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Ein Büchlein mit iPhone-Fotografie [Update: Erster Preis]

Update, 29. Oktober, 2010: Mit der Werbeaktion war ein Fotobuchwettbewerb verbunden. Wie ich heute erfahren durfte, hat mein Büchlein «iPhoneografie» den ersten Preis gewonnen. Da freue ich mich natürlich sehr darüber und auch über den Reisegutschein, den es als Preis gab.

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Es ist selten, dass ich Onlinewerbung überhaupt beachte. Diesmal war es ein Glück, dass ich mich darauf einliess. Der gesponsorte Werbeblogeintag auf fokussiert.com über den Fotobuchservice Book4You hat mein Interesse geweckt und das Angebot auf der Website hat mich angesprochen.

Der Schweizer Anbieter aus Bern bietet eine kleine aber feine Auswahl an Hard- und Softcover-Büchern an. Die Hardcover-Bücher sind in Leinen gebunden. In beiden Ausführungen gibt es ein «schmuckes» quadratisches Format. Zum Zusammenstellen des Buchs wird eine Software angeboten, die genügend Freiheiten lässt und im Vergleich mit der Software von anderen Anbietern stabil läuft und einfach zu bedienen ist.

Zum Test stellte ich mir ein Softcover-Buch mit iPhone-Bildern zusammen. Mit dem Resultat bin ich zufrieden. An zwei, drei Stellen habe ich für randabfallende Bilder nicht das vorgegebene Template benutzt, und so entstand ein weisser Rand. Das ist ein Benutzungsfehler meinerseits, vor dem die Software mich sogar noch gewarnt hatte.

Die Klebebindung wirkt sehr stabil, die Druckqualität tadellos. Sehr sympathisch ist mir dabei, dass das gesamte Buch in der Schweiz gefertigt wird – hier für mich ein klares Qualitätsmerkmal. Was in manchen Fällen vielleicht störend sein könnte, ist der viele Text (Impressum, Copyright, Auftragsnummer), den Book4You auf den hintersten Seiten eindruckt.

Mit Book4You bin ich soweit durchaus zufrieden. Es ist der beste Fotobuchservice, den ich bisher ausprobiert habe. Gerne möchte ich auch einmal ein Hardcover-Buch mit Schwarzweiss-Bildern produzieren. Wie das Resultat dann sein wird, nimmt mich natürlich jetzt schon wunder.

Foto-Nahausflüge zu Baudenkmälern

Vor einigen Wochen kam mir das Buch «Siedlungs- und Baudenkmäler im Kanton Zürich. Ein kulturgeschichtlicher Wegweiser» (1993) in die Hände. Der Titel lässt schon vermuten, dass der Band für mich zum Fundus für zahlreiche Fotogelegenheiten werden würde.

Mehr als Tausend kommentierte Abbildungen geben Auskunft über noch erhaltene Architektur, Dorfbilder und Landschaften. Im Buch zu stöbern ist eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise. Und tatsächlich habe ich schon viel gelernt über einige Gebäude, die ich bereits fotografiert hatte.

Diese ehemaligen Tuchfabrik in Wädenswil zum Beispiel …
Wädenswil
… ist ein Frühwerk von Robert Maillart.

Ein Maillart-Werk in Zürich, über das ich im Buch las, ist …
Musikpavillon
… das Musikpavillon bei der Sportanlage Sihlhölzli, das er zusammen mit Stadtbaumeister Hermann Herter erbaute.
Von Robert Maillart ist auch die Salginatobelbrücke bei Schiers im Kanton Graubünden, die ich im Mai fotografierte.

Auch eine Entdeckung aus dem Baudenkmäler-Buch ist …
Railroad Bridge Ossingen
… die Eisenbahnbrücke über die Thur bei Ossingen von 1875.

