Archiv vom Februar 2008
Prototyp eines Fotobuchs
Heute ist mein Fotobuch angekommen. Ich habe es bei «Qoop» bestellt und aus meinem Flickr-Set «Book 2» erstellt.
Der Print-Service ist komfortabel in Flickr integriert. Das ist praktisch, und deshalb habe ich schon zwei Mini Photobooks von Qoop bestellt. Doch die Qualität mag nicht restlos zu überzeugen. Deshalb ist mein «Book 2» bisher nur ein Prototyp.
Das Buch bereitet mir dennoch Freude, denn ich finde, einiges stimmt: Die Auswahl der Bilder, die Paarungen und die Reihenfolge. Es ist eine sehr persönliche Sammlung meiner wichtigsten Fotos von 2007.
Damit aus dem Prototyp ein qualitativ hochstehendes Fotobuch entsteht, braucht es noch viel Arbeit – und andere Services. Doch aus verschiedenen Gründen war ich noch mit keinem anderen Fotobuch-Anbieter erfolgreich. Entweder fehlt die praktische Flickr-Integration, die Gestaltungssoftware gibt es nicht für den Mac oder sie läuft nicht auf meiner alten OS X-Version. Auch schon eigneten sich die angebotenen Design-Vorlagen nicht für meine quadratischen Bilder.
Was mir gefällt sind Dienste, die es erlauben, selber gestaltete Fotobücher in einem eigenen Web-Shop zum Verkaufen anzubieten, wie zum Beispiel Lulu.com. Und vielleicht schaffe ich es irgendwann dann doch noch, auf diese Weise ein paar Dollars zu verdienen …
Ein Bild aus meiner ersten Kamera
Auf der Rückseite des Fotos steht «Feb 1987». Ich habe es aus einem Album herausgenommen, in dem sonst viele alte Fotos kleben, die ich lieber niemandem zeigen möchte …
Dieses Bild habe ich mit meiner ersten Kamera, einer namenlosen 110er-Film Pocket-Kamera, gemacht. Ich war 15-jährig und habe hier ein altes Haus mit Bushaltestelle davor an meinem Wohnort fotografiert. Zu sehen ist ein alter Billetautomat der Verkehrsbetriebe Zürich (Nostalgie).
Ein oder zwei Jahre später habe ich dann meine erste richtige Kamera gekauft: eine Nikon F-301. Ich habe für sie gespart und in den Schulferien im Schulhaus geputzt, um etwas Geld zu verdienen. Sie war meine bisher einzige Spiegelreflexkamera. Ich habe sie später weggegeben, als ich im Jahr 2002 meine erste Digitalkamera Canon Powershot G1 kaufte.
Claudia vom Schauplatz hat kürzlich mit ihrer ersten Kamera wieder einmal Fotos gemacht. Meine beiden ersten Kameras machen für mich keine Bilder mehr.
Schnee ist nicht weiss
Eine der grundlegenden Fotoregeln lautet: Im Schnee überbelichten, damit das Weiss wirklich weiss wird.
Doch dass Schnee auf Fotos nicht blendend weiss sein muss, zeigt das Titelbild vom «Das Magazin» 06/2008.

Hier wird weisse Schrift auf Schnee gesetzt und sie hebt sich noch gut lesbar vom Untergrund ab. «Der weisse Tod» wird grafisch zum mittleren Grau.
Ich fand das bemerkenswert.
Es ist Kahle-Äste-Zeit
Die Äste von Bäumen ohne Blätter oder trockene Blumen scheinen in den Wintermonaten eine besondere Faszination auf viele Fotografen zu haben. Jedenfalls begegnen mir in einer meiner liebsten Flickr-Gruppe 6×6 magic (oder auch in Lo-Fi Landscapes) in den letzten Wochen viele solche Bilder.
Arme, die sich gegen den Himmel strecken. Dem kalten Wetter trotzen. Und ein paar wärmende Sonnenstrahlen einfangen. Vielleicht als Sinnbild für Menschen, die sich nach dem Frühling sehnen.
