Das Quartettkartenspiel und Diskussion zu Corporate Blogs

Am BlogCampSwitzerland 2.0 von gestern habe ich eine Session mit dem Titel «Das Quartettkartenspiel – So präsentierte ich Corporate Blogs am Web 2.0-Forum» gehalten. Wahrscheinlich war die starke Konkurrenz der Session «Politik 2.0» von Sarah Genner zur gleichen Zeit der Grund, weshalb ich nicht so viele Zuhörer hatte.

Das Quartettkartenspiel

Ich habe erzählt, wie ich anhand einer Quartettspielkarte das Web 2.0 und speziell Corporate Blogs verständlich machen wollte.

Wir alle haben wohl Erinnerungen an die Quartettspiele. Was für Corporate Blogs gilt, kann an der Quartettkarte abgelesen werden. So konnte ich die folgenden Themen erläutern (Slides 2–13):

  • Wissen greifbar machen
  • Engagierte Zielgruppe
  • Wissen beisteuern und teilen, User Generated Content
  • Community, Social Network
  • Produktekenntnisse erweitern
  • Weiterempfehlen, Mundpropaganda
  • Individueller Nutzen, Gemeinschaft und Unterhaltung

Eindruck nach dem «Web 2.0 Forum»

Zu meiner Beurteilung gehört zunächst die Feststellung von Staphanie Booth über die Zweischichtigkeit des Bloggings (Slide 16). Blogs als «Tool» sind zwar inzwischen weit herum bekannt. Für die IT-Abteilungen stellen sie keine Herausforderung mehr dar. Doch die kulturellen Besonderheiten müssen viele erst noch kennen lernen.

Am Forum wurde dann tatsächlich auch gefragt, wo «Web 2.0» auf der Gartner-Hype-Kurve stehe. Die Meinung war: bereits am Abnehmen (Slide 17). Der Eindruck bleibt also, dass der Hype vorbei ist, ohne dass bei den Unternehmen angekommen wäre, worum es geht.

Wie es scheint, werden Unternehmen wenig Willen zeigen, Blogs von sich aus zu starten um den Kundendialog zu verbessern. Das Gespräch innerhalb und ausserhalb der Unternehmen wird jedoch weiter zunehmen (siehe Cluetrain Manifest). Bis die Unternehmen sich schliesslich unter Druck dem «unvermeidlichen» Dialog stellen müssen (Slide 18).

Wo steht Corporate Blogging?

Am BlogCamp wollte ich dann zur Diskussion stellen, wo Blogger denn nun Corporate Blogs sehen. Meine Fragen: «Würdest du den Dialog mit einem Unternehmen via Corporate Blog begrüssen?» und «Welches wird das nächste grosse Schweizer Corporate Blog?» In der kleinen Gruppe kamen dazu einige interessante Meinungen. Ich danke hier nochmals allen für Mitdiskutieren (und bloggen).

Hier meine Slides:

Nach dem BlogCamp war ich müde, schliesslich stand ich in zwei Sessions – eine zusammen mit Leila Summa zu internen Blogs bei cablecom – vorne. In Roman Hanharts Video ist das auch zu sehen …

Free Burma!

In diesen Tagen, an denen uns Meldungen aus dem Land mit dem unbarmherzigen Militärregime erschüttern, denke ich an den jungen Mann aus Burma, der bei mir in einer Deutsch-Klasse für Flüchtlinge in der Schweiz war. Der Asyl Suchende beeindruckte durch seine modische Kleidung und sein attraktives Aussehen. Der Mann, nennen wir ihn Ali, war Muslime. Sein Vater sei ein einflussreicher spiritueller Lehrer, berichtete der Mann. Wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer religiösen Minderheit wurde die Familie bedrängt, so dass Ali das Land verlassen musste.
In seiner Heimat hatte Ali als Journalist gearbeitet. Sich in der Schweiz ein neues Leben vorzustellen, fiel ihm schwer. Oft wirkte er in der Klasse sehr zurückgezogen, fast abwesend.

Ich weiss nicht, ob er als Flüchtling in der Schweiz anerkannt wurde. Ich kenne seinen weiteren Weg nicht. Wenn in den Nachrichten von den Menschen Burmas berichtet wird, denke ich an Ali.

Ein Beitrag zum Aktionstag «Free Burma» – Blogger auf der ganzen Welt schreiben am 4. Oktober 2007 einen Text für Burma.