Archiv vom November 2007

Zen in der Fotografie: stilles Wahrnehmen

Eine von Zen inspirierte Haltung verändert das Fotografieren. Wenn Stille und unvoreingenommene Wahrnehmung den Moment dominieren, entstehen unerwartet Resultate.

Dass Zen und die Fotografie gut zusammen passen, wird an ein paar Beispielen deutlich, denen ich begegnet bin.

Sehr bedeutend ist für mich das Buch «Vom Glück der Stille» von Peter Steiner (zen-photographs.ch). Ich habe es im Oktober auf den Geburtstag geschenkt bekommen und bin von den Bildern und Texten sehr inspiriert worden. Aus dem Buch habe ich ein Verständnis für Zen und was es mit Fotografie zu tun hat, gewonnen, das ich für mich so zusammenfasse:

  1. Durch Langsamkeit innerlich still werden.
  2. Die Wahrnehmung schärfen.
  3. Ohne den Filter der Gedanken und vorgefasster Meinungen …
  4. … das Richtige tun.

Im Podcast Camera Position 57 nennt Jeff Curto als eines der Bücher für jeden Fotografen «Zen und die Kunst des Bogenschiessens» von Eugen Herrigel. Für Jeff Curto ist der Bericht des Zen-Lehrlings mit Pfeil und Bogen eine Parabel für das Fotografieren. «Nicht der Mensch schiesst. Es schiesst.» ist etwa die Essenz des Buches, was für den Bogenschützen wie für den Fotografen gleichermassen gelten mag.

Zwar nicht von Zen sondern von tibetanischem Buddhismus ist «Miksang» inspiriert. Ein ausführliches Gespräch über «Miksang» führt Ibarionex Perello in seinem Podcast The Candid Frame #35 mit Michael Wood. Auf Miksang.com ist auch ein Video zu sehen. In «Miksang» steht die unvoreingenommene Wahrnehmung im Zentrum. Der Fotograf erzählt, wie er sich von den Bildidealen der Werbung gelöst hatte und anfing, mit der Kamera ganz aus dem Impuls der Eindrücke Farben und Formen einzufangen.

Die Idee der unvoreingenommenen Wahrnehmung im Moment des Fotografierens fasziniert mich. Und ich habe mich gefragt, wie das bei mir ist. Es scheint mir, als kenne ich solche Situationen, in denen ich ohne vorgefasste Bildidee an einem Ort stehe, Motive wahrnehme, und daraus dann unerwartete Bilder entstehen. Zum Beispiel dieses Bild:

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Internet-Briefing: Keine Angst vor dem Kunden

Ich bin am Anlass «User Generated Content» – Keine Angst vor dem Kunden von Internet-Briefing.ch bei der NZZ an der Falkenstrasse. Ich werde jetzt dann – so gut es geht – live bloggen.

Die Themen und Redner

  1. Online-Kommentare – mehr als Leserbriefe 2.0. Peter Hogenkamp, Geschäftsführer Blogwerk
  2. Facts 2.0: Experimente mit News und Lesern. Christoph Lüscher, Geschäftsführer PartnerWinner von TA-Media und Projektleiter von Facts 2.0
  3. Umgang mit Leserkommentaren. Urs Holderegger, Nachrichtenchef NZZ
  4. User Generated Content – Wenn Kunden plötzlich meine Produkte beurteilen. Roland Zeller, Geschäftsführer von travel.ch

Reto Hartinger eröffnet Anlass: Webseiten sind heute einfach zu bauen. Was nicht einfach gebaut werden kann, ist das, was die Benutzer beisteuern.

Los legt Roland Zeller.

Die alte Reisewelt
- Diverse Experten filterten Angebot.

Die neue Reisewelt
- Kunde kann selbst auf diversen Websites Informationen finden und Hotels buchen. Doch stimmen die Bewertungen, die im Internet zu finden sind? (Siehe Bericht im Internet-Briefing Blog.)
Kundenkommentare haben wesentlichen Einfluss auf Kaufentscheidung. (Der Bereich «Reisen» ist auch hoch bewertet in der Untersuchung zum «Vertrauen 2.0» vom GDI.)

