Archiv vom Januar 2009
Fotopaare: Wenn Einzelbilder Schwächen haben
Mit den Bildern auf meinem letzten Kleinbildfilm war ich lange unzufrieden. Es sah danach aus, als wollte ich von den 36 Aufnahmen nur drei Bilder weiter bearbeiten und auf Flickr stellen.
Es schien mir, als sei ich viel besser auf das quadratische Mittelformat (6×6) eingeschossen. Von zwölf Bildern auf einer 120er-Filmrolle finde ich meist einen höheren Anteil der Bilder passabel.
Mit dem letzen Kleinbildfilm hatte ich zwar vieles versucht und gewagt: Streetphotography, also Menschen auf der Strasse, und das bewusste Einsetzen der Schärfentiefe. Die Bilder kamen aber meist nichtssagend oder auch aus technischen Gründen schwach heraus.
Doch dann stellte ich Fotopaare zusammen:
Und so entstanden neue Bilder, die für mich auf einmal einen Wert hatten.
Aufgefallen sind mir auf Flickr vermehrt Doppelbilder von zwei Negativen auf einem Foto (siehe z. B. Gruppe «duality»). Oft stammen sie aus Halbformatkameras, die zwei um 90 Grad gekippte Bilder auf dem Platz eines Standard-Kleinbildnegativs unterbringen. Manchmal zeigen die Bildpaare eine Abfolge einer Szene, manchmal auch nicht.
So wurde ich wieder einmal von Flickr inspiriert. Und habe dabei etwas Neues aus meiner Fotografie herausgeholt.
Braun-Tonung für klassische Bildwirkung
Dies ist mein erster Versuch mit einem braungetonten Bild.
Das Bild der Peperoni (schweizerisch für Paprika ;-)) entstand unter meinem Dachfenster auf einer alten Holzkommode. Ein wunderbares Setting für Stillleben, fand ich. Und mit dem Resultat in Farbe war ich dann auch zufrieden.
Die einfache Komposition rief bei mir klassische Stillleben in Erinnerung. Auf Weihnachten habe ich ein Buch mit Pflanzenbildern von Karl Blossfeld geschenkt bekommen. Diese klassischen Meisterwerke werden uns heute oft mit Brauntonung präsentiert.
Brooks Jensen zeigt in seinem The New 100 Prints Project durchwegs getonte Schwarzweissfotografien. Die Bilder seines laufenden Projekts beschreibt der Herausgeber des Lenswork Magazins und Podcast jeweils mit einem gesprochenen Kommentar. Und weil ich Brooks Jensen stundenlang zuhören könnte, habe ich mir aus dem Lenswork Podcast-Archiv einige Folgen angehört.
In LW0188: How Brown Is the Perfect Warm Tone? (MP3) geht es um die Brauntonung. Als ich mir das anhörte, dachte ich mir, das Peperonimotiv wäre geeignet für einen Versuch.
Der Effekt gefällt mir in diesem Bild. Doch bleiben für mich einige Unsicherheiten: Ist die Tonung zu stark? Sollte ich auch in anderen Serien damit experimentieren? Was gewinnt das Bild tatsächlich durch die Bearbeitung? Ich befürchte, dass einem vor lauter Brauntonung neutrale Schwarzweissbilder bald langweilig erscheinen. Dann muss es immer mehr sein und man beschäftigt sich nur noch mit der perfekten Tonung statt mit dem Objekt, der Komposition oder der Serie.
Bis auf weitere vereinzelte Versuche, also.
Links:
Karl Blossfeld Archiv
Wikipedia: Tonung



