Archiv vom Januar 2007

Ist der Begriff «Blog» negativ besetzt?

In einem Gespräch fand ich heraus, dass ein Kollege mit dem Begriff «Blog» negative Erfahrungen verbindet. Die meisten meiner Versuche, Blogs zu erklären, vermochten an dieser Einstellung nichts zu ändern. Nur einige wenige Argumente – dies gestand er ein – waren für ihn annehmbar und brachten ihn zum Nachdenken. Es waren die Argumente, die von seinen praktischen Bedürfnissen ausgingen.

Stimmt es, dass der Begriff «Blog» bei vielen Leuten negative Reaktionen auslöst?

Seit vielen Jahren werden in den Medien Blogs häufig als belanglose Tagebücher, als das Werk von asozialen Pyjama-Publizisten oder als Mittel zu Gewaltaufrufen dargestellt. Dieses Bild wird durch immer neue Beispiele genährt. Niveauloses findet sich leicht.

Oder die Frustration wächst, wenn ein Suchmaschinenresultat auf ein Blog verweist, auf dem ein Schreiber aber nur verkehrtes und blödes über ein Thema schreibt. Das ist verlorene Zeit und die Suche muss von vorn beginnen.

Mit welchen Argumenten lassen sich die Nutzen von Blogs verständlich machen?

Ansetzen lässt sich bei den praktischen Bedürfnissen.

  • Es ist eine Tatsache, dass die Leute sich mitteilen wollen: Eine Person stellt ihr Hobby vor, eine Firma ihre Angebote, ein Team seine Ergebnisse. Sie alle suchen nach einem Weg, um ihre Inhalte einfach zu publizieren.
  • Ein Blog ist ein Werkzeug um einfach Webseiten zu erstellen. Auf diesen Seiten lassen sich auch Word-Dokumente und Präsentationen ablegen oder Bilder und Filme zeigen.
  • So ist ein Blog ein leicht zugänglicher Ort um diese Informationen schliesslich abzurufen, wenn sie gebraucht werden.

Was es über Blogs zu sagen gibt, endet hier natürlich noch lange nicht. Aber vielleicht können diese Argumente einmal ein Fundament legen, auf dem man sich einig ist, dass es ums Schreiben und Lesen im Web geht.

Siehe auch:

WeblogFAQ – Was ist ein Weblog?

Ricoh-Occasion

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Kontakte pflegen: Auf XING und am BlogCamp

Seit diesem Wochenende bin ich auf der Plattform für Geschäfts- und Privatkontakte XING (vormals «OpenBC») vertreten.

Mein Profil, nur für XING-Mitglieder einsehbar (Link zum Mitglied werden).

Anlass für den Schritt, bei XING mitzumachen, war für mich die Seite für das BlogCampSwitzerland, auf der viele Teilnehmer auf ihr XING-Profil verlinken.

Das BlogCampSwitzerland findet am 24. März 2007 an der ETH Zürich statt. Ich werde auch dabei sein. Denn trotz wenig Aktivität auf diesen Seiten, hat das Bloggen für mich wieder an Bedeutung zugenommen (geschäftlich).

Die beiden Dinge – XING und BlogCamp – sind auf jeden Fall gute Gelegenheiten um Kontakte zu pflegen. Und wie kurz die Verbindungen sind zu Personen, die einem vielleicht einmal weiterhelfen können, das zeigt XING sehr schön.

Und übrigens: Das Moblog habe ich auch wegen BlogCamp wieder aktiviert.

Titel-Anzeige in WordPress ändern

Bei jedem WordPress-Update mache ich folgende Änderung, weil mir die standardmässigen Trennzeichen im Seitentitel nicht gefallen.

  1. wp-includes/template-functions-general.php (general-template.php ab Version 2.1) in einem Editor öffnen.
  2. Variable $sep suchen (in der aktuellen Version auf Zeile 139).
  3. Wert '»' ändern in '-'.
  4. Auf Zeile 202 die Reihenfolge umstellen von $title = $prefix . $title; auf $title = $title . $prefix;.

Zudem habe ich in meinem Theme im File header.php das Title-Element wie folgt abgeändert:

<title><?php wp_title(); ?> <?php bloginfo('description'); ?> - <?php bloginfo('name'); ?></title>

Jetzt habe ich das für mich einmal aufgeschrieben und vielleicht hilft es ja auch noch anderen.

«Blogosphäre Schweiz» im Digitalk: Mein Hörerwunsch

Lieber Peter Hogenkamp. Ich war es, der dich als Gast für den «Digitalk» vorgeschlagen hat.

Im heutigen «Digitalk», dem Podcast des «Tages-Anzeigers», ist Peter Hogenkamp Gast bei Roger Zedi und Matthias Schüssler und spricht über die «Blogosphäre Schweiz».