Was gibt es schon an Besucher-Reviews im Internet als Partner?
- tripadvisor.com – bestehendes Portal, englischsprachig
- holidaycheck.de – eher Konkurrent als Partner

Eigenentwicklung travel.ch: Eigene Bewertungen, eigener Content, eigenes Notensystem.

Hotelgäste schreiben Kommentare zu ihren Aufenthalten. Oft wird an Details rumgemäkelt.

Über 40% Rücklauf: Hotelbesucher erhalten E-Mail mit Link zum Bewerten. Nur sie können Kommentar schreiben.

Besucherbewertungen beeinflussen die Anzeige der Suchresultate. Die Früheren «Tipps» von den Betreibern wurden damit ersetzt.

Künftig sollen auch Fluggesellschaften und Gruppenreisen bewertet werden können.

Neues Portal ab Frühling 2008: travelfeedback.com mit Maps, Fotos, Bewertungen u.s.w.


Jetzt spricht Peter Hogenkamp über «Leserbriefe 2.0».

Blogwerk ist ein Netzwerk mit 20 Autoren, die fürs Bloggen Geld kriegen. 5. Blog im Werk kommt bald: fraulich.com.

Blogwerk wächst. Es funktioniert, es wird kommentiert: Rund 3 Kommentare auf einen Beitrag im Durchschnitt.

Foren: Seit Anfang des Internets. Alle können schreiben, aber niemand tut’s.
Blogs: Nur einer (oder eine Gruppe) schreibt, alle können kommentieren. Und Kommentare werden genutzt, auch zum Gratulieren zum Geburtstag.

Geringstmögliche Hürde zum Kommentieren. Das Kommentarfeld ist standardisiert und «kulturell» verständlich.

Blogger kommentieren untereinander anders als Nicht-Blogger. Peter erklärt Trackbacks.
Heute lesen immer mehr Leute Blogs, die selber kein Blog haben. Kommentare verändern sich deshalb.

Kommentare sind wichtig für die schnelle Verbreitung von Geschichten im Internet.

Top 6 Kommentarkiller

  1. Registrationszwang
  2. Real-Name-Zwang
  3. Kommentare löschen
  4. Kommentare nicht beantworten. Nicht zwingend jeden. Aber das Gespräch führen.
  5. Korrekturen im Beitrag nicht vornehmen.
  6. Kommentare falsch beantworten: scharf reagieren, sich lustig machen.

Sind Kommentare nun «Leserbriefe 2.0»?
- Nicht alle Themen ziehen Kommentare an.
- Kommentare müssen gefördert werden.
- Viel und viel sinnvolles in den Kommentaren (Kommentare aufgreifen und daraus neuer Eintrag machen)
- Kommentatoren sind mächtig.
- «Schere im Kopf». Beim Bloggen schon an die möglichen Kommentaren denken. Oft auch anstrengend, sich den Kommentaren auszusetzen.

Blogwerk bereitet ein Jahrbuch vor.

Problem der Darstellung von Kommentare: Möglicherweise sind auch zu viele Kommentare ein Kommentarkiller.


Jetzt kommt Urs Holderegger. Es geht um Leserkommentare auf NZZ.ch. Seit Juli 2007 neues NZZ-Online-Portal.

NZZ wollte nicht mehr nur Einweg-Kommunikation. Allerdings: keine Anonymität, also nur mit dem Real-Name kommentieren. NZZ will auch den eigenen Brand schützen. Vermieden werden sollte auch Ping-Pong zwischen einzelnen Kommentatoren.

Redaktion kann in einem Moderationstool im CMS Kommentare ablehnen oder zulassen. Seit 6. Juli 2007 10 000 Kommentare angenommen, 35000 Kommentare abgelehnt. Ablehnung weil keine Substanz oder Verletzend oder viele Schreibfehler. «Im Zweifelsfall restriktiv» – aus Rücksicht auf die Leserschaft.

Alle Redaktoren, je nach Dienst, moderieren Kommentare. Gratwanderung. Absicht, die Meinungsvielfalt in den Kommentare widerzuspiegeln.

Unterschied zum Print (Leserbriefe): Holderegger findet, die klassischen Leserbriefe seien substanzieller, länger und sorgfältiger geschrieben als online. Online dafür anderes Publikum, viele Kommentatoren aus dem Ausland zu internationalen Themen.

