Archiv vom Juli 2005
Apple Retail Store in Zürich
FACTS berichtet, dass Apple an renommierter Zürcher Adresse einen Flagship-Store eröffnen will.
«Es ist geplant, an einer Zürcher Top-Adresse einen Flagship-Store zu eröffnen», bestätigt Walter Müllhaupt. Der Anwalt ist Verwaltungsrat von Apple Schweiz und interimistischer Geschäftsführer der im Juni gegründeten Apple Retail Switzerland GmbH.
Ich könnte mir vorstellen, es war nicht selbstverständlich, dass Zürich als Schweizer Standort zum Zug kommen soll. Um so grösser die Vorfreude. Wann der Store kommen wird, ist noch nicht bekannt. Frühenstens 2006 meint macprime.ch.
Via iPodFun.de.
[Update: 26.11.2005] In Zürich eröffnet heute der Mac-Händler DataQuest ein Apple Center
. Dieses ist nicht zu verwechseln mit dem Apple Retail Store.
[Update: 16.01.2008] Der Tages-Anzeiger berichtet, dass der Apple Store in Zürich an der Bahnhofstrasse einziehen kann. Die Eröffnung dürfte im Juli 2008 sein. Siehe auch Nachricht bei Maclife.de.
Weblog: Werkzeug für die Neugier und die Geschwätzigkeit
Ein Essay – vielleicht als Beitrag für die Aktion «Seitenwechsel», Blogger schreiben für die Zeitung.
Die Neugier wollte immer mehr und die Geschwätzigkeit wünschte sich ein Publikum. Dazu forderte das Gedächtnis mehr Speicherplatz. Das Weblog hat diese Erwartungen erfüllt und vieles verändert.
Die Neugier hatte schon lange gerne im Internet nach neuen Geschichten geforscht. Es waren Geschichten von grossen und kleinen Menschen, die in ihrem Leben grosse und kleine Dinge erreichten. Es waren Informationen über wichtige und unwichtige Dinge, die für das persönliche Wissen heute oder morgen von Bedeutung sein würden. Die Neugier wollte mehr davon.
Die Geschwätzigkeit wurde schon immer laut, wenn sie Meinung und Erfahrung weitersagen wollte. Zu Politik, Medien und technischen Spielereien wurde viel gesagt – in der Annahme, jemand anders könnte dadurch etwas Neues dazu lernen. Die Geschwätzigkeit wünschte sich ein neues Publikum.
Das Gedächtnis hatte Zettelkasten gefüllt und Internetbuchzeichen gesammelt. Ideen und Gedankenfetzen, die nicht verloren gehen sollten, wurden abgelegt. Gelernt war gelernt, und das Gedächtnis führte darüber ein Journal. Ereignisse wirkten nach, solange sie an einer Stelle nachzuschlagen waren. Das Gedächtnis forderte nun aber mehr Speicherplatz.
Seitdem es das Weblog gibt, sind alle zufrieden – Neugier, Geschwätzigkeit und Gedächtnis.
Weil das Weblog so gut mit anderen Weblogs und Internetseiten verlinkt ist, findet die Neugier immer neue Geschichten und Informationen. Sie findet tagesaktuelle Nachrichten – einmal im Wortlaut der Nachrichtenagentur, einmal von jemandem nacherzählt, einmal vorallem Meinung dazu. Sie findet Berichte von Radtouren oder Schlaubootwochenenden. Sie liest von Wetterpech und Babyglück. Sie findet einen Erfahrungsbericht über das neuste Mobiltelefon. Den Link auf ein Online-Spiel. Und eine Beschreibung, wie der Tüftler ein Problem löste.
In anderen Weblogs schreibt die Neugier manchmal einen Kommentar, weil sie noch mehr wissen will. Manchmal füllt sie ein Formular aus und bestellt sich etwas nach Hause.
Weil das Weblog Texte im Internet publiziert, kann die Geschwätzigkeit zu neuen Leuten sprechen. Sie schreibt die Meinung zu einem Medienbericht ins Weblog anstatt einen Leserbrief an die Redaktion. Sie denkt laut über die Abstimmungsvorlage nach und kritisiert das Auftreten der Parteien. Sie schwärmt von der ersten Schallplatte und dem Open-Air vom letzten Wochenende. Sie erklärt, wie mit Internetsuchmaschinen besser gefunden wird und verrät, mit welchem Programm sich auf dem Computer am besten Bildschirmfotos machen lassen.
