Fotobuch von Designern gestalten lassen mit PikPerfect
Bei meinen bisherigen Versuchen mit eigenen Fotobüchern waren Erfolge und Enttäuschungen dabei. Die häufigsten Schwierigkeiten sind die Abfolge und Platzierung der Bilder. Der neue Fotobuchservice PikPerfect bietet hier eine Lösung an: das Buch wird von professionellen Designern gestaltet.
PikPerfect konnte ich als Betatester ausprobieren (Beta-Einladung kann beantragt werden). Mich hat die Möglichkeit interessiert, ein zweites Augenpaar an meinem Buch mitarbeiten zu lassen. Ich war gespannt, wie ein unabhängiger Betrachter eine Auswahl von meinen Fotos präsentieren würde. Ich überliess es dem Designer, seine Interpretation des Materials in der Buchgestaltung umzusetzen. Ich erwartete Vorschläge für Spielformen, auf die ich alleine nicht gekommen wäre.
Über die Website von PikPerfect muss zunächst das gewünschte Format, die Art des Einbands und das Papier gewählt werden. Der Leineneinband ist wirklich zu empfehlen, er ist sehr fein und edel gewoben, auf dem Umschlag kann jedoch weder Bild noch Text platziert werden. Auf der Seite mit den Fotobuch-Optionen wird auch gleich der Preis berechnet. Und dabei fällt auf, dass ein wesentlicher Anteil für die Gestaltung anfällt.
Weiter geht es mit den persönlichen Vorlieben für die Buchgestaltung. In mehreren Einstellungen kann bestimmt werden, wie viele Bilder pro Seite, welche Hintergrundvarianten, Bildrahmen, Anordnung etc. gewünscht werden. Eine Option betrifft Bildtexte – es müssen an dieser Stelle aber noch keine Texte eingegeben werden, diese Gelegenheit hat man erst später im Gestaltungsprozess. Wichtig ist, dass im Textfeld spezielle Anforderungen genau beschreiben werden. Was hier mitgeteilt wird, benutzen die Designer für ihre Arbeit.
Es folgt der Bildupload, wo Benutzer zwischen Editor’s Piks und Selbst-Auswahl wählen können. Wer sich für Editor’s Piks entscheidet, kann eine unsortierte Fotosammlung hochladen, aus der die Designer Bilder für das Buch auswählen. Ich habe die passende Anzahl von 32 Bildern für mein Buch übermittelt.
Jetzt fängt die Arbeit der Designer aufgrund der gemachten Angaben und der eingereichten Bilder an. Nach 1-2 Tagen kommt per E-Mail ein Link zum ersten Buchentwurf, der in einem Präsentationsplayer angeschaut werden kann. Hier können Bemerkungen für Änderungen angebracht werden und die Bildtexte. Sind alle Kommentare erfasst, schickt man die Änderungen an die Designer zurück, und eine neue Designrunde fängt an. Ich war mit der Gestaltung meines Buches von Anfang an zufrieden. Die Paarungen und die Abfolge der Bilder sind harmonisch. Die Variationen von Bildgrössen und Verteilung ausgewogen rhythmisch.
Dieser Ablauf mit Vorschlag und Feedback funktioniert reibungslos. Mein grosser Kritikpunkt sind die Optionen für Texte und Typografie. Das angebotene Buchlayout sieht keine Textseiten vor etwa für Titelblatt oder Einleitungstext. Und auch wenn Bildtexte angegeben werden, hat der Benutzer keine Angaben, wie lange diese sein können und wie sie in der Gestaltung umgesetzt werden. Auch die Schriftart kann nicht gewählt werden. Hier kann PikPerfect meine Ansprüche nicht erfüllen, denn meiner Ansicht nach ist die Typografie ein äusserst wichtiger Best (weiterlesen …)
«Lesser Photographer» – Nur eine Kamera für einen Nachmittag

