Beiträge mit Schlagwort ‘arbeit’

Beobachtungen auf dem Filmset

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, eine Film-Crew zwei Tage lang zu begleiten – auf dem Recce und am Drehtag. Dabei habe ich viele Beobachtungen gemacht, wie beim Film gearbeitet wird. Hier ein paar meiner Eindrücke:

  • Auf dem Recce arbeitet der Director of Photography mit einer Canon 5D Mark II und macht Aufnahmen, die am Drehtag dann als Referenzbilder für die Kameraeinstellungen dienen.
  • Es wird fast immer nach Elementen gesucht, die unscharf im Vordergrund stehen, um so dem Bild Tiefenwirkung zu verleihen. Wenn sich kein Gegenstand in der Umgebung findet, wird extra etwas vor der Kamera platziert, sogar ein einzelnes Haar kann dienlich sein, um Unschärfe herzuzaubern.
  • Der Kameraassistent misst die Entfernung fürs Scharfstellen mit einem Laser-Distanzmesser (Marke HILTI) oder gar einem Messband. Auf den Autofocus verlässt man sich nicht.
  • Es wird viel mit Filtern gearbeitet – zur Steuerung der Lichtintensität sowie -Farbe. Ob oder wie ein Weissabgleich gemacht wird, konnte ich nicht beobachten.
  • Die Bewegung als Gestaltungselement wird oft auf mehrere Arten gleichzeitig eingesetzt: Kameraschwenke oder -fahrten, Aktion der Hauptperson im Bild, zusätzliche Bewegungen durch Aktionen von Statisten im Vorder- oder Hintergrund.
  • Bänder und Akkus wechseln und frischen Nachschub bereit halten ist auch beim Film eine ständige Sorge.

Dieser Filmdreh war für mich eine lehrreiche Erfahrung und hat Spass gemacht.

Lehrabschluss 1992: Reproduktionsfotograf

In meiner Berufslehre als Reproduktionsfotograf habe ich Aufnahmen gemacht mit einer Kamera, die zwei Räume füllte. Im hellen Raum war der Vorlagenhalter mit zwei hellen Xenon-Lampen zur gleichmässigen Ausleuchtung. Ein Spiegelsystem und Linsen leiteten das Licht durch den Kamerabalg in den dunklen Raum.

Ich selber betrat den dunklen Raum meist durch eine Lichtschleuse. Die Rückwand der Kamera bestand aus einer hochklappbaren Mattscheibe und einer Filmplatte. Ich drehte an Einstellrädern und schob so die Rückwand nach hinten und nach vorn, bis ich auf der Mattscheibe die genaue Abbildungsgrösse und Schärfe eingestellt hatte. Auf der Filmplatte mit Ansauglöchern legte ich Film in Einzelblättern bis zu einem Format von 50×60 Zentimeter auf. Dann schloss ich die Rückwand und drückte den Belichtungsknopf.
Die Belichtung kontrollierte ich mittels eines Graustufenkeils, den ich mitfotografierte und entwickelte.

Wir hatten eine Entwicklungsmaschine, in die ich die Filme schob. Im hellen Raum kamen sie getrocknet heraus. Als Lehrling musste ich die Chemikalien für die Maschine anmischen und die Bäder und die Racks mit den Walzen reinigen.
Und ich entwickelte Filme in der Schale, bei ständiger Schwenkbewegung unter rotem Licht und dem Ticken der Junghans-Uhr. Manchmal gab es im dunklen Raum gar kein Licht, dann wenn ich mit panchromatischem Material arbeiten musste.

Die Erfahrungen aus der Dunkelkammer gehören in meinen persönlichen Lebensrucksack. Wenn ich mich heute mit Fotografie beschäftige, kann ich in vielen Dingen an den früheren Zeiten anknüpfen. Ich sehe das als einen grossen Wert an.

Den Beruf des Reproduktionsfotografen gibt es nicht mehr. Kurz nach meinem Lehrabschluss krempelte der Wandel zur digitalen Bildverarbeitung die Druckindustrie um. Heute macht der Polygraf eine verwandte Arbeit.

Die abgebildete Seite ist aus dem Buch «Papier Satz Reproduktion Druck Ausrüsten», Einführung in das Arbeitsgebiet der grafischen Industrie von Karl Militschka. 1980.