Auf einem Spaziergang gestern habe ich diese vertrocknete Blume gesehen. Auf Film habe ich noch mehr solche Aufnahmen, die sind aber noch nicht entwickelt und ich warte darauf, sie scannen zu können.
Ich finde, die verträumte, sehnsüchtige Atmosphäre kommt besonders durch viel Unschärfe zum Ausdruck. Ein wunderbares Motiv für alte Kameras oder Toycameras also.
Blogger zum Thema Fotografie beantworten Fragen
Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von Martin Gommel von Kwerfeldein.de teil. Dabei stellen Fotografie-Blogger ihr Blog vor, so dass alle neue interessante Quellen zum Thema entdecken können. Und da möchte ich gerne mitmachen (als Schweizer bin ich sogar explizit auch eingeladen).
Wie lange schreibst Du schon über Fotografie?
Klickt man in meinem Blog auf den Tag «Fotografie», findet man die ältesten Beiträge von März 2004. Tatsächlich bin ich schon recht lange unter den Bloggern und ich habe über viele Themen geschrieben. Nach einer Blogpause habe ich dann im November 2007 praktisch ausschliesslich mit dem Thema Fotografie wieder zu schreiben angefangen.
Über welche Themen der Fotografie schreibst Du am liebsten?
Ich berichte gerne darüber, was ich gerade fotografisch ausprobiere und welche Erfahrungen ich gesammelt habe. Die Tatsache, dass ich viel mit alten Mittelformatkameras oder auch mal mit der Lochkamera unterwegs bin, gibt wahrscheinlich noch manche Geschichte her. Mich interessiert das Wahrnehmen an Ort und wie Bilder entstehen, die Ausdrucksmöglichkeiten und auch die Fotografie in der Wahrnehmung der Medien und der Kunst. Und ich erinnere mich auch gerne an frühere Erfahrungen mit der Fototechnik, denn das Fotografieren bezeichne ich ja gerne als mein ältestes Hobby.
Wie viele Artikel veröffentlichst Du pro Woche?
Das ist in der Regel ein Artikel, vielleicht auch mal zwei.
Bist Du selbst Hobby- oder Berufsfotograf?
Ich fotografiere zum Hobby. In diesem Jahr nehme ich Teil an einer Foto-Schule, wo ich sicher viel dazu lernen werde. Ich habe mir die Website Sogesehen.ch als persönliches Portfolio eingerichtet.
Welchen Artikel würdest Du als Deinen beliebtesten einschätzen?
Zum Thema Fotografie ist es wahrscheinlich Fotografieren mit Blitz (Dez. 2004).
Welchen deutschen Fotografieblog würdest Du (ausser Deinem eigenen) empfehlen?
Da nenne ich gerne Schauplatz von Claudia Brusdeylins. Sonst sind es bei mir in der Blogroll auch mehrheitlich englischsprachige Fotografie-Blogs.
In Farben schwelgen – mit der Agfa Isoly
«Du schwelgst wieder in Farbe», schreibt Dietmar in einem Kommentar auf Flickr. Meine aktuellsten Bilder stammen vom ersten Film, den ich mit meiner neusten Kameraanschaffung, einer Agfa Isoly III, aufgenommen habe. Sie sind auf Farbfilm in der Zürcher Stadtgärtnerei entstanden.
Ich habe die Agfa Isoly im Zürcher Brockenhaus gefunden und für 14 Franken gekauft. Obwohl ich sehr viel in Schwarzweiss fotografierte, wollte ich die ersten Bilder mit der Isoly auf Farbfilm machen. Wahrscheinlich angeregt durch einige Fotos in der Flickr-Gruppe «Vintage Agfa – 120 format». Und als Motiv boten sich dazu wieder einmal Palmen- und Tropenhaus in der Stadtgärtnerei an.
