Mein Fotojahr 2011

Hier ist er, mein traditioneller Jahresrückblick, gespickt mit Links zurück auf Blogposts, Fotos und Ereignisse aus dem Jahr 2011.

Es war ein abwechslungsreiches Jahr mit ein paar Neuanschaffungen und einem klaren Höhepunkt. Das Thema Landschaftsfotografie dominiert. Ich möchte mit diesem Material weiter arbeiten. Und im kommenden Jahr auch neue Zusammenstellungen ausprobieren.

Im Jahr 2011 habe ich auch weiterhin mit dem iPhone fotografiert. Ich war ein Betatester der App SuperRetro. Ich habe auf Instagram (Profil via ink361.com) und auf EyeEm meine Fotos hochgeladen. Ausserdem dient mir mein Blog auf Tumblr vermehrt als Fotoblog, auf dem ich die Fotos von Flickr poste.

Wie es im 2012 weitergeht? Vielleicht mit einem Vorstoss in den Bereich der Menschenfotografie? Vielleicht noch mehr Grossformat? Vielleicht ein 52-Wochen-Projekt? Vielleicht ein Zine? Eine Ausstellung der Arbeit «Nacht im Quartier»? Ich will mich auf nichts festlegen und es nehmen, wie es kommt. Ich denke, die gute Absicht ist entscheidender als zu fixe Neujahrsvorsätze.

An dieser Stelle wünsche ich den Leserinnen und Lesern ein frohes Neues Jahr. Danke fürs Interesse und bis bald.

Siehe auch:

Der Blick von gestern und das Sehen von heute

Bucher - View my 'Israel-Egypt' set on Flickriver
Des Set «Israel Egypt» auf Flickr.

Die Geschichte dieser Bilder fängt im Sommer 1997 an. Es ist die Zeit, als ich eine Kompaktkamera kaufe, um sie mit auf die Reise nach Israel und Ägypten mitzunehmen. Die Umstände der Reise sind hier unwichtig. Interessant dagegen die Bilder, die ich damals festgehalten habe.

Mein Blick von gestern hat Landschaften, Städte und Menschen festgehalten. Unter diesem fotografische Material hat mein visuelles Sehen heute Bilder gefunden. Was mir dabei auffällt: es besteht eine unauflösliche Verbindung zwischen dem Blick von gestern und dem Blick von heute: das ist mein Leben, mein persönlicher Ausdruck mit visuellen Mitteln.

Neu ausgewählt habe ich vor allem Landschaftsaufnahmen. Und diese fügen sich aus meiner Sicht erstaunlich gut in meinen Fotostream ein, etwa neben die Fotos aus dem Hänsiried von Ende November. Unter dem Material waren auch reportageartige Menschenbilder sowie typische Touristenfotos. Sie bleiben weiter im Verborgenen.

Dies ist eine weitere Erfahrung mit Bildern aus meiner fotografischen Vergangenheit. Die Publikation meiner Albanienfotos war schon so eine. Im Februar 2007, als ich erstmals Negative aus meinem Archiv neu scannte, habe ich vom zweiten Leben der alten Bilder gesprochen: «Neues Licht macht das Material wieder sicht- und formbar.»

Ein weiteres Bild von früher, das ich neu scannte, ist ein Hochzeitsfoto. Es erzählt davon, dass ich in der Vergangenheit auch zum Fotografieren an Hochzeiten engagiert wurde.

Was einer mit sich herum trägt

What's in my bag
Aufs Bild klicken und bei Flickr die Notes lesen.

Die Idee ist schon alt und offenbar auch unter Fotofreunden beliebt. So ein Foto vom Tascheninhalt mag einiges über eine Person verraten. Jedenfalls gibt es bei Japan Camera Hunter in der Reihe In your bag viele Taschen zu sehen und Fotografenporträts zu lesen.

Auf meinem Bild ist zu sehen, was ich in der Regel an einem meiner Foto-Samstagnachmittage mit mir herum trage – hier in der Fujica-G690-Konfiguration. Diese Kamera verstaue ich in einer Innentasche, die dann in die Freitagtasche kommt. Dazu das Stativ. Als weiteres Fotozubehör ist ein Belichtungsmesser, ein Drahtauslöser und eine Wasserwaage (nicht im Bild) dabei. Die zweite Kamera wechselt natürlich immer, auf dem Bild ist stellvertretend für alle anderen Optionen die Yashica T5 zu sehen.