Die Geschwätzigkeit spricht auch ganz direkt zum Publikum und lädt es ein, Kommentare zu schreiben. So entstehen Diskussionen. Und es wird weitergeschwatzt, manchmal in mehreren Weblogs gleichzeitig.
Weil das Weblog alles nach Datum ordnet und nach Stichwort sortiert, ist es ein idealer Speicher für das Gedächtnis. Im Weblog legt es einzelne Sätze oder ganze Textpassagen ab. Frühere Arbeiten reiht es ein. Machmal ist es nur eine Internetadresse, die aufbewahrt wird. Es können auch Projektnotizen oder eine Aufgabenliste sein. Auch für Fotos ist Platz. Ton und Video sind auch nicht ausgeschlossen.
Häufig kommt es vor, dass in einem Kommentar ein Hinweis angebracht wird, der das Gedächtnis noch erweitert. Darüber freut sich dann auch die Neugier.
Das Weblog, von vielen einfach auch nur Blog genannt, ist ein praktisches Werkzeug für die Neugier, die Geschwätzigkeit und das Gedächtnis. Es hat einige Veränderungen bewirkt: Das Surfen im Internet ist persönlicher geworden durch die Linkempfehlungen in anderen Weblogs. Die Wahrnehmung von Nachrichten ist nicht alleine von den Medien dominiert, weil sie mit Meinungen von verschiedensten Leuten durchmischt ist. Das Internet ist nicht mehr nur ein Medium zum Lesen; es erlaubt auch das Schreiben. Um etwas zu Wissen braucht es nicht zwingend eine Bibliothek, weil Fachpersonen Wissen zur Verfügung stellen. Für den Kaufentscheid ist nicht alleine die Werbung ausschlaggebend; ein Erfahrungsbericht in einem Weblog wirkt womöglich stärker.
Neugier, Geschwätzigkeit und Gedächtnis meinen: Wir haben Computer, Funknetzwerk und Breitbandinternet. Das alles ist viel nützlicher, seit es das Weblog gibt.
Nachbemerkung: Ich wollte die Ich-Form vermeiden. Ich wollte nicht Personen befragen gehen. Ich wollte nicht fiktive Zitate bemühen. Also machte ich Eigenschaften zu Personen, die alle mehr oder weniger von sich selbst kennen. Das ist ein Versuch (Essay), eine Fingerübung, ein Beispiel für die Neugier, die Geschätzigkeit und das Gedächtnis.
Technorati Tag: Seitenwechsel
Meine Sicht auf das Web
Heute war ich als Monatsgast im Onlinelabor.ch. Es bietet Internet-Trainingsplätze für erwerbslose Webpublisher/-Designer. Ich selber war einmal dort ein Teilnehmer.
Ich hatte die Gelegenheit darüber zu sprechen, wie ich auf Weblogs kam und wie ich das Web heute nutze.
Ich fing damit an, dass ich mich seit langer Zeit durch viel eigene «Weiterbildung» (Links sammeln, Themen verfolgen, immer informiert sein) mit dem Internet beschäftigt hatte.
Ich sprach von der Faszination für Hypertext, von HTML mit dem Zweck, Text zu strukturieren. Ich beschrieb die Bedeutung von semantischen HTML-Elementen und tönte die Auswirkungen von sauberem Code auf die Suchmaschinenoptimierung an.
Als Voraussetzung für mein Bloggen nannte ich folgende Punkte:
- Zeit: Stellenlosigkeit fördert das Bloggen.
- Webtechnologie: Dynamische Seiten, XHTML und CSS.
- Internet: Das Internet ist ein Lese-/Schreib-Medium.
- Wissen: Wissen sammeln und eigenes Wissen weitergeben.
(Tatsächlich glaube ich, das Bloggen hat in den Zeiten grosse Verbreitung gefunden, als viele Leute – speziell in der IT – ohne Arbeit waren. Das ist ein Thema, das meines Erachtens noch selten offen ausgesprochen wurde.)