Weiter zurück in der Geschichte ging es bei meinem Ausflug nach Gfenn bei Dübendorf.
Lazariterkirche, Gfenn
Dort steht die Lazariterkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Auf den Spuren von Robert Maillart, Hermann Herter und auch Otto Rudolf Salvisberg gibt es im Kanton Zürich noch viele Brücken, Industrie-, Kultur- oder Wohnbauten zu entdecken und fotografieren. Tausend Ideen finden sich noch in diesem Buch.

Das Formenvokabular der Fotografie

you see

In der Arbeit «What you see» beschreibt Luciano Rigolini eine «visuelle Grammatik» (Nachwort zum Buch, Fotostiftung Schweiz). Ich habe die Bilder im Buch und in der Ausstellung angeschaut und es ist, als lernte ich eine Sprache – das Formenvokabular der Fotografie.

Die auffälligsten Elemente der fotografischen Formensprache möchte ich hier beschreiben, so wie ich sie wahrnehme. Es sind grafische Gestaltungsmuster, die in Rigolinis Arbeit äusserst konsequent angewendet werden.

  • Rundungen. Alles, was geschwungen, gebogen oder kreisrund ist. Kugeln oder runde Flecken, die Kopfform oder eine Strassenbiegung. Meist sind nur Halb- oder Viertelkreise zu sehen. Rundungen gibt es in technischen Materialien oder natürlichen Gegenständen.
  • Schrägen. Oft beschreiben die Linien ein <- oder >-Zeichen. Machmal gehen viele Formen mit unterschiedlich schrägen Linien durcheinander. Manchmal gehen sie diagonal durch das ganze Bild.
  • Raster/Gitter. Ein regelmässiges Netz überspannt das ganze Bild oder Teile. Unterschiedlich dicht, erlaubt es mehr oder weniger Durchblick auf das dahinter liegende Objekt. Oder die Rasterform bestimmt selbst das gesamte Bildes.
  • Rahmen. Parallel zum Bildrand verlaufende Linien, die wie zwei Winkel das Bild von beiden Seiten einrahmen; manchmal enger manchmal nur zu Teilen.
  • Turm/Stange. Senkrecht in den Himmel ragende Linie, oft mittig ausgerichtet oder leicht daneben.
  • Häuschenschema. Ich nenne sie mal so: die Form mit dem zum Himmel strebenden Dachgiebel und an der Vorderfläche Fenster und eine Türe.

Und jetzt noch gewissermassen zur Syntax, wie die Elemente angewendet und zusammengesetzt werden (vieles davon oben schon angesprochen):

  • Teile. Alle Elemente werden meist nicht ganz gezeigt, sondern teilweise. Die Menge hängt ab vom optischen Gleichgewicht im Bild. Viele verschiedene Teile fügen sich aneinander oder halten sich mit Entfernung die Waage.
  • Überlagerung. Das Nahe verdeckt das Ferne. Elemente haben Lücken und lassen etwas hervor scheinen. Ein Bild wird aus Vorder- und Hintergrund zusammengegossen.

Um mich mit diesen Formen weiter vertraut zu machen, habe ich einen Ausdruck meines Blatts «20 Kompositionen» gemacht. Es hilft, die Formen nachzuzeichnen, ein Rigolini-Bild so noch genauer zu analysieren oder auch ein eigenes Bild auf die Formensprache zu überprüfen.

Irgendwie passend und ermutigend, die Fotografie poetisch als Sprache einzusetzen, fand ich im Magnum Blog in einem Zitat von David Alan Harvey:

Photography is now clearly a language. As with any language, knowing how to spell and write a gramatically correct “sentence” is , of course, necessary. But, more importantly, today’s emerging photographers now must be “visual wordsmiths” with either a clear didactic or an esoteric imperitive. Be a poet, not a technical “writer”.

So verändert sich mein Sehen und vielleicht auch mein Ausdruck in meinen Fotos. Die Botschaft wird dann immer deutlicher.

