Beobachtungen auf dem Filmset

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, eine Film-Crew zwei Tage lang zu begleiten – auf dem Recce und am Drehtag. Dabei habe ich viele Beobachtungen gemacht, wie beim Film gearbeitet wird. Hier ein paar meiner Eindrücke:

  • Auf dem Recce arbeitet der Director of Photography mit einer Canon 5D Mark II und macht Aufnahmen, die am Drehtag dann als Referenzbilder für die Kameraeinstellungen dienen.
  • Es wird fast immer nach Elementen gesucht, die unscharf im Vordergrund stehen, um so dem Bild Tiefenwirkung zu verleihen. Wenn sich kein Gegenstand in der Umgebung findet, wird extra etwas vor der Kamera platziert, sogar ein einzelnes Haar kann dienlich sein, um Unschärfe herzuzaubern.
  • Der Kameraassistent misst die Entfernung fürs Scharfstellen mit einem Laser-Distanzmesser (Marke HILTI) oder gar einem Messband. Auf den Autofocus verlässt man sich nicht.
  • Es wird viel mit Filtern gearbeitet – zur Steuerung der Lichtintensität sowie -Farbe. Ob oder wie ein Weissabgleich gemacht wird, konnte ich nicht beobachten.
  • Die Bewegung als Gestaltungselement wird oft auf mehrere Arten gleichzeitig eingesetzt: Kameraschwenke oder -fahrten, Aktion der Hauptperson im Bild, zusätzliche Bewegungen durch Aktionen von Statisten im Vorder- oder Hintergrund.
  • Bänder und Akkus wechseln und frischen Nachschub bereit halten ist auch beim Film eine ständige Sorge.

Dieser Filmdreh war für mich eine lehrreiche Erfahrung und hat Spass gemacht.

Geschrieben von Stefan Bucher am 15. August 2009 in Fotografie. Tags: , , . 965 Mal angesehen.

Kommentare

  • R. Kneschke sagt:

    Danke fürs Teilen Deiner Erfahrungen. Da sind paar interessante Sachen bei. Vor allem so ein Laser-Distanzmesser könnte für die geringe Tiefenschärfe der Festbrennweiten an den DSLRs bei der Videofunktion ebenfalls hilfreich sein.

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