Archiv vom Oktober 2008
Zwischendurch ein Handyfoto
Ich musste eine Pause einlegen, da mir der Film ausgegangen war. Erst gestern habe ich neuen bestellt, zum ersten Mal im Onlineshop www.ars-imago.ch.
In der Zwischenzeit habe ich viele meiner eigenen Fotos erneut und vertieft angeschaut. So auch an der Preisverleihung des Fotowettbewerbs Kalkbreite mein 2.-platziertes Bild aufgehängt als Abzug in der Ausstellung. Ein paar wenige persönliche Rückmeldungen habe ich dazu bekommen. Auf die hundert oder so Besucher durfte es wirken und den Raum «bespielen».
Ich betrachte meine Fotos auch auf Postkarten und in Flick-Sets. Und im Archiv auf meiner Festplatte und in meinem Web-Portfolio.
Ich entdecke so neue Stärken in alten Bildern oder Qualitäten in Aufnahmen, die ich noch nicht erkannt hatte. Und so bin ich dann auch auf Bilder mit der Handykamera gestossen, die ich es wert fand zu bearbeiten und online zu stellen.
Zwischendurch also einfach mal ein Handyfoto, weil es auch Ausdruck meiner Bilderwelt ist.
Östlicher Ästhetikbegriff: Zu was ich mich hingezogen fühle
Dieses Artikelpaar «Ein schönes Bild» von Andreas Hurni zur Ästhetik ist nicht ohne Wirkung auf mich geblieben.
Besonders der zweite Artikel über Wabi-Sabi hat mich angesprochen. Wabi-Sabi ist ein Begriff aus der japanischen vom Zen-Buddhismus geprägten Kultur des Schönen. Er steht für die östliche Ästhetik in vielen Kunstformen und auch noch in manchen Bereichen des Alltags.
In der Beschreibung von Wabi-Sabi habe ich Eigenschaften wiederentdeckt, die mich in vielen Bildern auf Flickr faszinieren. Vor allem im Werk von japanischen Fotografen (Beispiel Mami Koni (Clarice)) sehe ich Bilder, die genau das sind, was Andreas Hurni als Merkmal von Wabi-Sabi beschreibt:
Wabi-Sabi lädt den Betrachter dazu ein, die Schönheit des Unauffälligen und leicht zu Übersehenden wahrzunehmen. (…) Es ist eine hochentwickelte Kultur des Unperfekten, Unbeständigen und Unvollständigen (…).
Gearbeitet wird mit der Natur, die Materialien sind organisch und die Gegenstände werden nicht verändert.
Der Künstler lässt sich ein auf die Natur und ist nicht belastet mit Gedanken an das fertige Werk.
(…) Die Seele des Künstlers ist gesetzt, ausgeglichen und in einem meditativen Zustand der Ruhe, denn das Werk wird jeden Unruhezustand oder Stress verraten.
Der Artikel spricht mich in vielen Punkten an:
- Das Unperfekte. In einem Kommentar auf Flick las ich einmal «perfection is boring». Auch fasziniert die «Low-Fi»-Fotografie mit Billigkameras und auf Film hauptsächlich durch das Unperfekte.
- Die Natur. Vermehrt fotografiere ich in der Natur oder natürliche Materialien. Ausdruck für den Beginn dieser Entwicklung ist der Blog-Beitrag «Es ist Kahle-Äste-Zeit». Und mit Sicherheit spielt mein Garten eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung mit der Natur.
- Meditation. Meine Samstagnachmittag-Fotospaziergänge sind oft tiefe Erlebnisse der Ruhe. Ich sehne mich danach, stresslos an einem Ort die Dinge auf mich wirken zu lassen und von ihnen Bilder zu machen.
Mir fällt auf, dass ich mich stark zu dieser östlichen Ästhetik (und wohl auch der Philosophie) hingezogen fühle. Und die Werte der westlichen Ästhetik für mich zurzeit mehr in den Hintergrund treten. Andreas Hurni macht es uns einfach, die verschiedenen Anschauungen zu vergleichen mit einer Tabelle von entgegengesetzten Begriffen.
Wabi-Sabi ist diametral entgegengesetzt zu unseren westlichen Vorstellungen, ein Kontrast, der seine Wurzeln in grundlegenden philosophischen Unterschieden hat.
Am auffälligsten finde ich, dass mir früher Symmetrie gefiel und heute Asymmetrie.
Andreas Hurnis Artikel sind fundiert und anschaulich geschrieben. Und sie regen unglaublich an zum Nachdenken über die Wahrnehmung des Schönen.
Links:
Flickr-Gruppe the wabi-sabi aesthetic.
Wikipedia Wabi-Sabi.
Kalkbreite-Fotowettbewerb: Ich bin einer der Gewinner
Mit diesem Bild habe ich teilgenommen am Fotowettbewerb der Genossenschaft Kalkbreite.
Die Jury hat einen ersten Preis und drei zweite Preise vergeben. Und mein Bild gewinnt einen dieser zweiten Preise.
Im Jurybericht heisst es zum Bild «Back Door Kalkbreite»:
Das Bild spricht den Betrachtenden emotional an. Es fängt die besondere Atmosphäre des Areals bei Nacht ein: eine unbestimmte Unheimlichkeit.
Die Gewinnerfotos und 12 weitere Bilder werden am «Tag der offenen Tür» im Restaurant Rosengarten gezeigt. Die Fotoausstellung ist offen am Samstag, 25. Oktober, von 14-24 Uhr sowie am Sonntag, 26. Oktober von 12-16 Uhr.
Am Samstag um 15 Uhr ist die Preisverleihung, bei der ich anwesend sein werde. Da werde ich wohl schon etwas nervös sein. Denn immerhin wird ein Bild öffentlich ausgestellt sein und mein Name wird genannt werden.
Ich freue mich über diese Ehre und bin gespannt auf die Erfahrungen, die ich dadurch machen werde.