Noch keine Zahlen, die eine stärkere Leserbindung belegen würden. Vorteil: Redaktion reagiert auf Leserkommentare zum Teil mit neuen Artikeln. Nachteil: hoher zeitlicher Aufwand für die Redaktion.

Registrierung soll eingeführt werden (siehe Kommentarkiller oben).

Siehe auch:
Reto Hartinger im Binternet-Briefing Blog zu Kommentaren bei NZZ-Online.


Nach der Pause kommt jetzt Christoph Lüscher von Facts 2.0.

«Frühstück 1.0»: Beschränkte Zahl von Zeitungen.
«Frühstück 2.0»: Die gleichen Zeitungen online lesen. Überblick ist nicht mehr leicht zu behalten.

Facts 2.0 will den Überblick vereinfachen. Mischung von News aus Online-Medien, Blogs und eigene Artikel.

«Der Nachrichtenradar». Wie auch in Print: man entdeckt Geschichten.
«Metamedium». Meinung und Hintergrund.

Community und Interaktivität ist zentral. Jede Aktion der Nutzer beeinflusst die Bewertung der Nachrichten (allerdings nicht transparent). Ziel ist eine ernsthafte Diskussion. Deshalb Anmeldung und Bestätigung. Starke Betreuung der Community durch aktive Teilnahme der Administratoren. Endprodukt soll nicht nur für eingeweihte lesbar sein.

61’000 Besucher im November 2007. Offenbar wird Facts 2.0 als Medium genutzt. Knapp 300 Quellen. Ein Eintrag mit 66 Kommentaren mit substanzieller Diskussion. Geschätzt werden die langen Hintergrundberichte.

Funktion, dass jeder einen Artikel schreiben könnte, wird kaum genutzt. Überhaupt werden «Web 2.0»-Anwendung wenig genutzt und sind noch recht unbekannt.

Erkenntnisse:
- Selber Engagement zeigen und an der Cummunity teilnehmen
- Auf Nutzer eingehen, offen und ehrlich sein
- «Ein Bisschen Community» gibt es nicht – es sind Menschen betroffen
- Gleichgewicht zwischen Nutzeraktivitäten und redaktionellen Ansprüchen finden
- Erstaunlich, dass nicht mehr Leute kommen, zum Beispiel von einer Sekte, und ihre Meinung schreiben

«Auf der Suche nach Masse haben die Verlage den Mainstream-Medien alle (Meinungs-)Ecken und (Hintergrund-)Kanten geschliffen.» Der Versuch «Facts 2.0» wurde honoriert, weit über das eigentliche Projekt hinaus.


Die Diskussion kommt nicht vom Thema «Facts 2.0» weg. Christoph Lüscher spricht wichtige Fragen zum Medienmarkt der Zukunft an. Aber das grössere Thema – «Keine Angst vor dem Kunden» – geht irgendwie unter.

Sollten Fotos schmeicheln?

Menschen reagieren empfindlich, wenn es um ihr persönliches Abbild geht. Doch sollte der Fotograf Menschen nur so darstellen, dass diese sich geschmeichelt fühlen?

Einen Fall, aus dem ich diese Problematik herauslese, schildert der Artikel Drüben in Bern im Das Magazin von diesem Wochenende. Der Berner Fotograf Michael von Graffenried fotografierte Menschen in der US-Kleinstadt New Bern. Seine Fotos wurden von den Amerikanern als «wenig schmeichelhaft» empfunden, auf den Fotos würde ein negatives Bild gezeichnet.

Ich selber habe letzte Woche Porträts gemacht, auf die die abgebildeten Personen empfindlich reagierten. Zum Beispiel störte sich jemand an den Knittern auf seinem Hemd – wo ich mich darüber freute, wie das Licht die Struktur des Hemdes so hervor treten liess, und damit ein Merkmal der Person herausstrich.

Diese Fragen dürften mich wohl noch weiter beschäftigen, sollte ich vermehrt Menschen fotografieren: Sollten Fotos schmeicheln? Darf der Fotograf seine Vorstellung einer Abbildung über das Abbild der Person stellen? Kann er gar Böses anstellen mit so harmlosen Mitteln wie Licht und Kamera?