Die Agfa Isoly macht Fotos im Format 4×4 Zentimeter auf 120er-Rollfilm (16 Aufnahmen pro Film). Sie hat einen grossen, hellen Sucher. Mir scheint das Sucherbild recht genau mit dem effektiven Bild auf dem Film übereinzustimmen. Die Kamera hat eine Doppelbelichtungssperre und vor dem Auslösen muss der Verschluss gespannt werden. Die Entfernungseinstellung muss geschätzt werden, die Skala am Objektiv reicht von 1 Meter bis 10 Meter plus die Unendlicheinstellung. Die Einstellungen sind mir nicht bei allen Aufnahmen gut gelungen. Auf einigen Fotos sieht man ein sehr schönes Bokeh dort wie die Schärfentiefe aufhört. Bei offener Blende (F 3.9) lassen sich mit der Kamera bestimmt sehr schöne Porträts machen.
Die Belichtung habe ich mit einem Handbelichtungsmesser gemessen. Praktisch alle Fotos sind gut belichtet. Ein Bild habe ich mit der «B»-Einstellung gemacht. Ohne Stativ ist es natürlich verwackelt. Ein Drahtauslöser lässt sich in den Auslöseknopf aus Plastik einschrauben.
Auf Flickr habe ich gelesen, dass in viele Isolys Licht eindringt und so Flecken auf dem Film entstehen. Damit hatte ich gar keine Probleme.
Die Resultate mit der Isoly sind besser als ich erwartet hätte. Gegenüber meiner Vredeborch Stafetta-duo empfinde ich die Bilder der Isoly schärfer, sie haben weniger Vignettierung (wohl wegen des kleineren Bildformats), die Belichtung und die Entfernung lassen sich genauer steuern. Die Stafetta-duo ist also wohl mehr «Toy Camera» als die Isoly. Interessant finde ich dazu doch, dass im Internet jemand meint, die Isoly sei Vorbild für die China-Plastik-Kamera «Diana» gewesen.
Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich die Stafetta-duo für Schwarzweiss-Bilder und die Isoly eher für Farbe einsetzen werde. Aber das muss ja keine Regel sein.
Mit den Bildern des ersten Films bin ich jedenfalls zufrieden.
Meine Set «Agfa Isoly III» auf Flickr.
Fotomotive, die verschwinden
Fotogelegenheiten bieten sich meist nur einmal an. Das gilt selbst für unbewegliche Motive wie Bauten oder Einrichtungen im städtischen Raum.
Ein Beispiel für ein Motiv, das sich vielleicht nicht mehr lange anbietet, ist der «Photo-Automat» an der Goldbrunnenstrasse 128 in Zürich-Wiedikon.
Dieser Passfoto-Automat ist der letzte seiner Art in Zürich. Die Betreiberin Schnellphoto AG lässt ihn offenbar vor ihrem Geschäftssitz noch stehen, obwohl alle Apparate im Sommer 2007 hätten «verschrottet» werden sollen, wie es auf dem Aushang mit der Überschrift «Letzte Chance» heisst.
Über die Zürcher Kultobjekte gibt es zur Erinnerung ein Buch und eine Website mit dem Titel «We miss you».
Wer also den Photo-Automaten noch einmal fotografieren möchte (oder für 1 Franken vier Fotos von sich haben möchte), muss die Gelegenheit noch nutzen. Denn man kann nie wissen, wann das Fotomotiv verschwunden ist.
Ein anderes Beispiel ist ein Holzschuppen mit einem alten Polstersessel in der Binz, der nun für immer verschwunden ist. So oft bin ich an ihm vorbei gegangen. Am letzten Wochenende sah ich, dass er abgerissen wurde.
Einmal habe ich mit meinem Mobiltelefon ein Foto gemacht, und das wird nun das beste bleiben.
Ich hatte vor, noch einmal mit einer anderen Kamera vorbeizugehen. Jetzt ist es zu spät.