Ich zeigte dann die WeblogFAQ und mein Weblog. Jemand nannte das Stichwort «Wiki» und fragte, was der Unterschied zu einem Weblog sei. Ich demonstrierte, wie ich in meinem Wiki eine Seite bearbeiten kann und schickte als Beispiel ein Live-Foto an mein Weblog (siehe Moblog).
Das beeindruckte. RSS, News aggregieren, die Vernetzung durch Links und die sozialen Kontakte waren auch Thema. Ich erwähnte Bloglines, del.icio.us und blog.ch.
Es war eine Rundumschau auf das Web, wie ich es heute nutze für die Organisation meines Wissens und meiner Ideen und zu meiner Unterhaltung.
Es hat Spass gemacht.
Die Notizen zum Referat stehen im Wiki.
Weblog-Artikel von einem Blogger
In einem Kommentar im The Blog.ch.Blog habe ich mir einen Zeitungsartikel über Weblogs von einem Blogger gewünscht.
Erst später habe ich realisiert, dass es so einen vor rund zwei Wochen gab: Marc Baumann schrieb im CASH.
Der Artikel ist in der sehr persönlichen (und eher unjournalistischen) Ich-Form geschrieben. Marc Baumann beschreibt, was er als Weblog-Leser und -Verfasser genau macht und welchen Nutzen er daraus zieht.
Blogs sind für mich unerschöpfliche Ressourcen von Informationen, Meinungen, themenvertiefenden Weiterverweisen und Überblicken zum weltweiten Tagesgeschehen sowie fachspezifischen Neuigkeiten zu jedem beliebigen Thema, wie ich es sonst nirgendwo finde.
In diesem Fall macht es nichts aus, wenn viel von den USA die Rede ist, denn Baumann spricht von realen Weblogerlebnissen, die mehr mit der Techologie und seinen Möglichkeiten zu tun haben, als mit dem politischen oder medialen Umfeld.
Später im Artikel kommt der Hinweis auf die Schweizer Blogs «in Kinderschuhen». Und Einiges zu «erfolgreichen Unternehmens-Blogs».
Das obige Zitat umschreibt meiner Meinung nach sehr genau eine wesentliche Stärke von Weblogs. Es gibt noch andere. Diese bei weitem nicht belanglosen Vorzüge von Blogs müssten von Journalisten vermehrt herausgehoben werden.
[Update, 05. Juli] Beatrice erinnert an einen Artikel in der «Weltwoche» von Katharina Borchert alias lyssas-lounge.
Und mir ist der Berner Zeitungsblogger in den Sinn gekommen, der wöchentlich eine Kolumne in der «Berner Zeitung» schreibt.
Zudem ruft Roger Blogger auf, 5000 Zeichen übers Bloggen zu schreiben. Eine Idee, die ich unterstützen will.
In Deutschland haben sie Mario Sixtus, der als Blogger über Weblogs schreibt und über Social Software.
Kommunikationskritiker
Auf der Seite Rhetorik.ch Aktuell
wirft Marcus Knill einen Blick auf Beispiele aus der Kommunikationspraxis.
Im aktuellen Beitrag betrachtet er Jürg Marquards Kritikfähigkeit:
Hätte Jürg Marquard aufgrund des Auftrittes im Zischtigclub beurteilt werden müssen, ob er selbst zu einen Traumjob tauge, wäre ihm aufgrund seines Verhaltens gewiss eine Absage erteilt worden. Er wäre mit den üblichen Worten entlassen worden: Sie verstehen gewiss, dass wir Sie nicht brauchen können. Sie können leider noch nicht mit Kritik umgehen!
Im Beitrag vom 23. Juni wird die Krisenkommunikation bei der SBB-Panne
analysiert.
Seit dem Jahr 2000 sind über 500 Beiträge zusammengekommen. Interessante Quelle. Und via RSS-Feed kann man sich über neue Artikel informieren lassen.
Auf die Site gestossen bin ich via ein Bookmark, das ich vor langem abgelegt hatte, zum Thema Präsentationen.