Gemäss Das Magazin setzte sich wenigstens der Bürgermeister von New Bern für die Arbeit von Graffenrieds ein. Der Fotograf, sagte er, sei schliesslich «ein Künstler. Und man kann einem Künstler nicht vorschreiben, was er darstellen soll.»

Bilder entstehen aus dunklen Schatten

Fotografen bringen Schwarz auf weisses Papier. Es sind so also die dunklen Schatten, die ein Bild entstehen lassen, viel eher als das helle Licht.

Zu diesem Gedanken führt Brooks Jensen im LensWork Podcast on Photography and the Creative Process #325 (MP3) hin. Er fordert die Zuhörer auf, umzudenken und einmal nicht so sehr auf das Licht zu achten sondern auf die Schatten, die durch das Führen des Lichts entstehen.

Ich habe sofort an Bilder von Eke (ubiquity_zh), einem meiner Zürcher Flickr-Kontakte, denken müssen. In vielen seiner aktuellen Fotos dominieren tiefschwarze Schatten. Zum Beispiel im Bild Me and my little sister. In den Bildern hat das Dunkle den Platz, den es im gegebenen Licht haben muss. Eine solch konsequente und eindrückliche Umsetzung, wie Eke sie macht, habe ich selten gesehen.

Aus irgendeinem anderen Podcast erinnere ich mich an die Aussage, dass viele Fotoamateure dazu tendierten, ihre Bilder zu wenig dunkel zu machen. Jetzt achte ich auch vermehrt auf die Schatten und das Dunkle, aus denen ich meine Bilder mache.

bicycle

Ich höre mir seit kurzen alle neuen und auch viele frühere Folgen des Lens Work-Podcasts an. Die Beiträge sind sehr anregend und werden von Brooks Jensen sehr sorgfältig und persönlich vorgetragen.

Update: Bein Durchblättern in der Buchhandlung ist mir auch im Buch Unterwegs mit Alberto Venzago, zum 125-Jahr-Jubiläum der VBZ, das viele Dunkel aufgefallen.

Lust auf Objektivwechsel – oder quadratisches Bildformat

Die Lust auf Neues kommt mit dem Fotografieren. Wenn mit der vorhandenen Ausrüstung schon alles ausprobiert wurde, dann ist es Zeit für ein neues Objektiv oder sonst eine Veränderung.

Ich arbeite momentan ausschliesslich mit Kompaktkameras mit fester Brennweite. Ich kann also keine Objektive wechseln, um Abwechslung in meine Bilder zu bringen. Die Ausrüstung setzt Grenzen. Möchte ich diese Grenzen überwinden, muss ich andere Wege zu neuen Ausdrucksformen finden.

Das quadratische Bildformat ist für mich eine solche Veränderung. Im Gestalten im Quadrat habe ich neue Möglichkeiten gefunden – ausgehend natürlich vom 6×6-Filmformat und meiner kompakten Mittelformatkamera Vredeborch Stafett-duo (Bild). Sie bringt eine weitere Veränderung mit sich: den Low-Tech-Stil mit zum Teil viel Unschärfe in den Bildern.

Vredeborch Stafetta duo

Die Fotos aus der Digitalkamera schneide ich in der Bildbearbeitung quadratisch zu, wenn ich dieses Bildformat bevorzuge. Interessant: mir fällt es leichter in einem im Hochformat aufgenommenem Bild ein Quadrat vorauszusehen. Leider hat meine Ricoh GR Digital noch keinen Aufnahmemodus im 1:1-Seitenverhältnis (also Quadrat) so wie es die Ricoh Caplio GX100 und die soeben angekündigte Ricoh GR Digital II hat.

Autodidaktische Fotoklasse: Das erste Treffen

Wer eine Fotoausbildung sucht, aber nicht gleich ins professionelle Geschäft einsteigen will oder kann, für den bietet sich vielleicht eine Gruppe für autodidaktische Fotografinnnen und Fotografen (GAF) als Alternative an.

Von einem Flickr-Kontakt habe ich eine Einladung für eine GAF-Klasse in Zürich erhalten. Morgen Samstag findet ein erstes Treffen statt.

