Archiv von 2011

Mein Fotojahr 2011

Hier ist er, mein traditioneller Jahresrückblick, gespickt mit Links zurück auf Blogposts, Fotos und Ereignisse aus dem Jahr 2011.

Es war ein abwechslungsreiches Jahr mit ein paar Neuanschaffungen und einem klaren Höhepunkt. Das Thema Landschaftsfotografie dominiert. Ich möchte mit diesem Material weiter arbeiten. Und im kommenden Jahr auch neue Zusammenstellungen ausprobieren.

Im Jahr 2011 habe ich auch weiterhin mit dem iPhone fotografiert. Ich war ein Betatester der App SuperRetro. Ich habe auf Instagram (Profil via ink361.com) und auf EyeEm meine Fotos hochgeladen. Ausserdem dient mir mein Blog auf Tumblr vermehrt als Fotoblog, auf dem ich die Fotos von Flickr poste.

Wie es im 2012 weitergeht? Vielleicht mit einem Vorstoss in den Bereich der Menschenfotografie? Vielleicht noch mehr Grossformat? Vielleicht ein 52-Wochen-Projekt? Vielleicht ein Zine? Eine Ausstellung der Arbeit «Nacht im Quartier»? Ich will mich auf nichts festlegen und es nehmen, wie es kommt. Ich denke, die gute Absicht ist entscheidender als zu fixe Neujahrsvorsätze.

An dieser Stelle wünsche ich den Leserinnen und Lesern ein frohes Neues Jahr. Danke fürs Interesse und bis bald.

Siehe auch:

Der Blick von gestern und das Sehen von heute

Bucher - View my 'Israel-Egypt' set on Flickriver
Des Set «Israel Egypt» auf Flickr.

Die Geschichte dieser Bilder fängt im Sommer 1997 an. Es ist die Zeit, als ich eine Kompaktkamera kaufe, um sie mit auf die Reise nach Israel und Ägypten mitzunehmen. Die Umstände der Reise sind hier unwichtig. Interessant dagegen die Bilder, die ich damals festgehalten habe.

Mein Blick von gestern hat Landschaften, Städte und Menschen festgehalten. Unter diesem fotografische Material hat mein visuelles Sehen heute Bilder gefunden. Was mir dabei auffällt: es besteht eine unauflösliche Verbindung zwischen dem Blick von gestern und dem Blick von heute: das ist mein Leben, mein persönlicher Ausdruck mit visuellen Mitteln.

Neu ausgewählt habe ich vor allem Landschaftsaufnahmen. Und diese fügen sich aus meiner Sicht erstaunlich gut in meinen Fotostream ein, etwa neben die Fotos aus dem Hänsiried von Ende November. Unter dem Material waren auch reportageartige Menschenbilder sowie typische Touristenfotos. Sie bleiben weiter im Verborgenen.

Dies ist eine weitere Erfahrung mit Bildern aus meiner fotografischen Vergangenheit. Die Publikation meiner Albanienfotos war schon so eine. Im Februar 2007, als ich erstmals Negative aus meinem Archiv neu scannte, habe ich vom zweiten Leben der alten Bilder gesprochen: «Neues Licht macht das Material wieder sicht- und formbar.»

Ein weiteres Bild von früher, das ich neu scannte, ist ein Hochzeitsfoto. Es erzählt davon, dass ich in der Vergangenheit auch zum Fotografieren an Hochzeiten engagiert wurde.

Was einer mit sich herum trägt

What's in my bag
Aufs Bild klicken und bei Flickr die Notes lesen.

Die Idee ist schon alt und offenbar auch unter Fotofreunden beliebt. So ein Foto vom Tascheninhalt mag einiges über eine Person verraten. Jedenfalls gibt es bei Japan Camera Hunter in der Reihe In your bag viele Taschen zu sehen und Fotografenporträts zu lesen.

