Archiv vom März 2011
Auch die hippste Digitalkamera macht mich nur bedingt heiss
Als Abonnent des Newsletters von Lumobox.com, einer Galerie von Fujifilm, habe ich von der ersten Schweizer Publikums-Präsentation der neuen Kamera Finepix X100 erfahren. Diese Gelegenheit nutze ich und 4 (!) andere Fuji-Fans, um das begehrte Stück in die Hand zu nehmen.

Man liest viel über die X100 in den Fotografieblogs überall. Denn Fujifilm scheint es besonders auf die frühen Benutzerbewertungen abgesehen zu haben. Die Meinungen scheinen mir jedoch geteilt zu sein.
Für Aufregung sorgte das Video von Mijonju, in dem er wegen des manuell-elektronischen Fokussierens die Nase rümpfte (es geht dabei nicht nur um die Frage, ob die Kamera eine Messsucherkamera sei, was sie definitiv nicht ist). Tatsächlich hat mich dann auch das manuelle Fokussieren interessiert und ich muss sagen, es bleibt ein gemischtes Gefühl zurück. Am Objektivring gibt es keine Distanzangabe, der Scharfeeinstellungsring lässt sich endlos drehen ohne Anschlag und die Schärfenachführung wird elektronisch gesteuert mit einem doch spührbaren Verzug. Im optischen Sucher gibt es keine Fokussierhilfe (kein Mischbild), dazu muss auf den elektronischen Sucher gewechselt werden. Wie praktisch dieses Hinundher in der Praxis dann wirklich ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Alles sehr gewöhnungsbedürftig jedenfalls, denke ich.
Ohne Zweifel eine innovative Kamera, die viel Spass und viele gute Bilder (und Videos) machen wird. Und schön sieht sie aus.
Selbstverständlich erkannte der Verkäufer von Fujifilm rasch, dass ich vermutlich ziemlich genau seinem Bild der Zielgruppe für die X100 entsprach. Jedoch wusste er wohl nichts von meinem Commitment zur Filmfotografie. ;-)
Und ja, ich habe einen Prospekt in die Hand gedrückt bekommen.
Grosse Schau für kleine Abzüge
«Immer grösser», so geht der Trend bei der Technologie und der Präsentation in der Fotografie. Auffallend kleine Originalabzüge sah ich dagegen in der André Kertész-Retrospektive im Fotomuseum Winterthur.
Besonders die frühen Arbeiten aus Ungarn sind in der Grösse von zirka 4,5×6 cm ausgestellt. Die Betrachter müssen nahe ran, nicht jedes Detail ist auf den ersten Blick zu erkennen, es wirken die groben Strukturen des Bildes.
Ein solches Bilderlebnis gefällt mir. Auch schon die Winterthurer Ausstellung und das Buch «What you see» faszinierten mich wegen ihrer kleinen Bildern. Ein schönes Format, nach meinem Geschmack, haben auch alte Kontaktabzüge oder Postkarten.
Weil ich meine Fotos zu stark vergrösserte, war ich von einigen eigenen Versuchen in den letzten Jahren enttäuscht. So etwa in einem Blurb-Buch oder Vergrösserungen für in einen Rahmen.
Jetzt hat mich die Ausstellung dazu angeregt, wirklich kleine Prints zu erstellen. Entsprechend habe ich die Bilder bearbeitet und quadratische Fotos in der Grösse von 4,5×4,5 cm mit weissem Rand für einen 10×15-Abzug zum Fotoservice geschickt. Ich möchte besonders meine Lochkamera-Paarbilder in diesem Format erleben und auch zwei Schneefotos in Farbe aus dem Val Strem in Sedrun aus den Winterferien. Sie sollen dann in einen Rahmen kommen und an einem Platz im Haus an die Wand.
Hier der Beitrag von «Kulturplatz» des Schweizer Fernsehens zur Kertész-Schau:
Und noch etwas: Könnte es sein, dass Kertész im Filmausschnitt von 1982 aus Paris mit einer Fujica G690 fotografiert?