Weiter geht es bei mir nicht ohne meinen Hut (oder Kappe), dem iPhone und den Kopfhörern sowie dem Portemonnaie. Schliesslich habe ich einen Notizblock, meine Lieblingsschreiber und ein Exemplar meines Blattes «20 Kompositionen» im Innenfach der Tasche.

Ich mache hier im Weblog kein Namedropping aller Marken. Auf Flickr in den Notes zum Bild können die Produktbezeichnungen nachgelesen werden.

Einzig Freitag wurde genannt und ich will nochmals sagen, dass mich diese Tasche schon auf den Gotthard, nach Wien und nach Guernsey und überhaupt jeden Tag begleitet hat. Ich brauche keine andere, «richtige» Fototasche.

Strukturen, die in den Himmel ragen

Ein sich wiederholendes Thema in meinen Fotos sind Strukturen, die in den Himmel ragen. Aktuellstes Beispiel ist der Betonturm einer Skisprungschanze. Ich möchte hier einige Gedanken mitteilen, warum mich solche Motive interessieren.

  • Ich bin ein laienhafter Architektur-Freund. Ich kann vielen Bauwerken Schönheit abgewinnen. Klare Formen, schlichte Muster, Oberflächen, die mit ihrem Umfeld spielen. Mir gefällt Beton als Baumaterial, weil darin die Natur noch sichtbar ist. An Stahlkonstruktionen fasziniert mich die Fertigungskunst. Die Spannung zwischen Masse und Fragilität löst bei mir oft Staunen oder Fragen aus.
  • Die Strukturen sind eigentlich immer von Natur umgeben. Bauten verändern das Gesicht von Landschaften. Die Natur lässt sich nie ganz verdrängen und oft stösst sie wieder vor und verändert wiederum die Struktur. Dieses Zusammenspiel erzählt oft eine Geschichte von Lebensräumen und Menschen. Diesen dokumentarisch nachzuspüren unterhaltet mich.
  • Die Strukturen bieten viel Material für interessante grafische Gestaltungen. Linien, Flächen, Muster. Der Bildgestaltung widme ich gerne meine Zeit. Faszinierend ist es, eine Struktur im Bild zu isolieren und dadurch ihre Kraft zu verstärken. Oder auch sie aufzulösen in abstraktes Formenspiel.

In dieses Thema gehen auch Fotos von Brücken und manches, was ich in der Stadt fotografiere. Der Begriff «Contemporary Landscapes» trifft das Thema wohl auch.

Struktur ragt in den Himmel.

Meine Fotos in albanischem Online-Magazin publiziert

Die Fotocommunity «Fotopasion.net» in Albanien hat in der neusten Ausgabe ihres Magazins Fotos von meiner Albanienreise 1994 publiziert.

Das Set «Albanien 1994» auf Flickr.

Dass meine Fotos von damals, nach gut 17 Jahren, in Albanien gezeigt werden, hätte ich mir natürlich niemals vorgestellt. Ich freue mich sehr am Interesse für meine Fotos. Dieses Erlebnis zeigt mir auch, dass die Fotografie für mich nicht einfach ein kurzer Spass ist, sondern in meinem Leben schon viele Jahre eine Rolle gespielt hat. Ich sehe mich auch bestätigt, dass ich schon als junger Mensch die Fotografie als mein Ausdrucksmittel gewählt hatte.

Zu den Fotos habe ich für die Publikation einen Text beigesteuert.

… In retrospective, my photographs fail to break out of the clichés the West had about Albania. They reflect the view of a very young Swiss traveler, somewhat fascinated by the remains of a communist society. The picture of the old bus from my home-town Zurich, now serving in Albania, very strongly spoke about my feelings at that time. …

Zürich-Bus in Albania

Die Artikel im Magazin sind auf Albanisch und Englisch. Scheinbar hat es noch interessante Berichte über die Fotografie aus albanischer Sicht im Magazin, so dass ich gerne noch weiter darin lese.

Der Gig geht zu Ende – Rückblick auf den Guernsey-Urlaub

(Guernsey)

Ganzes Set #LoveGuernsey auf Flickr.

Es hat sich angefühlt wie ein Rockkonzert: Unaufhaltsam fotografieren, alles geben und sich freuen an den Resultaten. Meine Ferien auf Guernsey und die Fotos dazu hinterlassen bei mir ein äusserst gutes Gefühl.