Also doch noch: Gedanken zum Bloggen

Auf Dannie Josts Kommentar will ich jetzt doch noch in einer Form reagieren. Jedoch war da diese Woche auch noch ein anderer Anlass, zu dem ich ein paar Gedanken übers Bloggen ausgedrückt hatte. Ich will mal zusammenfassen:

  • In drei oder mehr Jahren haben viele Blogger für sich wertvolle Erfahrungen mit dem Medium und der Kommunikationsform gemacht.
  • Es ist kein Wunder, dass für einige diese besonderen Kenntnisse zum Inhalt ihres Berufs/Geschäfts wurden.
  • Die Ansprüche ans Bloggen steigen. Gesellschaftlicher Einfluss, alternativer Journalismus – das gelingt nur ganz wenigen und nur mit viel Anstrengung.
  • Blogs mit Fünf-Personen-Zielgruppe wachsen und auch sie sind in ihrem Umfeld von Bedeutung.
  • In der Masse stellen Blogs ein Phänomen dar, das durchaus mit der Erfindung des Buchdrucks verglichen werden kann – das Web erlaubt es jedem zu publizieren, was er will.
  • Die sozialen Kontakte, die durch die Vernetzung entstehen, verändern manchen Freundeskreis. Das hat eine faszinierende Dynamik. Menschen sprechen sehr darauf an.

An Veranstaltungen wie BlogCampSwitzerland schätze ich vor allem, dass ich mich mit Menschen austauschen kann, bei denen das Bloggen Teil ihres Berufs geworden ist (siehe zweiter Punkt oben) – was auch bei mir der Fall ist. Hier liegt mein Interesse. Und hier kann ich auch etwas bewegen.

Filmformat mit Filmempfindlichkeit verglichen

Heute habe ich im nahen Fotogeschäft nach einem «120er-Film» gefragt für meine 6×6-Kamera Franka Solida II (siehe Bild).

Franka Solida II

Die Mitarbeiterin drehte sich zum Gestell mit den Filmen und sagte: «Wir haben nur 125er» und zeigte dazu auf einen Ilford FP4 35 Milimeter-Kleinbildfilm. Sie verglich die Filmempfindlichkeit ISO 125 mit dem Filmformat 120er Rollfilm. Und weil das Äpfel und Birnen sind, fühlte ich mich natürlich nicht verstanden.

Auch die herbeigeholte Hilfe konnte mich schliesslich nicht bedienen. Denn der Laden führe keine 120er-Rollfilme mehr, wie ich zur Kenntniss nehmen musste.

Der Besuch im Fotogeschäft erinnerte mich daran, dass ich selbst als 16-Jähriger eine Berufslehre als Fotofachangestellter (heute Fotofachmann/Fotofachfrau) machen wollte.

Ich werde mir also den Film so bald wie möglich in einem anderen Fotogeschäft holen, denn so exotisch ist mein Wunsch ja doch nicht.

[Update, 6. Januar 2007] Und doch sind 120er-Filme scheinbar exotisch. Meine entwickelten Negative erhielt ich bei Foto Ganz in einem Umschlag für APS-Filme überreicht. Hier wird aufgebraucht, was noch so rumliegt; eigene Umschläge für 120er-Filme gibt es wohl gar keine mehr. Und die Preise für Filmentwicklungen ohne Fotoabzüge steigen auch immer weiter nach oben …
Zudem überlege ich mir ernsthaft die Anschaffung eines Scanners, der auch meine 6×6-Negative digitalisiert.

Getting Things Done – Löcher stopfen

Sobald an der einen oder anderen Stelle im System ein Loch entsteht, verliert die Methode «Getting Things Done» seine Kraft. Doch einen Weg zurück zur «stressfreien Produktivität» gibt es. Er heisst: Löscher stopfen.

Ich muss zugeben: Erst diese Woche, nach der Rückkehr aus meinen Herbstferien, habe ich GTD wieder ernst genommen. Und bin produktiv in den Arbeitsalltag gestartet. Davor hatte ich den Faden meiner Selbstorganisation zeitweise komplett verloren.

Motivation für einen Neustart mit GTD bekam ich aus dem «Productive Talk»-Podcast. Merlin Mann von 43 Folders spricht darin mit «Getting Things Done»-Autor David Allen über die Methode. In den ersten beiden Folgen geht es um die Löcher, die entstehen, sobald dem System keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt wird. Resultat ist, dass die Dinge, die erledigt werden sollten, einem schwer im Kopf liegen, anstatt verlässlich abgelegt sind.

Davids Ratschlag, um wieder Vertrauen ins System und einen freien Kopf zu kriegen, heisst: Die fünf Stufen wieder pflegen.

Anfang dieses Jahres habe ich mich nach GTD organisiert und darüber in meinem Weblog und meinem Wiki geschrieben. Der Zeitschriftenredakteur Gerhard Pfannendörfer hatte mich damals angefragt, ob er meinen Text «Meine Organisation» abdrucken dürfe. Ich sagte zu. Und heute nun erhalte ich meine Belegexemplare der Zeitschrift «Sozialwirtschaft. Zeitschrift für Sozialmanagement». Auch dabei im Heft ist ein Artikel von Stephan List vom ToolBlog.

Das ist wieder einmal ein schönes Zusammentreffen von Ereignissen, nicht wahr?

Selber machen geht einfacher

Es geht leichter, einen guten Text von Anfang an selber zu schreiben, als eine schlechte Vorlage zu überarbeiten.