Ganz zum Schluss erwähnt Roger Zedi, dass ein Zuhörer ihn als Gast vorgeschlagen hatte. Und Peter Hogenkamp meint darauf, diesem Hörer möchte er gerne eine Flasche Wein schicken … ;-)

Ich hatte in einer E-Mail vor rund zwei Monaten Peter Hogenkamp als guten Redner und «Netz-Persönlichkeit» den «Digitalk»-Machern schmackhaft gemacht. Peter jetzt in einem Podcast zu hören, das hat mich gefreut.

Im «Digitalk» spricht Peter Hogenkamp über die Schweizer Blogger, darüber, wie durch Blogs eben doch interessante Dinge zu einem durch kommen, wie ihn Kommentare persönlich treffen, wie Blogs ganz anders sind als klassischen Websites, und über seine Firma «Blogwerk» .

Bauchgepinsel auf Flickr

Von manchen Leuten würde man schöne Fotos auf Flickr einfach erwarten. Etwa von Stefan Bucher, dem Grafikdesigner aus Kalifornien mit deutschen Wurzeln. So kommt es, dass Leute ihm Komplimente machen für Fotos, die sie auf Flickr gesehen haben von einem gewissen bucher – Stefan Bucher, wie auf der Profil-Seite geschrieben steht.

Und Stefan Bucher (der mit stefanbucher.com) ist dann so nett und reicht die Komplimente weiter an Stefan Bucher (den mit stefanbucher.net).

Die E-Mail von meinem Namensvetter hat mich natürlich sehr gefreut. Die Filmchen auf seiner Website gaben mir dann auch die Gelegenheit, Stefan Bucher etwas näher kennen zu lernen.
Der sieht mir ja sogar noch ähnlich :-)

Stefan G. Bucher

In Wahrheit hat der Grafikdesigner auf Flickr gar keine Fotos.

Und noch eine Geschichte mit Stefan Bucher und Flickr:

BUCHER von Claudia Stucki

Dieses Foto mit dem Titel «Just for you Stefan» von Claudia Stucki freute mich natürlich auch sehr. Danke!

So fühle ich mich gebauchpinselt.
Und andere tun es wohl mit einer Gruppe ganz für sich alleine.

Schweizer Mundarten und deutsche Standardsprache

Zum Verhältnis der Schweizer Mundarten und dem Hochdeutschen macht so mancher seine Beobachtungen und immer wieder tauchen Fragen auf. Der Beitrag «Deutsch: ja – aber welches?» von Peter Rütsche legt die Deutschschweizer Sprachsituation wissenschaftlich dar und blickt auf aktuelle sprachpolitische Herausforderungen.

Für mich die interessantesten Auszüge:

LinguistInnen bezeichnen Deutsch als «plurizentrische» Sprache, das heisst eine Sprache mit mehreren «nationalen Zentren» (Deutschland, Österreich, Schweiz). Entsprechend stehen «(bundes)deutsches », österreichisches und schweizerisches Hochdeutsch als gleichwertige Varietäten nebeneinander.

Auf empirischer Basis hat jüngst Joachim Scharloth nachgewiesen, «dass es in der Deutschschweiz in standardsprachlichen Fragen eine tiefe Kluft zwischen den kollektiven Vorstellungen von Richtigkeit und Vorbildlichkeit und den kodifizierten Sprachnormen gibt.Während die Kodizes schweizerische und deutschländische Varianten häufig als gleichberechtigt aufführen, empfinden viele Sprecherinnen und Sprecher diese Varianten als «schlechtes» oder gar als fehlerhaftes Standarddeutsch.»

Deutschschweizer können nicht mehr oder weniger Standard sprechen, sie müssen «switchen». Ein solcher diglossiebedingter «Entweder-oder-Zwang» wirkt sich immer zuungunsten der «fremderen»,unvertrauteren Sprachform (also der Hochsprache) aus und verstärkt die Wertschätzung der Mundart.

Helvetismen sind teilweise in den anderen deutschen Sprachgebieten unbekannt, teilweise nur nicht gebräuchlich (aber verständlich).

Immer wieder betont wurde – und wird – die Rolle, die das Schweizer Schulsystem bei der Verfestigung der negativen Einstellungen gegenüber dem Hochdeutschen spielt.Offenbar gelingt es ihm nicht, die Vorbehalte gegenüber der Standardsprache abzubauen (oder gar eine positive Einstellung zu fördern).

Angesichts des Domänengewinns der Mundart geht zudem gern vergessen,dass die Mediengesellschaft von heute auch hochdeutschfördernde Wirkungen zeitigt.

Der Artikel ist im Semestermagazin «Semikolon» der Schule für Angewandte Linguistik (SAL), Zürich, erschienen. Die «höhere Fachschule für Sprachberufe» hatte im November 2006 eine Tagung unter dem Titel «Füdliblutt oder spliternackt?» veranstaltet.
Auch an dieser Tagung sprach der Schweizer Schriftsteller Hugo Loetscher. In seinem Referat «Unser klassisches Deutsch» betrachtet er die Beziehung von Dialekt und Hochdeutsch aus literarischer Sicht.

(An der SAL habe ich mein Journalismusdiplom gemacht.)