Ein besonderer Moment war das Balkonkonzert in Cobo am 29. August 2011. Deshalb dieses Foto zu diesem Post. Die Strandpromenade in wundervollem Abendlicht, Menschen unterhalten sich zur Musik und gehen ins Pub für einen Drink.

So langsam sind alle Fotos bearbeitet, ausgewählt und auf Flickr geladen (einige wenige sind noch nicht entwickelt). Deshalb kommt jetzt das Gefühl, dass der Gig vorbei geht.

Einige der Fotos werden wahrscheinlich in meinen Projekten einen Platz finden. So wie beispielsweise in meinem Landschaften-Portfolio. Aber was sich daraus noch weiter entwickelt, steht wie immer noch nicht fest.

Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Mit der Fujica G690 BL habe ich mich auf der Reise angefreundet. Die Resultate auf den drei in Guernsey belichteten Schwarzweissfilmen sind die besten, die ich mit dieser Kamera bisher erzielt habe, finde ich. Einige davon übrigens mit Gelbfilter, was sich auszahlte. Als meine Top-Kamera gibt mir die 6×9-Fujica, was ich mir wünschte – und das, obwohl ich an ihr schwer zu tragen habe.

Auch zufrieden bin ich mit der Kombination Vredeborch Stafetta-duo und dem neuen Kodak Portra 160. Alte Blechkamera mit neustem Kodak-Film. Die Qualität – ein Gemisch aus kräftigen Farben und alten Optikeigenschaften – ist für mich ein Sinnbild für die Filmfotografie: so wertvoll gerade durch das Miteinander von Alt und Neu.

Als dritte Kamera-Film-Paarung hatte ich die Lochkamera mit Rollei Redbird-Film dabei. Die roten Bilder gefallen wahrscheinlich nicht vielen. Ich finde sie interessant und es sind spannende Resultate dabei. Für mich ein positives Resultat.

Zuletzt war da die Agfa Silette LK mit einem Kodak ISO400-Film dabei. Damit habe ich einige stimmungsvolle Schnappschüsse eingefangen, wie das Bild oben. Hier hätte ich ruhig noch weiter gehen dürfen.

Einige Fotos habe ich mit Hashtag #LoveGuernsey auch auf Twitter bekannt gemacht (natürlich besonders die iPhone-Fotos via Instagram). Zu meiner Freude wurde ich auch von @VisitGuernsey retweetet :-) .

Landschaftsfotografie, Seascapes und Guernsey

Leistchamm (landscape)

Keine Sicht aufs Meer: Landschaftsfotografie in der Schweiz.

In den letzten Wochen und Monaten hat mich hauptsächlich die Landschaft zum Fotografieren inspiriert. Berge und Wälder habe ich in meiner Nähe. Das Meer hingegen ist für einen Binnenländer wie mich weit weg. Vielleicht deshalb haben mich vermehrt Meeresbilder – Seascapes – angesprochen. In einer Galllery auf Flickr habe ich eine Sammlung von Seascapes zusammengestellt.

Diese Fotos sind meine Inspiration für Guernsey. Die Kanalinsel gilt als Traumdestination für Landschaftsfotografen. Klippen, Strände, Wiesen und das Meer im Wechsel der Gezeiten. Nicht nur die Natur zieht mich ans Meer, sondern die Lust auf ausgedehnte Fotosafaris.

Was ich auch mitnehme, ist eine wesentliche Erkenntnisse zur Landschaftsfotografie:

  • Ein erhöhter Kamerastandpunkt erlaubt es, den Horizont im oberen Drittel zu platzieren. Umso bedeutender wird dann der Vordergrund.

Aufgefallen ist mir das vor allem aus dem Studium der Arbeit der kanadischen Fotografin Jessica Auer. Einige ihrer Fotos erschienen kürzlich auf FlackPhoto (6. August, 13. August, 20. August). Im Interview mit Jessica Auer auf Urbanautica spricht sie darüber, wie sie den Raum in ihren Fotos gestaltet, so dass die Betrachter das Gefühl haben, selbst an Ort und Stelle zu stehen.

Einige Kompositionen habe ich skizziert auf ein Blatt «20 Kompositionen». So vorbereitet mache ich mich also bald auf die Reise.

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Was ist das hier?

Weblog von Stefan Bucher seit 2003. Ich fotografiere leidenschaftlich seit meiner Jugend – in den letzten fünf Jahren wieder meist auf Film. Ich teile gerne meine Erfahrungen und berichte über meine Projekte. Mein Zuhause ist in Zürich, Schweiz.