Ich finde das Konzept der selbstorganisierten Foto-Klassen sehr überzeugend. Die Mitglieder einer Klasse wählen und finanzieren eine Lehrperson, die die Gruppe durch eine oder mehrere Sitzungen begleitet. Zusammen werden Lehrplan, Übungen und Dauer der Ausbildung erarbeitet.

Für das erste Treffen wurden folgende Fächervorschläge an die Interessierten verteilt:

  • Kameratechnik (Kleinbild, Mittelformat)
  • Digitale Fotografie
  • Bildbearbeitung
  • Farbmanagement
  • Digital Print
  • Dokumentar-/Reportagefotografie
  • Portraitfotografie
  • Studiofotografie/Still life
  • Inszenierte Fotografie
  • Ästhetik/Bildaufbau
  • Parallelen Malerei/Fotografie

Das ist ein sehr umfangreiches Angebot. Ich möchte noch zwei Themen hinzufügen:

  • Bilder auswählen für Ausstellungs- oder Buchprojekte
  • Arbeiten am eigenen Thema/Stil

Die Klasse dürfte eine riesige Gelegenheit sein, mich weiterzuentwickeln und neue Themen zu erschliessen. Ich bin auch schon sehr gespannt, wer die anderen in der Klasse sind. Es soll den Initianten wichtig sein, keine Technikfreaks, sondern wirklich kreative Leute dabei zu haben, hiess es in der Ankündigung.

Falls ich schliesslich bei der Klasse mitmache, könnte ich mir gut vorstellen, dass ich hier im Blog einiges über die Projekte und Themen berichten werde. Also, ich freue mich auf eine erste Begegnung mit der Foto-Klasse.

Update: Nach dem Treffen habe ich ein Paar Flickr-Kontakte mehr und eine Vorstellung, wie die GAF-Klasse ab Januar 2008 ablaufen könnte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden sich die meisten auf sehr ähnlichem Niveau und möchten vor allem im Bereich Porträt weiter kommen. Als Dozent wurde Roland Iselin verpflichtet. Seine Porträtfotografie gefällt mir sehr und ich möchte gerne von ihm lernen.
Am Treffen waren rund 20 Personen, für die Klasse wären 12 Teilnehmer ideal. Einige müssten also ausscheiden. Auch ich muss meine Teilnahme noch mit dem übrigen Leben abstimmen.

Minimalismus: Grafische Übungen

Auch bei Fotos kann weniger mehr sein. Auf minimalistischen Bildern ist vielleicht eine Hauswand zu sehen und davor ein einziger Gegenstand. Auf Flickr finden sich Fotos von Minimalismus-Anhängern zum Beispiel in der Gruppe MAXIMUM minimalism.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit minimalistischen Bildern gut meinen Blick für die grafischen Grundelemente schulen kann. Fotos komponieren wir aus Flächen, Linien oder Punkten. In minimalistischen Bildern kann ich mich langsam an die Wirkung dieser Elemente heran tatsten: Ein Punkt auf leerer Fläche, eine horizontale oder vertikale Linie oder zwei Flächen, die aneinander stossen. Auch mit der Bildaufteilung lässt sich spielen und Gestaltungsprinzipien wie die Drittel-Regel können bewusst übergangen werden. Und weiter helfen minimalistische Übungen, Sicherheit zu gewinnen bei der Entscheidung, welche Elemente noch mit ins Bild genommen und welche weggelassen werden sollten.

Der minimalistische Blick entwickelt sich indes weiter. Der Blinkwinkel lässt sich variieren ebenso wie Nähe oder Distanz. Farben verblassen oder Dunkelheit dominiert das Bild. So finden sich auf Flickr in der Gruppe chôra zum Beispiel Fotos, die aus meiner Sicht den Minimalismus von der Wand in den Raum weiter tragen. Für mich eine faszinierende Entwicklungsgeschichte, die ich auch in meinen Fotos zu erkennen glaube. Diese Aufnahme ist ein aktuelles Beispiel dafür:

hole

Album-Cover von Fotoenthusiasten

Stell dir vor, du bist Hobbyfotograf und du schiesst das Album-Cover deiner Lieblingsband. Oder einer CD deines Lieblingslabels.

