Archiv vom Dezember 2006
Filmformat mit Filmempfindlichkeit verglichen
Heute habe ich im nahen Fotogeschäft nach einem «120er-Film» gefragt für meine 6×6-Kamera Franka Solida II (siehe Bild).
Die Mitarbeiterin drehte sich zum Gestell mit den Filmen und sagte: «Wir haben nur 125er» und zeigte dazu auf einen Ilford FP4 35 Milimeter-Kleinbildfilm. Sie verglich die Filmempfindlichkeit ISO 125 mit dem Filmformat 120er Rollfilm. Und weil das Äpfel und Birnen sind, fühlte ich mich natürlich nicht verstanden.
Auch die herbeigeholte Hilfe konnte mich schliesslich nicht bedienen. Denn der Laden führe keine 120er-Rollfilme mehr, wie ich zur Kenntniss nehmen musste.
Der Besuch im Fotogeschäft erinnerte mich daran, dass ich selbst als 16-Jähriger eine Berufslehre als Fotofachangestellter (heute Fotofachmann/Fotofachfrau) machen wollte.
Ich werde mir also den Film so bald wie möglich in einem anderen Fotogeschäft holen, denn so exotisch ist mein Wunsch ja doch nicht.
[Update, 6. Januar 2007] Und doch sind 120er-Filme scheinbar exotisch. Meine entwickelten Negative erhielt ich bei Foto Ganz in einem Umschlag für APS-Filme überreicht. Hier wird aufgebraucht, was noch so rumliegt; eigene Umschläge für 120er-Filme gibt es wohl gar keine mehr. Und die Preise für Filmentwicklungen ohne Fotoabzüge steigen auch immer weiter nach oben …
Zudem überlege ich mir ernsthaft die Anschaffung eines Scanners, der auch meine 6×6-Negative digitalisiert.
Wie halte ich eine Kompaktkamera
Oft wird gesagt, ein Nachteil von digitalen Kompaktkameras gegenüber Spiegelreflexkameras sei es, dass Bilder leichter verwackeln, weil die Kompakten nicht nahe am Kopf gehalten würden um durch den optischen Sucher zu gucken. Weil viele Kompaktkameras gar keinen optischen Sucher haben, schaut man aufs Display. Um dieses gut zu sehen, muss die Kamera vom Körper entfernt gehalten werden. Diese Haltung sei instabiler und deshalb anfälliger für verwackelte Bilder.
Ich finde diese Argumentation hält nicht. Auf dem Bild oben (Danke, Claudia Stucki!) sieht man, wie ich meine Kompaktkamera halte. Es dient meiner Meinung nach gut für eine Studie «Wie halte ich eine Kompaktkamera».
Meine wichtigsten Tipps:
- Kamera auf der linken Hand auflegen. Der ausgestreckte Zeigefinger der linken Hand gibt dem Kameraboden halt. Der Daumen stützt links das Gehäuse ab. In diesem Winkel liegt die Kamera ruhig und auch sicher.
- Griff fest mit der rechten Hand umfassen. Je nach Bauart der Kamera fällt dies leichter oder schwerer. Ein satter Griff ist wichtig, damit beim Drücken des Auslöseknopfs nicht die ganze Kamera heruntergedrückt wird.
- Spannung im Dreieck Schultern-Kamera. Mit beiden Händen an der Kamera ergibt sich eine enge Haltung der Arme. Von den Schultern aus werden die Arme mit Kraft stabilisiert; auch wenn die Kamera entfernt vom Körper gehalten wird (Situation im Bild).
- Oberarme am Körper anlegen. Noch mehr Stabilität ergibt sich durch Anlegen der Oberarme am Körper. Jetzt sind nur noch die Unterarme frei, die die Kamera festklemmen.
- Luft anhalten. Damit auch vom Körper keine Regung mehr kommt, fürs Abdrücken mit dem Atmen aufhören.
Stimmt die Technik lassen sich mit einer Kompaktkamera viel längere Belichtungszeiten aus der Hand fotografieren, als mit einer Spiegelreflexkamera. Zwei Gründe tragen dazu etwas bei:
- Gewicht. Kompaktkameras sind leichter. Hände und Arme ermüden deshalb weniger schnell als beim Halten einer Spiegelreflexkamera, besonders wenn die noch ein schweres Objektiv drauf hat.
- Kein Spiegel. Erschütterung kommt bei Spiegelreflexkameras in Extremsituationen vom herufklappenden Spiegel. Einen solchen gibt es in Kompaktkameras nicht und dehalb auch nicht die Gefahr des Verwackelns.
Für Spiegelreflexkameras kenne ich von früher die Faustregel: Die Zahl der Brennweite (z.B. 50 mm) bestimmt die Belichtungszeit, die du ohne verwackeln von Hand halten kannst (also 1/50 Sekunde).
Heute halte ich mit meiner Kompaktkamera Belichtungszeiten von bis zu 1/5 Sekunden in der Hand.