Lehrabschluss 1992: Reproduktionsfotograf

In meiner Berufslehre als Reproduktionsfotograf habe ich Aufnahmen gemacht mit einer Kamera, die zwei Räume füllte. Im hellen Raum war der Vorlagenhalter mit zwei hellen Xenon-Lampen zur gleichmässigen Ausleuchtung. Ein Spiegelsystem und Linsen leiteten das Licht durch den Kamerabalg in den dunklen Raum.

Ich selber betrat den dunklen Raum meist durch eine Lichtschleuse. Die Rückwand der Kamera bestand aus einer hochklappbaren Mattscheibe und einer Filmplatte. Ich drehte an Einstellrädern und schob so die Rückwand nach hinten und nach vorn, bis ich auf der Mattscheibe die genaue Abbildungsgrösse und Schärfe eingestellt hatte. Auf der Filmplatte mit Ansauglöchern legte ich Film in Einzelblättern bis zu einem Format von 50×60 Zentimeter auf. Dann schloss ich die Rückwand und drückte den Belichtungsknopf.
Die Belichtung kontrollierte ich mittels eines Graustufenkeils, den ich mitfotografierte und entwickelte.

Wir hatten eine Entwicklungsmaschine, in die ich die Filme schob. Im hellen Raum kamen sie getrocknet heraus. Als Lehrling musste ich die Chemikalien für die Maschine anmischen und die Bäder und die Racks mit den Walzen reinigen.
Und ich entwickelte Filme in der Schale, bei ständiger Schwenkbewegung unter rotem Licht und dem Ticken der Junghans-Uhr. Manchmal gab es im dunklen Raum gar kein Licht, dann wenn ich mit panchromatischem Material arbeiten musste.

Die Erfahrungen aus der Dunkelkammer gehören in meinen persönlichen Lebensrucksack. Wenn ich mich heute mit Fotografie beschäftige, kann ich in vielen Dingen an den früheren Zeiten anknüpfen. Ich sehe das als einen grossen Wert an.

Den Beruf des Reproduktionsfotografen gibt es nicht mehr. Kurz nach meinem Lehrabschluss krempelte der Wandel zur digitalen Bildverarbeitung die Druckindustrie um. Heute macht der Polygraf eine verwandte Arbeit.

Die abgebildete Seite ist aus dem Buch «Papier Satz Reproduktion Druck Ausrüsten», Einführung in das Arbeitsgebiet der grafischen Industrie von Karl Militschka. 1980.

Buch: «Mein Weg zur Fotografie» von Hans Finsler

Im Podcast PhotoNetCast #10 – It’s all about Books geben die Gastgeber Buchempfehlungen ab. Ich möchte zu dieser Gelegenheit auch einen Tipp abgeben für ein kleines, rares und wertvolles Fotografiebuch:


Hans Finsler. Mein Weg zur Fotografie (Link auf Google Buchsuche)

Hans Finsler stellt drei Fragen und gibt anhand von 30 Aufnahmen Antworten zur Fotografie. Die Fragen sind:

  1. Was ist Fotografie?
  2. Welches sind die Gesetze der Dinge, die ich aufnehme?
  3. Gibt es in der Fotografie eine Wertung der Dinge?

Typisch sind die Aufnahmen von Eiern. Sie dienen erst einmal einfach zur Darstellung von Positiv und Negativ (Weiss und Schwarz) als eine der Eigenschaften der Fotografie. Andere Eigenschaften die veranschaulicht werden sind «fixierte Bewegung», «Richtungslosigkeit», «Ausschnitt aus Raum und Zeit», «Überschneidung», «Schärfe und Unschärfe», «Kontrast» und «Erkennbarkeit». Ein Blick auf die Beispielfotos zu diesen Eigenschaften lässt erkennen, mit welchen Mitteln wir im Medium Fotografie arbeiten. Die Erkenntnisse sind so simpel wie «Die Beeinflussung der Kontraste gehört zum Wesen der Fotografie».

