Archiv vom Mai 2011

Der Weg zur Grossformat-Lochkamera

Woods (Large Format Pinhole)

Hier ist ein Bild aus der selbstgebauten Lochkamera mit 4×5-Inch-Filmhalter.

Damit habe ich erstmals in der dritten der gängigen Formatfamilien fotografiert: neben Kleinbild und Mittelformat jetzt auch im Grossformat. Die Vorbereitungen darauf führten mich über folgende Stationen:

  • Anregung für das Fotografieren im Grossformat durch Eposode 17 des Film Photography Podcasts und Episode 46 von Art of Photography Video-Podcast. Und schliesslich auch noch durch die Marquardt International Pinhole.
  • Kauf eines 4×5-Inch-Filmhalters auf Ebay.
  • Kartonschachtel in der passenden Grösse finden und Löscher ausschneiden: eines, für das Bildfenster, eines, für die «Linse».
  • In ein Stück Aluminium aus einer Getränkedose ein kleines Loch stechen und in die Schachtel in die «Linsen»-Öffnung kleben.
  • Schachtelinnenseite mit schwarzem Papier auskleiden.
  • Samt kaufen und Rückseite überziehen, festkleben mit Teppichklebeband.
  • In einem Handwerksgeschäft nach starken Gummibändern fragen mit der Idee, den Filmhalter später damit an der Kamera zu befestigen. Der Verkäufer hat selber schon Lochkameras gebaut und rät mir eher zu Aluminiumprofilen.
  • Aluminiumprofile kaufen, auf die passende Grösse zusägen und jetzt alles zusammenfügen und mit starkem schwarzen Klebeband befestigen.
  • Feststellen, dass im gelieferten Filmhalter zwei Blatt Film eingelegt sind, eines dabei allerdings gleich voll belichten. Das andere für eine erste Testaufnahme vormerken.
  • Eine Schachtel 4×5-Inch-Schwarzweissfilm und Entwicklungsschalen bestellen bei Ars-Imago.
  • Testbelichtung machen und Film in der abgedunkelten Waschküche in der Schale entwickeln und feststellen, dass ich während der gesamten Entwicklungszeit hätte schaukeln sollen. Das Resultat.
  • Herausfinden, wie ich ein 4×5-Inch-Negativ scannen kann, mit meinem Epson 4490, dessen Durchsichteinheit nur bis Mittelformat abtasten kann. Die Lösung: in zwei Teilen scannen und im Photoshop mit Photomerge zusammensetzen.
  • Filmhalter mit zwei neuen Blatt Film laden und damit in den nahen Wald.
  • Belichten, entwickeln, scannen. Fertig.

Die Kamera ist keine Schönheit.


Die Aluminiumprofile dienen als Einschub für den Filmhalter. Samt kleidet den Rückteil aus und soll Licht schlucken.

Schärfe, Abbildungswinkel, Bildkreis – sieht alles super aus. Und ich habe nichts vermessen oder berechnet. Ich bin zufrieden.

Teilen

Was ist das hier?

Weblog von Stefan Bucher seit 2003. Ich fotografiere leidenschaftlich seit meiner Jugend – in den letzten fünf Jahren wieder meist auf Film. Ich teile gerne meine Erfahrungen und berichte über meine Projekte. Mein Zuhause ist in Zürich, Schweiz.