Archiv vom Februar 2007

Fotoreportage aus der Schafmilchkäserei

Wer Erfahrungen sammeln will, muss sich Aufgaben stellen. Ein eigenes kleines Fotoprojekt schafft die Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Und das Resultat sind – wenn’s gut kommt – wertvolle Bilder im eigenen Foto-Potfolio.

Ich hatte schon einige Zeit Lust auf eine spezielle fotografische Herausforderung. Ich wollte mich im Reportage-Stil üben. Ich stellt mir vor, wie ich die Arbeit eines Menschen dokumentiere und so auch die Person porträtiere. Ich wollte mich dabei ganz auf meine Digitalkamera Ricoh GR Digital verlassen können und die Bilder in Schwarzweiss aufnehmen.

Mit meiner Vorstellung einer Fotoreportage im Kopf musste ich jetzt eine passende Gelegenheit finden. Nachdem ich vor ein paar Wochen über den Schafmilchkäse mit Auszeichnung geschrieben hatte, dachte ich, ich möchte gerne den Käser bei seiner Arbeit fotografieren. Also fragte ich per E-Mail Herrn Koster an. Und er antwortete und war für Fotoaufnahmen bereit.

Käsewanne
Kleine Bilderauswahl in einem Set auf Flickr.

An Ort und Stelle konnte ich also bei der Käseproduktion dabei sein. Herr Koster erklärte mir die wesentlichen Arbeitsschritte. Dann wandte er sich aber seiner Arbeit zu und liess sich durch mich nicht stören. So konnte ich ihn ständig begleiten und von allen Situationen Fotos machen. Das Ergebnis sind Bilder mit Handlung, die ich in einen Ablauf von der Bergwiese bis zum lieferbereiten «Schafchäsli» brachte.

Die ganze Bildergeschichte: Käseproduktion der Schafmilchkäserei F. + F. Koster, Faltigberg.

Für mich hat sich in dieser Übung gezeigt, wie vielseitig sich das Objektiv meiner Ricoh GR Digital mit fester Brennweite (28mm, ohne Zoom) einsetzen lässt. Durch Variation von Nähe und Entfernung, Hoch- oder Querformat, verschiedene Winkel und Perspektiven sehen die Bilder nicht alle gleich aus. Ich fühle mich äusserst wohl mit dieser Optik. Für mich wird einmal mehr klar: Bildgestaltung ist wichtiger als Zoom.

Das Erlebnis ist aus einem weiteren Grund interessant: Ich als Konsument habe Kontakt mit einem Produzenten aufgenommen. Aus meiner Sicht ist das eine Fortsetzung des Bloggens. Und es ist Ausdruck einer neuen Beziehung zwischen Konsumenten und Produzenten, wie sie so oft als Merkmal unserer Zeit, unter dem Einfluss des sozialen Webs, beschreiben wird. Und wenn Produzenten so einladend sind wie die Faltigberger Schafmilchkäserei F. + F. Koster, dann haben alle etwas davon: Der Konsument seine Fotos und der Produzent sein Name im Web und Links auf seine Website.

Im rechten Licht

Sonnige Tage in Zürich. Schon öfter ist es mir passiert, dass ich ein Gebäude oder einen Platz im schönen Morgenlicht gesehen habe, weil ich aber im Tram sass nicht fotografieren konnte. Als ich mir am Nachmittag die Zeit zum Aussteigen nahm, war die Lichtsituation komplett anders und das Objekt lag im Schatten.

Besonders unbefriedigendes Licht treffe ich immer zur Mittagszeit an. Dann ist das Licht hart. Weil die Sonne hoch am Himmel steht, zeigen Schatten nach unten. Viel weicher ist das Licht am frühen Morgen und am Abend. Dann fallen die Sonnenstrahlen im flachen Winkel auf die Mauern und geben den Oberflächen mehr Zeichnung.

Auch Landschaften gewinnen an Ausdruck und Kraft im Morgen- oder Abendlicht. Zur Mittagszeit ist der Himmel oft zu grell und gar nicht schön blau. Wiesen und Wälder wirken im Seitenlicht satt und saftig.

Um also einmal im rechten Licht zu fotografieren, stehe ich morgen besonders früh auf.

Foto 2.0: Neues Leben für alte Schwarzweiss-Bilder

Das Silber hat nicht an Wert verloren. Viele Jahre haben die Filmstreifen mit dem geschwärzten Edelmetall kein Bild mehr abgeben dürfen. Fotoabzüge, wenn es denn einmal welche gegeben hat, sind längst verloren oder in einer Schuhschachtel untergegangen. Ihr erstes Leben ist längst vergangen.

In einem zweiten Leben können die alten Bilder jetzt wieder wirken. Neues Licht aus dem Scanner macht das Material wieder sicht- und formbar. Im Web finden die Fotos ein Publikum. Alte Geschichten werden weitererzählt.

Ich bin daran, viele meiner alten Schwarzweiss-Negative durchzuschauen. Nach und nach scanne ich die Bilder ein und publiziere sie auf Flickr unter dem Schlagwort «scanned» – wie ich gerade Lust dazu habe.

So sind Bilder aus lange vergangenen Zeiten zum Vorschein gekommen. Ein paar Beispiele von «historischer Bedeutung» sind:

Und es werden noch weitere folgen. Denn ich möchte noch einige Bilder in die neue Art der Bildbearbeitung und des Bilderteilens hinüberführen. Das ist Foto 2.0.

Schafmilchkäse mit Auszeichnung

Ich habe es beim Nachtessen schon oft gesagt: Dieses «Schafchäsli» hat eine Auszeichnung verdient. Und tatsächlich.

«Schafchäsli» aus der Migros

Seit ein paar Wochen klebt auf dem «Schafchäsli» in den Zürcher Migros-Filialen ein Aufkleber mit der Aufschrift «Silberner Preis 2006 · DLG-prämiert ».

Die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft (DLG) zeichnet in einem «internationalen Qualitätswettbewerb» jedes Jahr Milchprodukte aus. Unter den Preisträgern sind gleich vier Schafkäsesorten des «Schafchäsli»-Herstellers vertreten.

Das «Schafchäsli» wird von der Faltigberger Schafmilchkäserei F. + F. Koster produziert. Der Betrieb liegt im Zürcher Berggebiet oberhalb von Wald (ZH). Das «Schafchäsli» ist ein Weissschimmel-Weichkäse aus 100 Prozent Schafmilch.

Ich bin ein absoluter Liebhaber dieses Schafmilchkäses. Und ich habe mich gefreut, dass wahr wurde, was ich dem Käse schon lange gewünscht hatte.

Die Informationen über den Silberaufkleber auf dem «Schafchäsli» habe ich per E-Mail von der Migros-M-Infoline erhalten. Zunächst musste meine Anfrage zwar als «Beanstandung» weitergeleitet werden, wie mir mitgeteilt wurde. Am Schluss gab mir der «Sachbearbeiter Kundenforum» wiklich ganz freundlich Antwort.