Wenn es in den hinteren Teilen des Buchs um die «Dinge» geht, wird klar, dass die Fotografie viele Möglichkeiten hat, die Wirklichkeit zu verändern.

Das schmale Buch ist für mich wertvoll, weil es in äusserst knapper Form eine Sammlung von zeitlosen Merksätzen zur Fotografie enthält. Es treibt mich an, die Möglichkeiten der Fotografie bewusst auszuloten, auf Materialien, Ausschnitt und Komposition Wert zu legen.

Hans Finsler wurde 1891 geboren. Er ist Schweizer und studierte in Deutschland Architektur. 1932 kam er nach Zürich und baute eine Fotoklasse an der Kunstgewerbeschule auf. Das Buch «Mein Weg zur Fotografie» erschien erstmals 1971, ich besitze eine Neuauflage von 1991 aus dem Pendo-Verlag. Das Buch ist offenbar vergriffen. Ich habe es im Shop des Museum für Gestaltung gefunden. Das Buch ist zweisprachig mit deutschem und englischem Text (My Way to Photography).

Der Schlüssel zur Porträtfotografie: Augenblicken Zeit lassen

In der GAF-Klasse geht es jetzt um Porträtfotografie. Am Samstag haben wir dazu zwei Übungen gemacht, die mir die Augen öffneten und aufzeigten, wie Porträts funktionieren könnten.

Es hört sich eigenartig an: in der ersten Übung steht das Model für 15 Minuten still. Der Fotograf stellt einmal das Bild ein – die Kamera auf dem Stativ – und schaut dann nicht mehr durch den Sucher. Sein Blick richtet sich ganz auf das Model, gesprochen wird während der ganzen Zeit nichts. Der Fotograf beobachtet sein Model, liest Gesichtsregungen und wartet auf den richtigen Moment. Er benutzt am besten einen Fernauslöser.
In der verstreichenden Zeit macht das Model das Bild, weil die Person in ihrer ganz eigenen Art zur Wirkung kommt. Eine Magie, die in der Fotografie wahrscheinlich sichtbar sein wird.

In der zweiten Übung lernten wir, eine Bildvorstellung genau zu formulieren und mit der Kamera einstellen.

Die Kombination der Schritte aus diesen Übungen ergibt eine klare Vorstellung von einem Porträt-Shooting. Und das könnte so ablaufen:

  1. Der Fotograf sucht sich die Umgebung für sein Bild.
  2. Mit passender Ausrüstung und Material richtet er das Bild ein und legt den Ausschnitt fest.
  3. Das Model stellt sich ins Bild.
  4. Der Fotograf achtet nur noch auf den richtigen Augenblick und löst aus, so oft bis der Ausdruck stimmt.

Jetzt gilt es, diese Schritte in einem eigenen Projekt durchzuspielen. Und das bleibt eine Herausforderung, auch wenn die Erfahrungen aus den Übungen mir doch schon ein sehr viel sichereres Gefühl geben, als ich es zuvor hatte.

Die Übungen sind dem Buch Train Your Gaze von Roswell Angier entnommen.

Gedruckte Fotografie: Es gibt kein gut oder schlecht

Schaut man durch Fotobücher, sieht man bei den gedruckten Bildern alles: von Hochglanzdruck bis Fotokopiererqualität.

Gar nicht selten sind grober Raster, raues Papier, versoffenes Schwarz, ausgefranstes Weiss. Oft schlecht daher kommen Bilder, wenn sie sich über einen tiefen Falz hinweg ausbreiten. Oder sehr kleine Abbildungen.
So zum Beispiel auch im Buch «Eine andere Art zu erzählen», das ich mir kürzlich gekauft habe und sehr empfehlen kann. Im Druck ist viel Zeichnung in den Fotografien verloren gegangen. Die Bilder erzählen ihre Geschichte jedoch auch so.