Für diesen Schluss will ich folgende Gründe nennen:

Als geübter Schreiber habe ich meine ganz eigene Art, wie ich an einen Text herangehe. Noch bevor ich schreibe, beginnt der Text zu entstehen. Ich richte mich schon von Beginn weg nach den Anforderungen:

  • Zielgruppe
  • Länge
  • Wichtigkeit
  • Medium
  • Ton

Bekomme ich einen vorformulierten Text, kann ich meine Überlegungen nicht mehr anstellen, weil der Text schon in eine feste Form gebracht wurde.

Beim Überarbeiten, wenn ich gemachte Sätze anrühren will, plagen mich immer Fragen.

  • Hat der Autor dies mit Absicht so ausgedrückt?
  • Ist es ihm wichtig, diese Wörter zu benutzen?
  • Muss dieser Ton beibehalten werden?
  • Geht ein wesentlicher Gedanke verloren, wenn ich das umformuliere?
  • Verletze ich den Autoren, wenn ich seine Stimme abändere?

Dagegen erheben sich meine fachlich begründeten Einwände.

  • So verstehen das die Leser nicht.
  • Das hier ist eine Wiederholung. Streichen!
  • Dieser Absatz sollte aufgeteilt werden.
  • Dieser Gedanke wird nicht abgeschlossen.

Es stellt sich dann die Frage ob ich mit viel Aufwand stark eingreife, oder mit wenig Aufwand nur kleine Änderungen vornehme. Das Resultate wäre leichter zu erreichen gewesen, hätte ich von Anfang an alles selber gemacht.

Es lohnt sich in jedem Fall, gute Schreiber die Arbeit machen zu lassen. Denn schlechte Texte kosten am Ende mehrfach.

Sechs Projekt-Schritte

Die Darstellung auf Seite 7 dieser Präsentation (PDF) hat mir geholfen, auch ein etwas festgefahrenes Projekt wieder einordnen und auf den Weg bringen zu können.

Eine Information – wie viele andere an der namics «Intranet-Fachtagung» –, die für mich wertvoll war.

40 Tage «Getting Things Done»

Meine Organisation mit «Getting Things Done» musste sich in einem arbeitsreichen Januar im Alltag bewähren. Da meine Sicht auf GTD auf meinen Wiki-Seiten schon auf einiges Interesse gestossen ist, will ich hier weitere Erfahrungen zusammenfassen.

Aus zwei Minuten zehn gemacht

Laut GTD sollten Dinge, die in zwei Minuten erledigt sind, sofort gemacht werden. David Allen räumt jedoch ein, dass die zwei Minuten auch ausgedeht werden dürfen. Ich fand heraus, dass ich in hektischen Zeiten mit vielen aufeinanderfolgenden Arbeiten auch Dinge gleich erledigte, die fünf bis zeh Minuten dauerten. Das funktionierte. Ich habe so eines nach dem anderen abschliessen können. Ich konnte mich oben auf der Welle halten, und als der Sturm vorüber war machte ich mit den Dingen auf meinen Listen weiter.

Je nach Energie die Dinge tun

David Allen rät im Vier-Kriterien-Modell zur Auswahl der zu erledigenden Dinge, sich nach der verfügbaren Energie zu richten. Auch wenn die Formkurve nach unten zeigt, gibt es auf den Listen Arbeiten zum Auswählen. Auch wenn ich den Zug verpasse, ist das nicht verlorene Zeit. Weil GTD nicht «Zeitmanagement» ist. GTD macht es möglich, in jeder Situation eine passende Arbeit zu wählen.

Wichtig im Büro, vernachlässigt zu Hause

Im Büro führe ich die Listen ziemlich regelmässig. Sie sind für meine Arbeit eine wichtige Stütze geworden. Auch das Konzept der «natürlichen Projektplanung» hilft mir, mehr Klarheit in Sitzungen und Abläufe zu bringen.
Für die privaten Angelegenheiten habe ich mich nicht sehr auf GTD gestützt.

Listen am PC, Notizen überall

(Antwort auf leus Kommentar) Tatsächlich führe ich die GTD-Listen in elektronischer Form auf dem Computer. Unterwegs, an Meetings oder am Telefon schreibe ich Notizen auf Papier. Das Material lege ich dann in die Projekt-Mäppchen. Die Listen auf Papier wären mir, glaube ich, in der Handhabung zu wenig flexibel.

Tipps für eine aufgeräumte Inbox

Ob nach Getting Things Done oder dem Grundsatz Keep the inbox empty – Tipps zum Umgang mit E-Mails können helfen, die Produktivität zu verbessern.

In den letzten Tagen stiess ich auf einige Artikel zum Thema:

Der Report von Mark Hurst ist ein Klassiker, den ich schon lange einmal gelesen habe. An den Grundsatz Keep the inbox empty – ideale Anzahl Mails im Posteingang: null – erinnere ich mich oft. Das Ziel habe ich längst verfehlt, auf meinem Mac und so wie so auf Google Mail. Vielleicht kann ich am Arbeitsplatz einen Neuanfang bei Null machen.