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Blitzsynchronisationszeit: Kein Thema mit digitaler Kompaktkamera
Am Samstag in der GAF-Klasse haben wir Übungen mit dem Licht gemacht – mit vorhandenem Licht und mit Blitzlicht. In den theoretischen Grundlagen zur Blitztechnik haben wir auch das Thema «Blitzsynchronisationszeit» angesprochen.
Die Blitzynchronisationszeit ist die kürzeste Belichtungszeit, mit der eine Kamera Blitzaufnahmen machen kann. Gewöhnlich liegt sie etwa bei 1/125 oder 1/250. Wird mit einer kürzeren Belichtungszeit geblitzt, treten bei Kameras mit Schlitzverschluss schwarze Balken im Bild auf. Der Grund: noch während der Blitz am Leuchten ist, verdeckt der sich schon schliessende Verschlussvorhang einen Teil der Bildfläche.
Im praktischen Teil war dieser Effekt dann auch tatsächlich zu sehen. Eine digitale Spiegelreflexkamera belichtete mit einem 1/600 und im Bild waren Teile schwarz.
Ich hatte jedoch mit meiner digitalen Kompaktkamera auch Blitzaufnahmen gemacht und zwar mit einer sehr kurzen Verschlusszeit von 1/2000. Das Bild war gut belichtet und hatte keine schwarzen Balken.
Die Blitzsynchronisationszeit ist für die Kompaktkamera kein Thema. In der Kompaktkamera ist kein Platz für einen mechanischen Schlitzverschluss. Die Belichtung wird elektronisch gesteuert. Der Sensor wird für die Aufnahme einfach ein- und ausgeschaltet. Ohne die mechanischen Einschränkungen sind so kürzere Belichtungszeiten auch mit Blitz möglich.
Für diese Übung habe ich übrigens mein gut 20-jähriges Blitzgerät Osram AF 281 Studio (Bild) auf meine Ricoh GR Digital gesteckt, was wegen der Grössenverhältnisse (Blitz gross, Kamera klein) ein ziemlich lustiges Bild abgab. Das Gerät arbeitet noch tadellos. Verbunden habe ich Kamera und Blitz einmal auch mit einem Synchronisationskabel. Und ich war erstaunt, wie mir das Off-Kamera-Blitzen auf einmal Spass machte.
Siehe auch:
Wie funktioniert ein Schlitzverschluss? – Digicam-Experts.de
Verschluss – olypedia.de
Schlitzverschluss – Wikipedia
Fotografieren mit Blitz
Blitz ist ein schwacher Ersatz für die Sonne. Ist es dunkel oder Sie möchten in Innenräumen fotografieren, sind Sie jedoch auf das Blitzlicht angewiesen. Gerade über die Weihnachts- und Neujahrstage wird wieder viel fotografiert. Die Resultate sind manchmal entäuschend, weil Blitzfotos oft nicht gelingen.
Problem Blitzlicht
Blitzlicht ist Kunstlicht. Eine Kunst ist auch sein richtiger Einsatz. Folgende Eigenschaften führen zu Problemen beim Fotografieren mit Kompaktkameras und eingebautem Blitz:
- Geringe Leistung. Eingebaute Blitzlichter in Kompaktkameras können nur einen kleinen Raum beleuchten. Die Leistung reicht meist nur für rund zwei Meter Distanz. Sind Sie weiter von Ihrem Objekt entfernt, bleibt es trotz Blitz im Dunkeln.
- Frontales Licht. Blitzlicht kommt von vorne und fällt frontal auf das Objekt. Ein Gesicht wird dadurch platt. Ein Kopf wirft einen harten Schlagschatten an die Wand. Eine solche Lichtführung bringt natürliche Formen zum Verschwinden. Ein Blitzfoto zeigt Ihr Gegenüber, wie Sie es unter natürlichen Bedingungen nie sehen.
- Kaltes Licht. Licht hat eine Farbtemperatur. Blitzlicht entspricht in etwa dem Licht der Mittagssonne. Wärmer ist die Sonne am Morgen und am Abend. Warmes Licht verleiht Fotos eine Stimmung von Nähe und Sinnlichkeit. Diese Stimmung geht oft verloren, wenn geblitzt wird.
Abhilfe
Für die drei oben beschriebenen Probleme gibt es Lösungen:
- Kein Blitz oder externer Blitz. Ist Ihr Objekt ausserhalb der Reichweite des eingebauten Blitzes, können Sie eine Langzeitaufnahme ohne Blitz dafür mit Stativ wagen. Das erfordert zwar Experimente, kann aber sehr stimmungsvolle Bilder ergeben. Oder Sie nehmen ein externes Blitzgerät zu Hilfe, das mehr Kraft und zusätzliche Leistung bietet.
- Indirekt blitzen. Mit eingebauten Blitzlichtern ist das leider auch nicht einfach möglich. Externe Blitzgeräte erlauben es, das Licht an die Decke zu richten, von wo es auf das Ojekt reflektiert wird. Das Licht kommt somit von oben (natürlicher als frontal) und ist weicher. Schlagschatten vermeiden Sie, wenn Ihre Motive etwas von der Wand entfernt sitzen.
- Restlicht mitaufnehmen. Auch im dunklen Zimmer hat es Restlicht vielleicht von einer Kerze oder Lampe. Dieses Licht können Sie stimmungsvoll einfangen. Dazu müssen die Kameraeinstellungen etwas abgeändert werden. Wählen Sie eine Belichtungszeit länger als 1/60. So bleibt der Verschluss länger offen und Umgebungslicht fällt durch die Linse. Experimentieren Sie auch mit noch längeren Zeiten. Es treten dann Verwischungseffekte auf, die vielleicht interessant sind.
Siehe auch:
digitalkamera.de: Weihnachten digital.
Agfanet: Blitzfotografie: Kreativität und Technik pur.
Lesen Sie weiter: Fotografieren mit Blitz – Das Interview