Auf Flickr habe ich zu einem meiner Fotos einen Kommentar erhalten, mit der Einladung das Bild der Gruppe ECM Record Cover Photographs hinzuzufügen. Fotografen legen dort Bilder ab, die sich ihrer Meinung nach als Cover eines Albums vom Label ECM eignen würden.

curtain

Und tatsächlich könnte ich mir dieses Foto auf einer CD vorstellen. Auf ECM-Covers sind meist Fotos mit einfachen klaren Formen und Naturelementen oder abstrakten Grafiken zu finden. Zum Ausdruck kommt ein Gefühl von Besonnenheit und Solidität. Auch in meiner CD-Sammlung habe ich einige ECM-Scheiben.

Die Idee, Fotos mit passender Musik zu verbinden, kann der Kreativität neue Impulse geben. Ich könnte mir vorstellen, in der Stimmung eines musikalischen Werks auf den Fotorundgang zu gehen, oder Kombinationen im Nachhinein zu suchen.

Ich weiss nicht, ob Plattenfirmen aktiv auf Fotoplattformen nach Arbeiten von Fotoenthusiasten suchen, oder ob Fans zum Einsenden von möglichen Cover-Fotos eingeladen wurden. Für Album-Covers liesse sich bestimmt einiger User Generated Content finden.

Bucher bastelt wieder – und bekommt neue Lust aufs Bloggen

Nach dem Update auf WordPress 2.3.1 habe ich mich wieder einmal ans Basteln gemacht. Ich habe ein neues Theme gesucht und angepasst und die neue wordpress-eigene Tagging-Funktion eingebaut.

Bei Scott habe ich das Theme Simplr gefunden. Es zeigt Blogeinträge einspaltig. Zusatzinformationen und Navigation sind unten angehängt, eigentlich ein riesengrosser Footer. Ich habe das Theme – wie ich es schon immer gemacht habe – eingedeutscht und dabei praktisch den ganzen Code angeschaut. So habe ich die Möglichkeiten dieses Templates kennen gelernt. Und ich habe da und dort etwas umgebaut. Beispielsweise habe ich mit Hilfe des Plugins Sociable Links auf Social Bookmarking Sites eingebaut.

Die wordpress-eigenen Tags habe ich auch eingebaut – der Import der Tags von UltimateTagWarrior verlief reibungslos. Mir ist klar, dass die WordPress-Tags noch weniger können.

Wichtig beim neuen Theme schien mir, dass dem über vierjährigen Archiv Rechnung getragen wird. Das ist nun gegeben: Auf der Startseite ist das Archiv komplett angezeigt und es gibt eine Archiv-Seite.

Mit meinem neu ausgerüsteten Blog und nach dem Update/Ausfall von Tumblr.com, meiner Ausweich-Blogplattform, habe ich eigentlich wieder Lust, hier weiter zu bloggen. Thematisch könnte ich wohl die Rubrik «Fotografie» etwas weiterführen.

Jedenfalls bastelt Bucher wieder – und so hat doch eigentlich alles einmal angefangen.

Fotohandschuhe gegen Fingerabdrücke bei Fotopick

Weiche weisse Stoffhandschuhe helfen, Fingerabdrücke auf Fotos und Filmnegativen zu vermeiden. Solche Handschuhe gibt es jetzt im Katalog von Fotopick zu bestellen.

Fotohandschuhe von im Fotopick-Katalog

Mich erinnern die Handschuhe an Zeiten im Fotolabor. Als Minilab-Operator im 1-Stunden-Foto-Service habe ich solche Handschuhe getragen, um die Kundennegative nicht zu beschädigen.

Und auch kürzlich, als ich Schwarzweiss-Negative für den Scanner vorbereitete, dachte ich, ich sollte besser Handschuhe tragen.

Ich werde mir also die «Posterhandschuhe» bei Fotopick bestellen. Was ziemlich unsexy und altmodisch aussieht hat durchaus seinen Wert, wenn man sorgfälltig mit seinen Fotos umgehen will.

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Was ist das hier?

Weblog von Stefan Bucher seit 2003. Ich fotografiere leidenschaftlich seit meiner Jugend – in den letzten fünf Jahren wieder meist auf Film. Ich teile gerne meine Erfahrungen und berichte über meine Projekte. Mein Zuhause ist in Zürich, Schweiz.