Alle diese Darstellungsformen im Print widersprechen dem doch oft propagierten Optimierungsstreben bei Megapixeln, Tintenstrahl- und Pigmentgrösse, microfeinen Papieroberflächen und Riesenvergrösserungen.

Mich erstaunt es einfach: in der künstlerischen Darstellung ist alles möglich. Es gibt kein gut oder schlecht. Der Buchmarkt druckt scheinbar alles. Etwas anderes scheint wichtiger zu sein als die maximal mögliche Technologie.

Ich finde diese Beobachtung auf jeden Fall inspirierend für eigene Ideen, wie ich Bilder präsentieren könnte.

Prototyp eines Fotobuchs

Heute ist mein Fotobuch angekommen. Ich habe es bei «Qoop» bestellt und aus meinem Flickr-Set «Book 2» erstellt.

Book 2 - Stefan Bucher

Der Print-Service ist komfortabel in Flickr integriert. Das ist praktisch, und deshalb habe ich schon zwei Mini Photobooks von Qoop bestellt. Doch die Qualität mag nicht restlos zu überzeugen. Deshalb ist mein «Book 2» bisher nur ein Prototyp.

Das Buch bereitet mir dennoch Freude, denn ich finde, einiges stimmt: Die Auswahl der Bilder, die Paarungen und die Reihenfolge. Es ist eine sehr persönliche Sammlung meiner wichtigsten Fotos von 2007.

Damit aus dem Prototyp ein qualitativ hochstehendes Fotobuch entsteht, braucht es noch viel Arbeit – und andere Services. Doch aus verschiedenen Gründen war ich noch mit keinem anderen Fotobuch-Anbieter erfolgreich. Entweder fehlt die praktische Flickr-Integration, die Gestaltungssoftware gibt es nicht für den Mac oder sie läuft nicht auf meiner alten OS X-Version. Auch schon eigneten sich die angebotenen Design-Vorlagen nicht für meine quadratischen Bilder.

Was mir gefällt sind Dienste, die es erlauben, selber gestaltete Fotobücher in einem eigenen Web-Shop zum Verkaufen anzubieten, wie zum Beispiel Lulu.com. Und vielleicht schaffe ich es irgendwann dann doch noch, auf diese Weise ein paar Dollars zu verdienen …

Zen in der Fotografie: stilles Wahrnehmen

Eine von Zen inspirierte Haltung verändert das Fotografieren. Wenn Stille und unvoreingenommene Wahrnehmung den Moment dominieren, entstehen unerwartet Resultate.

Dass Zen und die Fotografie gut zusammen passen, wird an ein paar Beispielen deutlich, denen ich begegnet bin.

Sehr bedeutend ist für mich das Buch «Vom Glück der Stille» von Peter Steiner (zen-photographs.ch). Ich habe es im Oktober auf den Geburtstag geschenkt bekommen und bin von den Bildern und Texten sehr inspiriert worden. Aus dem Buch habe ich ein Verständnis für Zen und was es mit Fotografie zu tun hat, gewonnen, das ich für mich so zusammenfasse:

  1. Durch Langsamkeit innerlich still werden.
  2. Die Wahrnehmung schärfen.
  3. Ohne den Filter der Gedanken und vorgefasster Meinungen …
  4. … das Richtige tun.

Im Podcast Camera Position 57 nennt Jeff Curto als eines der Bücher für jeden Fotografen «Zen und die Kunst des Bogenschiessens» von Eugen Herrigel. Für Jeff Curto ist der Bericht des Zen-Lehrlings mit Pfeil und Bogen eine Parabel für das Fotografieren. «Nicht der Mensch schiesst. Es schiesst.» ist etwa die Essenz des Buches, was für den Bogenschützen wie für den Fotografen gleichermassen gelten mag.

