Archiv vom Mai 2006

Richtige Fotos von Handykameras

(Dieser Beitrag kann als Fortsetzung des vorherigen verstanden werden.)

Ebenfalls in der Maiausgabe schreibt die Zeitschrift «anthrazit» von Mobiltelefonen mit Kamera.

Im erklärenden Text gibt sich der Redaktor aber sehr zurückhaltend. Eigentlich eine noble Haltung: Man will die Ottonormalnutzer, an die sich die Zeitschrift richtet, nicht mit dem maximal Machbaren überfordern. Hier aber redet man den Kamerahandybesitzern fast schon kategorisch aus, von den Bildern echte Fotoabzüge auf Papier machen zu lassen.

Auf Papier lassen sich die Fotos [von Kamerahandys] aber nicht bringen. (…) Die Auflösung vieler Handykameras ist zu klein, als dass die Bilder auf Papier glänzen könnten. (…) Wer Bilder auf Papier bringen möchte, benötigt eine Kamera mit midestens 1 Megapixel Auflösung.

«anthrazit» fährt fort und erklärt, 1 Megapixel entspräche der XGA-Auflösung von 1152 x 864 Pixeln. Aus Bildern mit dieser Auflösung liessen sich Fotos von maximal 9 x 7 Zentimeter ausgeben. Das ist, wie ich finde, sehr pesimistisch.

640 x 480 Pixel (VGA) reichen aus für ein Foto im Format 11 x 15 Zentimer. Das ist das kleinste erhältliche Format bei den meisten Labors. Eine Grafik von colormailer.ch bestätigt dies, ebenso wie meine Erfahrung. Zugegeben – das ist wirklich unterste Stufe der Machbarkeit.

Auf derselben Seite der «anthrazit», auf der steht, es gäbe «noch nicht allzu viele Kamerahandys, die eine Auflösung von mehr als 1 Megapixel anbieten», werden allerdings vier Mobiltelefone mit 3 Megapixeln und mehr beschrieben. Und im gesponsorten Teil wirbt Motorola für ein 2-Megapixel-Handy mit dem Satz: «Die Kamera in neuen Mobiltelefonen leistet so viel wie früher nur hochgezüchtete Digitalkameras».

In diesem Umfeld wirkt es etwas mutlos, Fotoabzüge von Handykamera-Bildern als praktisch unmöglich abzuschreiben. Ich würde raten: Lasst richtige Fotos von der Handykamera machen!

Digital fotografieren: Noch mehr Tipps

In der Maiausgabe widmet sich die Zeitschrift «anthrazit» dem digitalen Fotografieren.

Digitalkameras haben nicht einfach den Film in der Kamera durch einen Chip ersetzt. Sie haben unseren Umgang mit Kameras und mit Bildern verändert und damit die ganze Fotografie. Wer sich eine Digitalkamera zulegt, hat deshalb ganz neue Möglichkeiten.

Und dann gibt das Heft einige Tipps und beschreibt, wie Digitalbilder «diesen charmanten, tagebuchartigen Touch» bekommen. Das hat etwas. Doch sagt «anthrazit» nicht alles. Deshalb:

Möglichkeiten mit der Digitalkamera

  • Fahrplan oder Menüplan fotografieren. Wenn du festhalten willst, wann der Zug nach Hause fährt, dann mach ein Bild des Fahrplans. Wenn du die Mittagsmenüs dieser Woche abrufbereit haben willst, dann fotografiere den Speiseplan der Kantine. Digitalkameras sind schnelle Notizbücher. Die festgehaltenen Informationen kannst du über das Display bei Bedarf anschauen oder via Computer auch ausdrucken.
  • Foto anstelle eines Fax’ oder einer Kopie. Dein Bekannter braucht die Angaben auf deinem Fahrzeugausweis und schlägt vor, sie zu faxen. Ist kein Kopierer und kein Faxgerät in der Nähe, nimmst du die Kamera und fotografierst den Ausweis. Das Bild schickst du per E-Mail an den Bekannten. Dieser druckt es aus und hat praktisch eine Kopie.
  • Foto als Einkausfzettel. Du kannst dir Bezeichnung und Farbton des Make-Ups für die Partnerin nicht merken? Dann fotografiere die leere Dose und du weisst, wonach du im Laden fragen musst.
  • Zeitungsausschnitt ablichten. Anstatt den Ausgehtipp aus der Illustrierten beim Friseur herauszureissen, fotografierst du ihn. Ebenso das Strickmuster, das Drinkrezept oder das Jobinserat. Auf der Speicherkarte geht nichts verloren. Der Text ist dank der Naheinstellung der Digitalkamera meist genügend scharf und gut lesbar.
  • Location dokumentieren. Ist der Ort genau das, was du gesucht hast für den Businessanlass, die Hochzeitsfeier oder das Fotoshooting? Dann mach doch kurz ein paar Fotos in alle Richtungen. Sie müssen nicht schön sein. Aber sie helfen dir bei der Planung deines Vorhabens.

Diese Tipps gelten für Kameras in Mobiltelefonen oder ausgewachsene Digitalkameras.

«anthrazit» hat auch noch etwas über Handykameras geschrieben. Das will ich ein andermal kommentieren.