Auf meinem Bild ist zu sehen, was ich in der Regel an einem meiner Foto-Samstagnachmittage mit mir herum trage – hier in der Fujica-G690-Konfiguration. Diese Kamera verstaue ich in einer Innentasche, die dann in die Freitagtasche kommt. Dazu das Stativ. Als weiteres Fotozubehör ist ein Belichtungsmesser, ein Drahtauslöser und eine Wasserwaage (nicht im Bild) dabei. Die zweite Kamera wechselt natürlich immer, auf dem Bild ist stellvertretend für alle anderen Optionen die Yashica T5 zu sehen.

Weiter geht es bei mir nicht ohne meinen Hut (oder Kappe), dem iPhone und den Kopfhörern sowie dem Portemonnaie. Schliesslich habe ich einen Notizblock, meine Lieblingsschreiber und ein Exemplar meines Blattes «20 Kompositionen» im Innenfach der Tasche.

Ich mache hier im Weblog kein Namedropping aller Marken. Auf Flickr in den Notes zum Bild können die Produktbezeichnungen nachgelesen werden.

Einzig Freitag wurde genannt und ich will nochmals sagen, dass mich diese Tasche schon auf den Gotthard, nach Wien und nach Guernsey und überhaupt jeden Tag begleitet hat. Ich brauche keine andere, «richtige» Fototasche.

Strukturen, die in den Himmel ragen

Ein sich wiederholendes Thema in meinen Fotos sind Strukturen, die in den Himmel ragen. Aktuellstes Beispiel ist der Betonturm einer Skisprungschanze. Ich möchte hier einige Gedanken mitteilen, warum mich solche Motive interessieren.

  • Ich bin ein laienhafter Architektur-Freund. Ich kann vielen Bauwerken Schönheit abgewinnen. Klare Formen, schlichte Muster, Oberflächen, die mit ihrem Umfeld spielen. Mir gefällt Beton als Baumaterial, weil darin die Natur noch sichtbar ist. An Stahlkonstruktionen fasziniert mich die Fertigungskunst. Die Spannung zwischen Masse und Fragilität löst bei mir oft Staunen oder Fragen aus.
  • Die Strukturen sind eigentlich immer von Natur umgeben. Bauten verändern das Gesicht von Landschaften. Die Natur lässt sich nie ganz verdrängen und oft stösst sie wieder vor und verändert wiederum die Struktur. Dieses Zusammenspiel erzählt oft eine Geschichte von Lebensräumen und Menschen. Diesen dokumentarisch nachzuspüren unterhaltet mich.
  • Die Strukturen bieten viel Material für interessante grafische Gestaltungen. Linien, Flächen, Muster. Der Bildgestaltung widme ich gerne meine Zeit. Faszinierend ist es, eine Struktur im Bild zu isolieren und dadurch ihre Kraft zu verstärken. Oder auch sie aufzulösen in abstraktes Formenspiel.

In dieses Thema gehen auch Fotos von Brücken und manches, was ich in der Stadt fotografiere. Der Begriff «Contemporary Landscapes» trifft das Thema wohl auch.

Struktur ragt in den Himmel.

Meine Fotos in albanischem Online-Magazin publiziert

Die Fotocommunity «Fotopasion.net» in Albanien hat in der neusten Ausgabe ihres Magazins Fotos von meiner Albanienreise 1994 publiziert.

Das Set «Albanien 1994» auf Flickr.

Dass meine Fotos von damals, nach gut 17 Jahren, in Albanien gezeigt werden, hätte ich mir natürlich niemals vorgestellt. Ich freue mich sehr am Interesse für meine Fotos. Dieses Erlebnis zeigt mir auch, dass die Fotografie für mich nicht einfach ein kurzer Spass ist, sondern in meinem Leben schon viele Jahre eine Rolle gespielt hat. Ich sehe mich auch bestätigt, dass ich schon als junger Mensch die Fotografie als mein Ausdrucksmittel gewählt hatte.

Zu den Fotos habe ich für die Publikation einen Text beigesteuert.

… In retrospective, my photographs fail to break out of the clichés the West had about Albania. They reflect the view of a very young Swiss traveler, somewhat fascinated by the remains of a communist society. The picture of the old bus from my home-town Zurich, now serving in Albania, very strongly spoke about my feelings at that time. …

Zürich-Bus in Albania

Die Artikel im Magazin sind auf Albanisch und Englisch. Scheinbar hat es noch interessante Berichte über die Fotografie aus albanischer Sicht im Magazin, so dass ich gerne noch weiter darin lese.

Der Gig geht zu Ende – Rückblick auf den Guernsey-Urlaub

(Guernsey)

Ganzes Set #LoveGuernsey auf Flickr.

Es hat sich angefühlt wie ein Rockkonzert: Unaufhaltsam fotografieren, alles geben und sich freuen an den Resultaten. Meine Ferien auf Guernsey und die Fotos dazu hinterlassen bei mir ein äusserst gutes Gefühl.

Ein besonderer Moment war das Balkonkonzert in Cobo am 29. August 2011. Deshalb dieses Foto zu diesem Post. Die Strandpromenade in wundervollem Abendlicht, Menschen unterhalten sich zur Musik und gehen ins Pub für einen Drink.

So langsam sind alle Fotos bearbeitet, ausgewählt und auf Flickr geladen (einige wenige sind noch nicht entwickelt). Deshalb kommt jetzt das Gefühl, dass der Gig vorbei geht.

Einige der Fotos werden wahrscheinlich in meinen Projekten einen Platz finden. So wie beispielsweise in meinem Landschaften-Portfolio. Aber was sich daraus noch weiter entwickelt, steht wie immer noch nicht fest.

Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Mit der Fujica G690 BL habe ich mich auf der Reise angefreundet. Die Resultate auf den drei in Guernsey belichteten Schwarzweissfilmen sind die besten, die ich mit dieser Kamera bisher erzielt habe, finde ich. Einige davon übrigens mit Gelbfilter, was sich auszahlte. Als meine Top-Kamera gibt mir die 6×9-Fujica, was ich mir wünschte – und das, obwohl ich an ihr schwer zu tragen habe.

Auch zufrieden bin ich mit der Kombination Vredeborch Stafetta-duo und dem neuen Kodak Portra 160. Alte Blechkamera mit neustem Kodak-Film. Die Qualität – ein Gemisch aus kräftigen Farben und alten Optikeigenschaften – ist für mich ein Sinnbild für die Filmfotografie: so wertvoll gerade durch das Miteinander von Alt und Neu.

Als dritte Kamera-Film-Paarung hatte ich die Lochkamera mit Rollei Redbird-Film dabei. Die roten Bilder gefallen wahrscheinlich nicht vielen. Ich finde sie interessant und es sind spannende Resultate dabei. Für mich ein positives Resultat.

Zuletzt war da die Agfa Silette LK mit einem Kodak ISO400-Film dabei. Damit habe ich einige stimmungsvolle Schnappschüsse eingefangen, wie das Bild oben. Hier hätte ich ruhig noch weiter gehen dürfen.

Einige Fotos habe ich mit Hashtag #LoveGuernsey auch auf Twitter bekannt gemacht (natürlich besonders die iPhone-Fotos via Instagram). Zu meiner Freude wurde ich auch von @VisitGuernsey retweetet :-) .

Landschaftsfotografie, Seascapes und Guernsey

Leistchamm (landscape)

Keine Sicht aufs Meer: Landschaftsfotografie in der Schweiz.

In den letzten Wochen und Monaten hat mich hauptsächlich die Landschaft zum Fotografieren inspiriert. Berge und Wälder habe ich in meiner Nähe. Das Meer hingegen ist für einen Binnenländer wie mich weit weg. Vielleicht deshalb haben mich vermehrt Meeresbilder – Seascapes – angesprochen. In einer Galllery auf Flickr habe ich eine Sammlung von Seascapes zusammengestellt.

Diese Fotos sind meine Inspiration für Guernsey. Die Kanalinsel gilt als Traumdestination für Landschaftsfotografen. Klippen, Strände, Wiesen und das Meer im Wechsel der Gezeiten. Nicht nur die Natur zieht mich ans Meer, sondern die Lust auf ausgedehnte Fotosafaris.

Was ich auch mitnehme, ist eine wesentliche Erkenntnisse zur Landschaftsfotografie:

  • Ein erhöhter Kamerastandpunkt erlaubt es, den Horizont im oberen Drittel zu platzieren. Umso bedeutender wird dann der Vordergrund.

Aufgefallen ist mir das vor allem aus dem Studium der Arbeit der kanadischen Fotografin Jessica Auer. Einige ihrer Fotos erschienen kürzlich auf FlackPhoto (6. August, 13. August, 20. August). Im Interview mit Jessica Auer auf Urbanautica spricht sie darüber, wie sie den Raum in ihren Fotos gestaltet, so dass die Betrachter das Gefühl haben, selbst an Ort und Stelle zu stehen.

Einige Kompositionen habe ich skizziert auf ein Blatt «20 Kompositionen». So vorbereitet mache ich mich also bald auf die Reise.

Mehr schreiben über meine Foto-Projekte

I don't seem to easily find words that go with my photography

Dieses Bild mit der Aufschrift «I don’t seem to easily find words that go with my photography» entstand einmal als Protest gegen Begleittexte, Projektbeschreibungen oder Ortsangaben zu meinen Fotos. Nach einigen Rückmeldungen zu meinen Buch-Versuchen, dem Onlineportfolio und den Postkarten, wurde für mich deutlich, dass Betrachter Text zu den Bildern erwarten. Offenbar ist es ein Bedürfnis, etwas über das Wo, Wann und Warum zu erfahren, damit ein Kontext entsteht. Das hilft beim Einordnen und Interpretieren und wohl auch dabei, sich besser in die Fotografien hinein zu versetzen.

Eigentlich ist es einfach: Fotografen erzählen Geschichten – mit den Bildern und mit etwas Text dazu.

Dagegen habe ich mich lange gewehrt. Ich hätte keine Geschichte zu erzählen, sagte ich. Dabei übersah ich, dass meine Fotos schon die ganze Zeit Geschichten in sich enthielten.

Und dann erschien kürzlich dieser Imperativ im Reader mit den Fotografie-Blogs: Photographers should write more, schrieb Bryan Formhals in seinem LPV Magazine.

They [photographers] should focus on communicating their ideas and telling their stories. That’s what I want to read from photographers.

In den vergangen Wochen gab es dann auch zwei Gelegenheiten, meine Geschichte zu erzählen: einmal im Feature auf dem EYE’EM-Blog und einmal für eine Publikation einiger meiner Fotos, die Ende Juli erscheinen wird, und über die ich sicher noch berichten werde. Schliesslich überarbeitete ich mein Onlineportfolio und schrieb zu den Serien etwas Text. Über das Projekt «Nacht im Quartier» schrieb ich auch auf Tumblr.

Das Schreiben über meine Fotografie scheint für mich zudem folgende Nutzen zu haben:

  • Ich kann selber meine Projekte/Serien besser fassen und ich erkenne, welche Serien überhaupt funktionieren, welche fertig sind und wo noch Fotos fehlen. Denn eine abgeschlossene Serie muss eine Geschichte haben, die am Ende aufgeht.
  • Die Geschichte hilft auch, unpassende Bilder aus einer Serie zu entfernen oder neue dazu zu nehmen: also beim Editieren der eigenen Arbeit.
  • Eine Geschichte hilft beim Heraustragen der eigenen Arbeit, also so zu sagen beim Marketing, beim Verkaufen.

Ich blogge ja schon lange für das Fotografieren, aber ich schrieb nicht über meine Projekte und Bilder. Das hatte gefehlt. «Not blogging. But writing», unterscheidet auch Bryan Formhals.

Ich denke, da ist bei mir ein Licht aufgegangen. Wie immer bleibt es offen, wie sich das auf dem weiteren Weg entwickeln wird.

Eine Liste mit iPhone-Foto-Apps

Ich wurde nach einer Liste mit Foto-Apps gefragt (von @pips1), die ich auf dem iPhone verwende. Nun bin ich sicher nicht einer, der alle Apps herunter lädt und unaufhörlich in immer neuen Kombinationen damit herum spielt. Deshalb ist meine Liste wohl recht kurz und einige der Apps vielleicht auch veraltet.

Hier meine Liste:

  1. Instagram (immer iTunes-Link). Ja, die meisten Fotos, die ich auf Instagram sharen will, bearbeite ich auch mit Intagram. Es ist wahrscheinlich meine am häuftigsten genutzte Foto-App.
  2. Lo-Mob. Hat ein paar gute Schwarzweiss- und Vintage-Filter und Rahmen, die verschiedene Formate simulieren (Mittelformat, TTV, Polaroid, Peel-Film). Das gute ist, dass der Ausschnitt verändert und die Rahmen auch deaktiviert werden können.
  3. Cross Process. Schöne Farbverschiebungen, entweder soft oder «Extreme». Mit oder ohne Rahmen.
  4. Plastic Bullet Camera. Wendet auf das ausgewählte Foto unendliche Zufallseffekte an mit Light-Leaks, Schwarzweiss, Ausbleichung etc. Sehr verspielt aber sehr stimmungsvoll.
  5. Film Lab. Simuliert zahlreiche Marken wie Kodachrome, Agfa- oder Ilford-Filme sowie alternative Prozesse wie Crossentwicklung, Sepia, Bleichung oder Daguerreotype. Mit zusätzlichen Bildbearbeitungsfunktionen.
  6. Vint B&W. Sehr schöne Schwarzweissumsetzung siehe im Blog hier). Leider lassen sich Fotos nur in der App aufnehmen und nicht von der Camera Roll laden.
  7. Slow Shutter Cam. Macht ganz gute Langzeitaufnahmen, mit Selbstauslöser, damit man das iPhone besser in eine ruhige Position bringen kann, und Belichtungskontrolle.
  8. Pocket Light Meter. Mehr ein Werkzeug für Foto-Enthusiasten: das iPhone als Belichtungsmesser.

Immer die neusten Meldungen über Updates, Aktionen und neue Apps erhalte ich aus den Blogs Life in Lofi und iPhoneography.com, die ich übrigens praktisch nicht auseinander halten kann, wenn über Google Reader konsumiert.

Einen Tipp nicht nur für Schweizer: iPhoneography.ch folgen (auf Tumblr)! Dort wird zu den Bildern immer auch angegeben, welche Apps verwendet wurden.

Rezeptur aus dem Internet – Mit Kaffee Filme entwickeln

Ufenau (Caffenol)

Bild entwickelt in Caffenol-C-M

Dieses Video-Tutorial auf Youtube ist drei Jahre alt und war meine erste Begegnung mit diesem Thema. Seither verbreiten und verfeinern sich Rezepturen und Berichte über «Caffenol»-Entwicklung in Foto-Blogs und -Communities.

Die Faszination liegt im Unglaublichen: Fotofilme lassen sich in einem Gemisch aus Instant-Kaffee, Vitamin C und Soda entwickeln. Alltagsprodukte übernehmen die Aufgabe, die sonst nur Entwickler-Chemikalien aus dem Laborfachgeschäft schaffen. Und scheinbar ist der Kaffee-Mix auch umweltverträglich und billiger.

Vor ein paar Wochen kam ich dazu, selber meinen ersten Film in Caffenol zu entwickeln. Ich wählte dabei das Rezept «Caffenol-C-M» von Reinholds Caffenol-Blog für einen Fomapan 100-Mittelformatfilm belichtet in meiner Stafetta-duo.

Den Beschreibungen für die benötigten Produkte und das Mischen der Substanzen ist problemlos zu folgen. Ich kann dem nichts hinzufügen.

Folgende Beobachtungen finde ich jedoch erwähnenswert:

  • Vitamin C (Ascorbinsäure) in Pulverform ist nicht billig. 50 Gramm kosteten 8.30 CHF. Gut, das dürfte eine Weile reichen.
  • Wie umweltverträglich das Gemisch ist, und es sich bedenkenlos in den Ablauf schütten lässt, ist fraglich. Immerhin ist die Entwicklersubstanz stark basisch.
  • Die übrigen Chemikalien – Stopper und Fixierer – werden von der braunen Caffenol-Suppe stark verschmutzt. Ich habe sie danach zum Entsorgen weggeleert. Wie gut sie noch zu verwenden wären, weiss ich nicht. Ich vermute, dass hier eventuell zusätzliche Kosten entstehen, da diese Chemikalien häufiger ausgewechselt werden müssen. Vielleicht wissen die Foren da draussen auf diese Frage ja eine Antwort.
  • Besondere Sorgfalt ist glaube ich beim Vorwässern des Films geboten, bevor das Caffenol eingefüllt wird. Und dann beim Klopfen, so dass die Luftblasen nach oben steigen können. Mit mehr Übung und noch etwas Recherche nach Tipps können so Flecken sicher vermieden werden.

Wer sich ins Thema vertiefen mag, wird sicher spannende Erfahrungen machen und gute Resultate erzielen. Ich habe Freude an meinen Bildern vom Caffenol-Film.

Caffenol-Zutaten

Bereit für die Caffenol-Entwicklung.

Der Weg zur Grossformat-Lochkamera

Woods (Large Format Pinhole)

Hier ist ein Bild aus der selbstgebauten Lochkamera mit 4×5-Inch-Filmhalter.

Damit habe ich erstmals in der dritten der gängigen Formatfamilien fotografiert: neben Kleinbild und Mittelformat jetzt auch im Grossformat. Die Vorbereitungen darauf führten mich über folgende Stationen:

  • Anregung für das Fotografieren im Grossformat durch Eposode 17 des Film Photography Podcasts und Episode 46 von Art of Photography Video-Podcast. Und schliesslich auch noch durch die Marquardt International Pinhole.
  • Kauf eines 4×5-Inch-Filmhalters auf Ebay.
  • Kartonschachtel in der passenden Grösse finden und Löscher ausschneiden: eines, für das Bildfenster, eines, für die «Linse».
  • In ein Stück Aluminium aus einer Getränkedose ein kleines Loch stechen und in die Schachtel in die «Linsen»-Öffnung kleben.
  • Schachtelinnenseite mit schwarzem Papier auskleiden.
  • Samt kaufen und Rückseite überziehen, festkleben mit Teppichklebeband.
  • In einem Handwerksgeschäft nach starken Gummibändern fragen mit der Idee, den Filmhalter später damit an der Kamera zu befestigen. Der Verkäufer hat selber schon Lochkameras gebaut und rät mir eher zu Aluminiumprofilen.
  • Aluminiumprofile kaufen, auf die passende Grösse zusägen und jetzt alles zusammenfügen und mit starkem schwarzen Klebeband befestigen.
  • Feststellen, dass im gelieferten Filmhalter zwei Blatt Film eingelegt sind, eines dabei allerdings gleich voll belichten. Das andere für eine erste Testaufnahme vormerken.
  • Eine Schachtel 4×5-Inch-Schwarzweissfilm und Entwicklungsschalen bestellen bei Ars-Imago.
  • Testbelichtung machen und Film in der abgedunkelten Waschküche in der Schale entwickeln und feststellen, dass ich während der gesamten Entwicklungszeit hätte schaukeln sollen. Das Resultat.
  • Herausfinden, wie ich ein 4×5-Inch-Negativ scannen kann, mit meinem Epson 4490, dessen Durchsichteinheit nur bis Mittelformat abtasten kann. Die Lösung: in zwei Teilen scannen und im Photoshop mit Photomerge zusammensetzen.
  • Filmhalter mit zwei neuen Blatt Film laden und damit in den nahen Wald.
  • Belichten, entwickeln, scannen. Fertig.

Die Kamera ist keine Schönheit.


Die Aluminiumprofile dienen als Einschub für den Filmhalter. Samt kleidet den Rückteil aus und soll Licht schlucken.

Schärfe, Abbildungswinkel, Bildkreis – sieht alles super aus. Und ich habe nichts vermessen oder berechnet. Ich bin zufrieden.

Lochkamera-Bildpaare

Nicht viele Worte hier. Nur so viel:
Am diesjährigen Welt-Lochkamera-Tag machte ich Fotos mit einer Streichholzschachtel und zwei der Bilder nehme ich in mein Portfolio Lochkamera-Bildpaare auf.

Die übrigen Fotos auf Flickr.

Leider habe ich mein Ziel, mit der selbstgebastelten 4×5-Inch-Lochkamera zu fotografieren, nicht erreicht. Aber das kommt schon noch.

Auch die hippste Digitalkamera macht mich nur bedingt heiss

Als Abonnent des Newsletters von Lumobox.com, einer Galerie von Fujifilm, habe ich von der ersten Schweizer Publikums-Präsentation der neuen Kamera Finepix X100 erfahren. Diese Gelegenheit nutze ich und 4 (!) andere Fuji-Fans, um das begehrte Stück in die Hand zu nehmen.

Fujifilm Finepix X100

Man liest viel über die X100 in den Fotografieblogs überall. Denn Fujifilm scheint es besonders auf die frühen Benutzerbewertungen abgesehen zu haben. Die Meinungen scheinen mir jedoch geteilt zu sein.

Für Aufregung sorgte das Video von Mijonju, in dem er wegen des manuell-elektronischen Fokussierens die Nase rümpfte (es geht dabei nicht nur um die Frage, ob die Kamera eine Messsucherkamera sei, was sie definitiv nicht ist). Tatsächlich hat mich dann auch das manuelle Fokussieren interessiert und ich muss sagen, es bleibt ein gemischtes Gefühl zurück. Am Objektivring gibt es keine Distanzangabe, der Scharfeeinstellungsring lässt sich endlos drehen ohne Anschlag und die Schärfenachführung wird elektronisch gesteuert mit einem doch spührbaren Verzug. Im optischen Sucher gibt es keine Fokussierhilfe (kein Mischbild), dazu muss auf den elektronischen Sucher gewechselt werden. Wie praktisch dieses Hinundher in der Praxis dann wirklich ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Alles sehr gewöhnungsbedürftig jedenfalls, denke ich.

Ohne Zweifel eine innovative Kamera, die viel Spass und viele gute Bilder (und Videos) machen wird. Und schön sieht sie aus.

Selbstverständlich erkannte der Verkäufer von Fujifilm rasch, dass ich vermutlich ziemlich genau seinem Bild der Zielgruppe für die X100 entsprach. Jedoch wusste er wohl nichts von meinem Commitment zur Filmfotografie. ;-)
Und ja, ich habe einen Prospekt in die Hand gedrückt bekommen.

Grosse Schau für kleine Abzüge

«Immer grösser», so geht der Trend bei der Technologie und der Präsentation in der Fotografie. Auffallend kleine Originalabzüge sah ich dagegen in der André Kertész-Retrospektive im Fotomuseum Winterthur.

Besonders die frühen Arbeiten aus Ungarn sind in der Grösse von zirka 4,5×6 cm ausgestellt. Die Betrachter müssen nahe ran, nicht jedes Detail ist auf den ersten Blick zu erkennen, es wirken die groben Strukturen des Bildes.

Ein solches Bilderlebnis gefällt mir. Auch schon die Winterthurer Ausstellung und das Buch «What you see» faszinierten mich wegen ihrer kleinen Bildern. Ein schönes Format, nach meinem Geschmack, haben auch alte Kontaktabzüge oder Postkarten.

Weil ich meine Fotos zu stark vergrösserte, war ich von einigen eigenen Versuchen in den letzten Jahren enttäuscht. So etwa in einem Blurb-Buch oder Vergrösserungen für in einen Rahmen.

Jetzt hat mich die Ausstellung dazu angeregt, wirklich kleine Prints zu erstellen. Entsprechend habe ich die Bilder bearbeitet und quadratische Fotos in der Grösse von 4,5×4,5 cm mit weissem Rand für einen 10×15-Abzug zum Fotoservice geschickt. Ich möchte besonders meine Lochkamera-Paarbilder in diesem Format erleben und auch zwei Schneefotos in Farbe aus dem Val Strem in Sedrun aus den Winterferien. Sie sollen dann in einen Rahmen kommen und an einem Platz im Haus an die Wand.

Hier der Beitrag von «Kulturplatz» des Schweizer Fernsehens zur Kertész-Schau:

Kulturplatz vom 23.02.2011

Und noch etwas: Könnte es sein, dass Kertész im Filmausschnitt von 1982 aus Paris mit einer Fujica G690 fotografiert?

Neue Blog-Adresse: blog.sogesehen.ch

Hier die Notiz, dass ich die Adresse dieses Weblogs umgestellt habe. Sie lautet jetzt blog.sogesehen.ch.
Die alten Links werden umgeleitet.
Dieser Eintrag soll auch ein Test sein, ob alles rund läuft.

Meine Domain stefanbucher.net lasse ich so langsam mal ein bisschen in den Hintergrund treten, vielleicht setze ich sie später für anderes ein oder gebe sie auf.

Neben www.sogesehen.ch und blog.sogesehen.ch möchte ich noch auf bucher.tumblr.com hinweisen. Trotz den technischen Schwierigkeiten ist Tumblr für mich zunehmend attraktiv, weil auch immer mehr Flickr-Kontakte dort ein Blog führen, wie mir scheint.

Kein traditioneller Jahresrückblick – Guter Start ins Jahr 2011

Das Jahr 2010 ging zu Ende mit dem wohl grössten Ereignis ganz zum Schluss. Gross jedenfalls im Bezug auf die Kamera und das Negativformat, um das es geht :-)

Fujica G690 BT

Fujica G690 BT

Die Fujica G690 BT ist eine Mittelformat-Messsucherkamera, die Negative im Format 6×9 cm belichtet. Sie ist mein Weihnachtsgeschenk an mich selber und eine Investition in die Filmfotografie für die kommenden Jahre. Von der Bildqualität her erwarte ich einen markanten Schritt vorwärts im Vergleich zu meinen bisherigen Möglichkeiten. So bin ich jetzt also für das neue Jahr auf der Suche nach neuen Projekten und Experimenten …

Als mich Zoomyboy bei unserem Gespräch im letzten Sommer in Wien fragte, welches meine Wunschkamera wäre, nannte ich die Fujica-Mittelformat-Messsucherkamera, ohne damals selber genaueres über die verschiedenen Modelle zu wissen. Viele Informationen gibt es auf der Seite Fujica G690 series (1968-1978) von Sébastien Lallement zu lesen. Und dort findet man auch die Gebrauchsanleitung für mein Modell.

Die Kamera gehörte vorher Oliver Bartenschlager.

Einen automatischen Jahresrücklick gibt es in der Blog-Jahresübersicht und der Flickr-Jahresübersicht.

Ein gutes Neues Jahr euch allen.