Die Entstehung eines Artikels für eine Zeitung/Zeitschrift

Dies ist die Antwort auf eine Anfrage, in der ich um Informationen über die Entstehung eines Artikels für eine Zeitung/Zeitschrift gebeten werde.

Bevor ich mit dem Schreiben anfange, gehe ich diese Punkte durch.

  • Ich muss wissen, was für eine Geschichte ich erzählen werde. Und wie das für jede gute Geschichte gilt, muss ich sie in einem Satz zusammenfassen können.
  • Ich muss genügend und das treffende Material vorhanden haben, um die ganze Geschichte erzählen zu können. Ich gehe meine Notizen durch und falls eine Lücke besteht, muss ich weiter recherchieren.
  • Ich muss mir überlegen, welche Personen zu welchem Zeitpunkt auftreten. Wie in einer guten Geschichte gibt es Haupt- und Nebenfiguren. Ich skizziere den Aufbau des Artikels.

Jetzt fange ich zu schreiben an.

  • «Der erste Satz soll ein Paukenschlag sein.» Er muss möglichst viele Leserinnen und Leser ansprechen können. Deshalb kann es auch eine allgemeine Aussage sein, die danach sofort auf die Geschichte abgelenkt wird.
  • Schreiben und Überarbeiten wechseln sich ab. Ich schreibe die Geschichte Stück für Stück. Dazwischen lese und korrigiere ich jeweils den vorhergehenden Abschnitt.
  • Am Ende kommt die Abrundung. Mit dem letzten Absatz muss ich versuchen, die Geschichte so abzuschliessen, dass aus dem Text keine Frage übrig bleibt.

Zum Schluss hilft mir der «Partitur-Test» von Daniel Perrin. Ich lese meine Geschichte durch und versuche sie wie ein Musikstück erklingen zu lassen. Stimmt der Einsatz der Stimmen? Kommt keine zu spät? Ist keine zu laut? Sind keine Störstimmen da?

Geschrieben von Stefan Bucher am 8. April 2005 in Medien. Tags: , , . 3.836 Mal angesehen.

Kommentare

  • Kritik an einem «NZZ»-Artikel

    Die «NZZ» veröffentlichte heute den Artikel vom Muris Bajrica über das Bloggertreffen in Basel von vor drei Wochen.
    Internet-Schreiber ohne Starallüren (Link verweist auf einen Screenshot weil der Artikel wohl nicht lange online verfügbar sein…

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    Weblog von Stefan Bucher seit 2003. Ich fotografiere leidenschaftlich seit meiner Jugend – in den letzten fünf Jahren wieder meist auf Film. Ich teile gerne meine Erfahrungen und berichte über meine Projekte. Mein Zuhause ist in Zürich, Schweiz.