Zwar nicht von Zen sondern von tibetanischem Buddhismus ist «Miksang» inspiriert. Ein ausführliches Gespräch über «Miksang» führt Ibarionex Perello in seinem Podcast The Candid Frame #35 mit Michael Wood. Auf Miksang.com ist auch ein Video zu sehen. In «Miksang» steht die unvoreingenommene Wahrnehmung im Zentrum. Der Fotograf erzählt, wie er sich von den Bildidealen der Werbung gelöst hatte und anfing, mit der Kamera ganz aus dem Impuls der Eindrücke Farben und Formen einzufangen.

Die Idee der unvoreingenommenen Wahrnehmung im Moment des Fotografierens fasziniert mich. Und ich habe mich gefragt, wie das bei mir ist. Es scheint mir, als kenne ich solche Situationen, in denen ich ohne vorgefasste Bildidee an einem Ort stehe, Motive wahrnehme, und daraus dann unerwartete Bilder entstehen. Zum Beispiel dieses Bild:

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Aqui-Brunnen-Foto im Szene-Reise-Führer

Szene-Reise-Führer Zürich

Im Buch «Stadt- & Szene-Führer Zürich» von Matthias Ackeret ist ein Foto von mir abgedruckt.

Auf Seite 53 ist in der Rubrick «Zürich kurios» vom Aqui-Brunnen die Rede. Dazu folgendes Bild von mir:

Aqui-Brunnen

In der Bildlegende und im Impressum bin ich als Fotograf genannt.

Der Verlag fragte mich ursprünglich wegen des Fotos an, das ich an dieser Stelle in meinem Blog vom Mobiltelefon aus publiziert habe. Ich musste dann mitteilen, dass das gewünschte Bild nicht in der benötigten Auflösung vorhanden sei. Im Archiv fand ich dann aber noch das andere Foto. Ich stellte es dem Verlag gerne zur Verfügung.

Eine solche Zusammenarbeit mit einem Reisbuchverlag finde ich interessant. Als angefressener Hobbyfotograf habe ich noch so manches Zürich-Sujet auf Lager. Und ich bin natürlich auch bereit, auf Wunsch einen Ort zu besuchen.

Einen Einblick in meine Fotoarbeiten gibt meine Sammlung auf Flickr.

Und vielleicht ergibt sich ja dann wieder einmal die Möglichkeit, ein Foto zu publizieren.

Schreiben filmen

Als ich als Nachrichtenredaktor bei einer TV-Station arbeitete, filmte einmal eine Studentin der Universität Bern wie ich schreibe. Sie tat dies für eine Studie, die das Entstehen von journalistischen Texten untersuchen sollte. Wie texten Profis in der Praxis? Wie entsteht ein journalistischer Text?

Die Forscherin stellte eine Videokamera auf ein Stativ und filmte so den Bildschirm ab. Einfacher geht so etwas mit Programmen, die den Bildschirm und alle Aktivitäten als Film auf die Festplatte aufnehmen.

Und das will ich hier einmal demonstrieren. Zum Einsatz kommt die Mac OS X Shareware Screen Movie Recorder. Der damit aufgezeichnete Bildschirmfilm zeigt das Entstehen des Titels dieses Beitrags.

Film ansehen: Schreiben filmen (QuickTime, 517 KB, 27 Sekunden)

Die Berner «Forschungsstelle für Berufliches Schreiben FBS» führte zwischen 1997 und 1999 Fallstudien auf 17 Schweizer Nachrichtenredaktionen durch und untersuchte, «wie sich die Arbeitssituation, die individuellen Strategien der Kommunikatoren und der Schreibprozess auswirken auf den fertigen Text».

Resultate dieser Forschung sind in das Buch «Schreiben ohne Reibungsverlust: Schreibcoaching für Profis» von Daniel Perrin eingeflossen. Als Beispiel für eine Progressionsanalyse wird gezeigt, wie der Titel einer Zeitungsnachricht entsteht. Dokumentiert sind neun Schritte zur fertigen Überschrift zu einem Tages-Anzeiger-Bericht über die Untersuchungen zum Absturtz einer Swissair-MD-11 (1998).