als ein Bild gescannt werden. So entstehen abenteuerliche Panoramaansichten mit mehr oder weniger gewolltem Ungenauigkeitsfaktor (Beispiel: Auto in drei Bildern).
Mein Versuch eines Dreier-Panoramas führte mich dann zur Erkenntnis: Panoramas von rechts nach links fotografieren.

Hier ist das Bild nicht zusammenhängend, da ich von links nach rechts fotografierte. Denn so wie in der Golden Half der Film eingelegt und transportiert wird, kommt das erste Bild einer Sequenz ganz rechts zu liegen und die weiteren Bilder schliessen links an.
Diese Eigenschaft der Kamera muss ich auch berücksichtigen, wenn ich einem Doppelbild eine narrative Abfolge zeigen wollte. Da wir Bildergeschichten ja gewöhnlich von links nach rechts lesen, müsste ich das letzte Bild als erstes fotografieren.
Die Ausstattung der Kamera ist simpel: Ein Fixfokus-Objektiv, feste Belichtungszeit (1/100), zwei Blendenstufen für sonniges und bewölktes Wetter, eine Blitzeinstellung und ein Blitzschuh und ein Stativgewinde.
Mit oder ohne Geschichte, als Einzel- oder Mehrfachfotos – die Golden Half ist eine schicke kleine Kamera, mit der es leicht fällt, unbeschwert zu fotografieren. Die Resultate meines ersten Film bereiten mir jedenfalls Freude.
Links:
The $50 Film Camera Project: “Reporter” box camera
Mit diesem Beitrag nehme ich teil an Brian Auers Projekt The $50 Film Camera. Deshalb versuche ich, den folgenden Bericht über meine “Reporter” Boxkamera auf englisch zu schreiben.
It is a German-made box camera, I guess from the 1950s or earlier. It’s hard to find any specifications online on the camera except this auction page with a very similar camera that suggests that the manufacturer is Lindar.
The “Reporter” is a twin-lens camera. The main lens is a fix-focus 80 mm focal length lens with an f9.5 opening. The camera takes 120 roll film and exposes 6×6 cm square format frames.
The upper lens is for the viewfinder on the top of the box. It is a Brillant finder which makes it somewhat difficult to frame the shot.
Having a fix-focus, one fix f-stop and two time settings (approximately 1/60s and a bulb setting) the “Reporter” doesn’t offer much to play with, except a built-in yellow filter that is good for increasing the contrast in black and white images.
Nevertheless, taking the time to carefully frame the image is what fascinates me the most about this camera. The low-angle that is characteristic for twin-lens cameras gives some intimacy with the subject. I am usually very concentrated and totally tensed before I release the shutter.
The rather long focal length gives a close crop to the subject. The deep depth-of-field allows for images with many details. If I want to have some parts out of focus, I have to bring them closer to the foreground. The overall sharpness of the photographs is surprisingly good, I think.
Exposure works fine in sunny weather with ISO 100 speed film and the available camera settings. Using the bulb setting, all the images turned out overexposed (and thus blurred) so far.
I bought the camera on a flea market in Zurich for CHF 30 (27 US$). Without cleaning, I ran the first roll through it. Later, I opened the box and took it apart for a good cleaning. The condition of all the parts seems to be fine. It’s fascinating to see the mechanics work together to capture photographs after so many years.
All the pictures that I take with the “Reporter” box camera are in this set on Flickr. I use other vintage cameras, most of them for 6×6 medium format film, too.
And here are the 12 frames of my latest roll:
The order of the photos here is not the order of the frames on the film. I arranged them for the purpose of presentation.

This is my favorite shot of the roll. As with many other shots in this roll, I’ve experimented with a foreground that is out of focus. Here, the impression of depth works well, I think, and the light is right.

Again, an out of focus foreground.

This object was obviously a bit too close for the fix-focus lens.

Extreme out of focus foreground. Yet, the farther parts give the picture some depth.

Quite low morning light. Makes for interesting shadows.

An unintended double exposure. This may also be a feature of the camera, if used on purpose. The “Reporter” has no mechanism that prevents from exposing the same frame twice..

Indoor shot, very low light for ISO100 and the standard shutter speed of this camera.

For this shot, I turned the camera upside-down and looked through the viewfinder above my head. In Bulb mode, approx. 1 second, handheld.

Yellow filter hasn’t much of an effect on these clouds. I should have waited for clearer sky, to get a more intense effect.

I like this one too. Early morning.
That’s it. It’s fun to be part of Brian’s project. Please leave a comment, if you have something to add.
[Update] Here are all the 80 Film Cameras that participated in Brian’s project. My vote goes to #42, the review of a Chajka II.
If you want to read more of my blog posts in English, try browsing the site using the Google translation:






