Archiv von 2010
Fotos machen bei Schneegestöber
Zwei Bilder von alten Meistern haben mich dazu gebracht, auch bei düsterem Winterwetter fotografieren zu wollen.
Sorry, die schlechte Fotoqualität, aber ihr versteht wohl schon, was ich meine.
Das Foto links ist von Alfred Stieglitz und zeigt das Flat Iron Building in New York im Jahre 1903. Es liegt Schnee, der Himmel ist bedeckt, vermutlich schneit es. Das Foto rechts ist von Josef Sudek und zeigt ein Tram in Prag im Jahr 1924. Auch hier Schneegestöber.
Oft war ich frustriert, wenn das Wetter nicht zu einem Sonnenspaziergang einlud. Und ich wünschte mir markante Schatten für kontrastreiche Fotos. Nun zeigen mir diese Fotografien, dass auch das Winterwetter seinen Reiz hat. Das Weiss oder das Grau von Schnee und Wolken bilden die Leinwand für die dunklen Linien von Bäumen, Spuren, Häusern oder Menschen. Auf diese Formen und Figuren gilt es zu achten.
Ebenfalls über das Fotografieren im Winter, spricht Brooks Jensen in einer seiner jüngsten Folgen des LensWork-Podcasts: LW0665: Winter Light (MP3).
Passend zum Fotografieren im Schnee auch noch dieses unglaublich faszinierende Video: Michael Kenna’s Hokkaido.
So wünsche ich mir und den Lesern eine fotogene Winterzeit.
Meine Investition in die Filmfotografie
Ich habe hier ja schon geschrieben, dass meine Digitalkamera praktisch nichts mehr taugt. Nun habe ich mir ein paar Überlegungen gemacht und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
Ich investiere nur noch in die filmbasierte Fotografie, und dies mindestens für die nächsten fünf Jahre.
Das hat Gründe und scheint mir aus heutiger Sicht Sinn zu machen.
Anstatt gleich mit der Evaluation einer neuen Digitalkamera fortzufahren, fotografiere ich lieber mit den Geräten weiter, die ich habe. So lange der Markt an gebrauchten Analogkameras so reich und das Filmmaterial noch verfügbar ist, scheint es mir lohnend, mich in diesem Lager gar noch verstärkt zu engagieren. So könnte ich mir durchaus vorstellen, als nächstes den Schritt zu einer Grossformat-Kamera zu machen. Die Ausdrucksmöglichkeiten sind riesig und ich kann mit dem traditionellen Fotomaterial noch lange auf meinem kreativen Weg weiter wachsen. Das Bekenntnis zur filmbasierten Fotografie ist damit Teil meines «Artist’s Statement», meine Überzeugung, mein Markenzeichen.
In fünf Jahren sieht dann alles anders aus und wahrscheinlich ist dann die Zeit, um eine gute digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen.
Zu meiner Kamerasammlung gehört ausserdem mein iPhone. Immerhin habe ich mit einem Fotobüchlein mit iPhoneografie einen ersten Preis gewonnen. Auf mancher Reise wird das iPhone für mich digitale Fotos machen. Fotos, wie sie auf Instagram oder Eye’em zu sehen sind, die Spass machen und ebenso von starkem Ausdruck sein können.
Welches ist meine Lieblingskamera?
Ich habe von meinen Kameras neue Fotos gemacht, damit meine Sammlung sichtbar wird und ich darauf verweisen kann. Im Flickr-Set «Camera Collection» sind sie also alle zu sehen, meine Kameras – auffallend viele sind so genannte «vintage» Kameras, also alte Apparate bis zu 60 oder mehr Jahre alt.
In verschiedenen Blogbeiträgen habe ich früher schon darüber geschrieben, was mir an den alten Kameras gefällt. Jetzt verschaffen die neuen Kamerafotos in der Kollektion einen neuen Überblick. Wenn ich mir die Fotos so anschaue, kommen mir zu manch einer Kamera Anekdoten in den Sinn. Und schliesslich frage ich mich:
Welches ist meine Lieblingskamera?
Ha, so leicht fällt mir die Antwort gar nicht. Wer meine Fotografie schon etwas verfolgt hat, kennt vielleicht meine Vorlieben und kann mittippen.
Als Fotoenthusiast sind für mich eigentlich alle meine Lieblinge – aber wenn ich eine besonders herausheben müsste, dann wäre es die «Reporter» Boxkamera.
Ich habe im Blogbeitrag The $50 Film Camera Project: “Reporter” box camera auf Englisch über sie geschrieben. Ich bewundere die mechanische Einfachheit der aus Blech gebauten Boxkamera, die unverwüstlich scheint. Die Kamerahaltung beim Fotografieren begünstigt konzentriertes Arbeiten gerade weil der Brilliantsucher das Gestalten des Bildes nicht gerade einfach macht. Der Weg des Hebels für den Verschluss ist lang, bis das leise Klick in der Einstellung «M» ausgelöst wird. In der zweiten Einstellung «T» bleibt der Verschluss offen, so lange ich den Hebel runter halte oder am angeschraubten Drahtauslöser drücke. Einziges weiteres Merkmal ist der zuschwenkbare Gelbfilter. Der Rest ist schwarze Box. Und das genügt zum Fotografieren, finde ich.
Ein iPhone-GR Digital-Vergleich
Dies ist kein technischer Vergleich – einfach ein Beobachtung folgender Punkte:
- Meine Ricoh GR Digital zeigt Flecken, die offenbar von im Innern gefangenem Staub herrühren. Das Problem ist bekannt. Die Flecken wechseln die Stellen, bei kleiner Blende kommen sie deutlicher zum Vorschein als bei grosser Blende.
- Weil unberechenbar wird die Kamera wegen des Staubproblems praktisch unbrauchbar. Die Kamera ist vier Jahre alt. Es sieht so aus, als müsste ich an einen Ersatz denken – oder an einen Service.
- Details und In-Camera-Schwarzweissumsetzung sind bei der GR Digital halt schon schön.
- Die App «Vint B&W» auf dem iPhone ist auch sehr gut mit der Schwarzweissumsetzung. Wohl wirklich eine der besten SW-App, wie auch Glyn Evans vom «The iPhoneography Blog» findet.
- So liefert das iPhone derzeit die brauchbareren Bilder als meine richtige Digitalkamera. Erfreulich oder traurig?
Und zu sehen sind meine iPhone-Fotos auch bei EYE’EM, eine spannende Plattform für Mobiltelefonfotografie aus Berlin, übrigens.
Und als nächstes wartet wieder ein Film zum Scannen … :-)
Nick’s Film: Vorrat für Experimente
Derzeit läuft es bei mir so: Ich nehme aus der Schachtel, die Nick Yoon mir überliess (siehe hier), einen Film und mache damit was mir gerade einfällt. Enstanden ist so diese Makroaufnahme mit der Minolta X-700 und 50mm-Objektiv in Umkehrstellung mit dem Reverse-Ring (Foto) montiert auf einem eigentlich für diese Fotografie völlig unpassenden Film (abgelaufener Kodak Gold 200).
Der Vorrat führte zu weiteren Experimenten wie etwa zu diesen Fotos auf Velvia 50 Diafilm im Negativprozess entwickelt (Cross Process). Oder die Verwendung eines Films für Kunstlicht im Freien (Fotos folgen).
Auch die Serie «Nacht im Quartier» und die Schwarzweiss-Fotos aus Wien sind auf (abgelaufenem) Film aus dem Vermächtnis entstanden.
Update: Gerade eben habe ich einen ISO 1600 Farbnegativ-Film in die Golden Half eingelegt. In dieser Kombination ebenfalls Neuland.
Eigentlich wollten alle, die von Nicks Filmgabe profitierten, ihre Fotos auf Flickr mit dem Tag «Nick’s FIlm» versehen. Ich muss das noch nachholen und hoffe auch noch von anderen züriflickrdrinkern mehr Fotos zu sehen.
Dank der immer noch grossen Filmschachtel kommt mein Fotografieren dieses Jahr relativ günstig. So leistete ich mir dafür eine erste Schachtel Impossible Project PX 100 Silver Shade Film.
Ein Büchlein mit iPhone-Fotografie [Update: Erster Preis]
Update, 29. Oktober, 2010: Mit der Werbeaktion war ein Fotobuchwettbewerb verbunden. Wie ich heute erfahren durfte, hat mein Büchlein «iPhoneografie» den ersten Preis gewonnen. Da freue ich mich natürlich sehr darüber und auch über den Reisegutschein, den es als Preis gab.
Es ist selten, dass ich Onlinewerbung überhaupt beachte. Diesmal war es ein Glück, dass ich mich darauf einliess. Der gesponsorte Werbeblogeintag auf fokussiert.com über den Fotobuchservice Book4You hat mein Interesse geweckt und das Angebot auf der Website hat mich angesprochen.
Der Schweizer Anbieter aus Bern bietet eine kleine aber feine Auswahl an Hard- und Softcover-Büchern an. Die Hardcover-Bücher sind in Leinen gebunden. In beiden Ausführungen gibt es ein «schmuckes» quadratisches Format. Zum Zusammenstellen des Buchs wird eine Software angeboten, die genügend Freiheiten lässt und im Vergleich mit der Software von anderen Anbietern stabil läuft und einfach zu bedienen ist.
Zum Test stellte ich mir ein Softcover-Buch mit iPhone-Bildern zusammen. Mit dem Resultat bin ich zufrieden. An zwei, drei Stellen habe ich für randabfallende Bilder nicht das vorgegebene Template benutzt, und so entstand ein weisser Rand. Das ist ein Benutzungsfehler meinerseits, vor dem die Software mich sogar noch gewarnt hatte.
Die Klebebindung wirkt sehr stabil, die Druckqualität tadellos. Sehr sympathisch ist mir dabei, dass das gesamte Buch in der Schweiz gefertigt wird – hier für mich ein klares Qualitätsmerkmal. Was in manchen Fällen vielleicht störend sein könnte, ist der viele Text (Impressum, Copyright, Auftragsnummer), den Book4You auf den hintersten Seiten eindruckt.
Mit Book4You bin ich soweit durchaus zufrieden. Es ist der beste Fotobuchservice, den ich bisher ausprobiert habe. Gerne möchte ich auch einmal ein Hardcover-Buch mit Schwarzweiss-Bildern produzieren. Wie das Resultat dann sein wird, nimmt mich natürlich jetzt schon wunder.
Die Strassen von Wien
Das Thema, um das herum ich fotografierte, waren Strassenzüge und die Darstellung von Gebäuden mit einer perspektivischen Flucht. Es ging mir eigentlich darum, herauszufinden, wie viel von einem Gebäude sichtbar sein muss, um seinen Charakter und den der Stadt zu zeigen.
Gelernt habe ich folgendes:
- Wird einem Haus grosszügig Platz eingeräumt und dominiert es mit seiner Form das Bild, so sind parkierte Autos oder Strasseschilder kaum störend. Passanten können – zum richtigen Zeitpunkt eingefangen – gerade noch ein spannendes Element hinzufügen.
- Eine markante Fassade und eine Flucht entlang eines Strassenzugs zeigen Umgebung und Charakter des Gebäudes.
- Auch wenn architektonische Details nur klein abgebildet sind, haben sie ihre Wirkung im Bild.
- Mit einem 50mm-Objektiv aus genügend Distanz fotografiert eliminiert praktisch die gröbsten Probleme mit stürzenden Linien.
Das Ganze hat mir etwas gebracht, wie ich denke. Es ist ganz sicher ein deutlicher Schritt weg von den früheren flachen Wandfotografien. Und eine Erinnerung daran, den Objekten im Bild genügend Platz zu lassen ohne sie zu eng anzuschneiden.
Als Begleitung zu dieser Übung habe ich auf Flickr in einer Gallery einige Beispielfotos gesammelt. Und besonders die Gruppe The Urban Photographer – Street Scenes hat mich inspiriert.
Eine Begegnung mit diesem Thema hatte ich heute auch an der Ausstellung von Thomas Struth im Zürcher Kunsthaus. Seine «Strassen» und auch seine neueren Architekturarbeiten haben mich sehr angesprochen.
[Update, 08. August 2010] Ich beschäftige mich jetzt noch vertiefter mit Struths Strassen- und Architektur-Fotografie mit dem Buch «Thomas Struth – Stadt- und Straßenbilder. Architektur und öffentlicher Raum in der Fotografie der Gegenwartskunst.» von Annette Emde.
Meine Kamera, die Agfa Silette LK sensor, hat mich nicht enttäuscht. Einzig ein Manipulierfehler führte zu Lichteinfall auf einem Bild. Die Schwarzweissfilme habe ich selbst entwickelt. Die Bilder eines Farbfilms folgen noch. Fotos vom iPhone gab es hier zu sehen.
So bleibt noch zu sagen, dass der Besuch bei Zoomyboy ein besonderes Highlight der Städtereise war und ich viele Orte in Wien wieder einmal besuchen möchte.
Die Agfa Silette LK und Reisevorbereitungen für Wien
Am vergangenen Samstag hatte ich zwei Begegnungen mit der Marke «Agfa», ein wohlbekannter Name in der Fotogeschichte, doch in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, seit im Februar 2008 das Agfa-Hochhaus in München gesprengt wurde (Wikipedia-Artikel).
Aus meiner Beruflehre als Reproduktionsfotograf kannte ich den Sitz der Agfa-Graphics Switzerland AG in Dübendorf. Als ich nach einem Ausflug ins Sagentobel auf einmal vor dem in die Jahr gekommenen Gewerbebau mit dem vertrauten Schriftzug stand, bewegte das mich schon gerade etwas nostalgisch.
Zurück in der Zürcher Innenstadt drehte ich dann noch eine Runde durch den Bürkliplatz-Flohmarkt und begegnete einer anderen Agfa-Vertreterin: Der Kamera SILETTE LK Sensor (Bild oben).
Die Kamera hat den typischen orangen Auslöserknopf, ist voll-manuell und hat einen integrierten Fotozellen-Belichtungsmesser. Der Auslöser arbeitet äusserst leise, das Sucherfenster ist zur linken Kameraseite angebracht, wodurch schon fast Leica-Gefühle aufkommen (Übertreibung).
Ich lasse jetzt meinen ersten Film durch die Kamera. Wenn sie gut tut, dann werde ich diese Kamera mitnehmen auf meine geplante Städtereise nach Wien im Juli.
Die Planung der Fotogelegenheiten und den dazu passenden Kameras und Filmen ist natürlich ein grosser Teil meiner Reisevorbereitungen. Erstmals werde ich mit dem iPhone reisen und darauf meine Notizen nachlesen, via Google Earth meine gespeicherten Sehenswürdigkeiten abrufen, twittern und wohl auch mal ein Foto hochladen.
Ich freue mich also auf Wien und auf viele Fotos. Falls mir jemand noch Tipps mitgeben möchte, was ich mir in Wien unbedingt ansehen sollte, dann freue ich mich auch darüber.
Empfehlung: FilmPhotographyPodcast.com
In der Mai-Folge wünscht sich Michael Raso, dass die Hörer seinen Film Photography Podcast
weiter empfehlen. Und das tue ich hiermit.
Im Podcast unterhalten sich Michael Raso, Duane Polcou und John Fedele über Kameras, Materialien und Prozesse der Analog-Fotografie. Während Michael der Schwärmer ist, liefert Duane viele Erklärungen und John stellt die interessanten Fragen. Alle drei heitern die Runde auf durch ihren Witz, persönliche Anekdoten und Gesangseinlagen. Und nicht fehlen dürfen die eingespielten Soundeffekte – auch wenn manchmal nervig, es macht Spass.
Den drei Film-Freunden zuzuhören erweckt das Gefühl, selbst dabei zu sein und sich über das auszutauschen, was uns einfach Freude bereitet: das Experimentieren mit alten Kameras, Filme selber entwickeln, scannen, auf Flickr oder in Fotogruppen zu diskutieren. Immer wieder gibt es die Arbeit von Meistern oder Tüftlern, neue Websites oder Anbieter zu entdecken.
Gleichzeitig kann der Hörer viel über die USA, seine Landschaften, Slangs und Kulturen lernen. Die drei erwähnen regelmässig das «Soprano Land», das ist New Jersey, wo die drei Podcaster zuhause sind und die TV-Serie The Sopranos spielt.
In jeder Sendung gibt es Verlosungen und Michael ist auch spendabel mit Film-Give-Aways. Überhaupt bewundere ich, die gebende Art von Michael.
Die monatliche Podcastfolge wird jeweils in der eigenen Flickr-Gruppe sehnlichst erwartet. Aus dem Pool werden ab und zu Bilder besprochen. Und schreiben kann man dem Team auf FilmPhotographyPodcast[at]gmail.com.
Das ist also meine Podcast-Empfehlung.
Und zur Bebilderung, hier noch mein Beitrag zum diesjährigen World Pinhole Photography Day vom 25. April 2010 – Lochkamerafotografie, ein Thema übrigens, das glaube ich noch nie im Podcast besprochen wurde:
Schwarzweissfilme an der Wäscheleine trocknen
Es ist schon dunkel in der Strasse. Aus den Kellerfenstern scheint Licht. In der Nummer 17 steht ein Mann in weissem Laborkittel in der Waschküche und schwenkt die Filmentwicklungsdose.
Es hat etwas von einer Vorstadtidylle: Filme entwickeln zuhause war lange schon ein Wunsch von mir. Seit Beginn dieses Jahres habe ich die nötigen Utensilien angeschafft. Vor zwei Wochen entwickelte ich die ersten zwei Filme, und gestern wieder zwei.
Bei den Vorbereitung zum Thema bin ich auf ein paar hilfreiche Web-Ressourcen gestossen:
- FilmDev ist eine Sammlung von Entwicklungs-«Rezepten» – Film-Entwickler-Kombinationen – die jeweils mit Fotos auf Flickr verlinkt sind. Auf meinem Profil bei FilmDev habe ich mein erstes Rezept drauf mit den entsprechenden Fotos.
- The Massive Dev Chart ist eine umfassende Datenbank für die Angabe von Entwicklungszeiten bei verschiedenen Film-Entwickler-Kombinationen. Auch hier wählt man Film und Entwickler, die man zum Entwickeln benutzen möchte. Die Auswahl ist gross, auch manche Exoten werden geführt. Die Angaben dienen als Richtwerte, für exakte Instruktionen konsultiert man wahrscheinlich besser die Angaben der Hersteller der verwendeten Produkte.
Es gibt auch eine iPhone-App, die die gesamte Datenbank enthält und mit Zeitangaben und Signalen durch den ganzen Entwicklungsprozess führt. Ich nutze das iPhone auch ohne diese App als Labortimer.
Das Wissen des Internets ist umso hilfreicher, wenn man über eine Kiste mit vielen verschiedenen Filme verfügen kann, zu denen oft die Schachteln mit den Angaben fehlen. Eine solche Kiste durfte ich diese Woche vom züriflickrdrinks-Buddy Nick Yoon übernehmen.
Im Bild zu sehen ist ein Infrarotfilm. Also ein weiteres Fotoabenteuer, das eines Tages auf mich zu kommt.
Den ersten Schwarzweissfilm aus der Kiste habe ich gestern durch meine Lochkamera gelassen und auch gleich entwickelt.
Fürs Erste habe ich mich für den Entwickler Ilford ID-11 entschieden. Er kommt in Pulverform in zwei Teilen und wird zu einer Stammlösung von einem Liter angesetzt. Bisher stimmen die Resultate und es ist ein gutes Gefühl, den Prozess selber in der Hand zu haben.
Tatsächlich habe ich für die Arbeit mit den Chemikalien meinen alten Fotolaborkittel angezogen ;-)
35mm-Film in 126er-Kamera
Eine kleine Umspularbeit im Wechselsack — ein großes Ereignis für meine Kamerasammlung: ich habe einen 35mm-Kleinbildfilm in der 126er-Film-Kamera CLIK-O MAT belichtet.
Idee und Anleitung habe ich von Jason Muspratts 35mm in 126 (inkl. Youtube-Video) übernommen. Den Lichteinfall auf jedem Foto in der Mitte könnte ich mit besserem Abkleben beim nächsten Mal sicher noch verhindern.
Der CLIK-O MAT ist eine Einfachst-Knippse aus den 70er-Jahren. Lange überlegte ich mir, eine Original-126-Film-Kassette in ihr zu belichten von der offenbar noch einzigen erhältlichen Marke Solaris.
Der Weg mit einer alten 126er-Film-Kassette aus dem Brockenhaus und obiger Anleitung im Web lag mir dann aber näher.
Dass ich mich an dieses Experiment machte, hat auch damit zu tun, dass ich mir einen Wechselsack kaufte. Dieser erlaubt es mir, auch ohne Dunkelkammer mit Film zu manipulieren. Und führt mich auch meinem Ziel näher, meine Schwarzweissfilme selber zu entwickeln. … Schon bald ist das so weit.
Im iPhone-Fotorausch
Man kann vom iPhone halten, was man will. Und lange stieg ich nicht auf die Euphorie ein. Doch das Fotografieren mit einer der vielen Foto-Apps macht wirklich Spass.
Dabei habe ich bis jetzt nur kostenlose Foto-Apps herunter geladen. Meine liebsten zwei sind:
- Polarize macht im Handumdrehen wie Polaroids aussehende Fotos. (App Store Link)
- Format126 enthält ein paar wenige Filter, die die Fotos in wahlweise quadratische Lo-fi-Bilder verwandelt. (App Store Link)
Neue Blogs, die auf meinem Rader aufgetaucht sind mit immer neuen iPhone-Foto-Apps:
Inspiriert zur iPhone-Fotografie hat mich übrigens das Tumble-Blog (u)niqueness von Dominique Jost und auch die iPhone-Fotos von Christian Bobst und John Wilhelm, die an der photo09 zu sehen waren.
Es ist so richtig billige Toycamera-Fotografie, die man mit dem iPhone betreiben kann. Gegenüber dem Arbeiten mit Film ganz einfach mit dem Vorteil, dass man unendlich viele Fotos mit sofortigem Resultat und ohne Kosten fotografieren kann. Ich bin am Wochenende fast ein bisschen in einen Rausch gekommen.


