Ich nehme die Idee des A Lesser Photographer ab jetzt ernst und mache Schluss damit, mehrere Kameras mit mir herum zu tragen. Ideal wäre es, wenn die Kamera um den Hals ohne Tasche getragen werden könnte (siehe Bild). Die Vision: Weniger Last, freie Hände – langsamer und freier unterwegs.
Unter der Woche soll es die eine Kamera für das 52-Wochen-Projekt sein. Ich möchte in diesem Jahr einen Versuch damit unternehmen und habe dazu die Ricoh FF-1 auserkoren. Da ich mit Film fotografiere heisst das, dass ich nicht jede Woche ein Foto online stellen aber doch fotografieren und in einem Notizbüchlein dokumentieren werde – der Anfang in Woche 1 ist jedenfalls schon mal gemacht.
Am Wochenende will ich jeweils eine Kamera je nach Projekt oder Laune auswählen. Auch hier mit der Absicht, leichter bepackt und konzentrierter meine fotografischen Ideen zu verfolgen. Auf einen Nachmittag mit vier Kameras möchte ich ab jetzt verzichten.
Und auch in die nächsten Ferien werde ich nur mit einer Kamera reisen. Von den vier Kameras, die ich im letzten Jahr auf Guernsey mit nahm, würden somit drei zuhause bleiben. Auch aus «A Lesser Photographer»-Sicht dürfte ich mich wohl für die schwere Fujica G690 BL entscheiden und damit hoffentlich noch viel konsequentere Schwarzweiss-Landschaftsaufnahmen nachen.
C.J. Chilvers hat das Lesser Photographer Manifesto verfasst und bloggt auf alesserphotographer.com über mehr Kreativität in der Fotografie mit weniger Ausrüstung. Viele technikorientierte Blogs und Podcast und zahllose How-to-Artikel lenken ebenfalls vom kreativen Fotografieren ab, meint Chilvers. Ebenso das Streben nach einer Profikarriere. Viel Gedankenfutter für Fotofreunde. Ich muss sagen, in den meisten Punkten teile ich Chilvers Anliegen.
Ich will im Jahr 2012 bewusster als «lesser Photographer» unterwegs sein. Hoffentlich tut’s mir und meinen Fotos gut.
PS: Wenn wir schon bei der Idee von Weniger sind: weniger iPhone, weniger Social-Media-Gedöns, weniger Nabelschau, weniger Stuff würde sicher auch gut tun.
Mein Fotojahr 2011
Hier ist er, mein traditioneller Jahresrückblick, gespickt mit Links zurück auf Blogposts, Fotos und Ereignisse aus dem Jahr 2011.
- Januar: Ich ziehe meine ersten Runden mit der Fujica G690 BL. Noch lenkt mich die Handhabung von der konzentrierten Bildgestaltung ab.
- Februar: Ich fotografiere Bäume und Wohnblocks. In den Winterferien entsteht eine Serie mit Schneeaufnahmen.

- März: Ich lasse mir von Fujifilm die X100 demonstrieren. Heute würde mich die X10 mehr interessieren.
- April: Auf einer Wanderung durch den späten Schnee mache ich Landschaftsaufnahmen mit der Fujica. Am Welt-Lochkamera-Tag fotografiere ich mit der Schtreichholzschachtel.

- Mai: Meine selbstgebastelte Grossformat-Lochkamera ist fertig. Im Blog von EyeEm bekomme ich ein Feature für meine iPhonefotografie.
- Juni: Ich entwickle erstmals einen Film in Caffenol. Ich arbeite an der Serie «Nacht im Quartier» weiter.
- Juli: Zeit für Familienurlaub mit nur wenig Fotos.
- August: Ich reise ans Meer nach Guernsey und mache Landschaftsaufnahmen. Mit den Resultaten bin ich zufrieden. Die G690 BL ist mir jetzt ganz vertraut. Im Brockenhause kaufe ich eine Polaroid 320 Automatic Land Camera für Packfilm, angesteckt vom «Packtastic»-Virus vom Film Photography Podcasts.

- September: Meine Fotoserie «Albanien 1994» wird in einem albanischen Onlinemagazin veröffentlicht. Auf dem Fotoflohmarkt in Lichtensteig kaufe ich eine Ricoh FF-1-Kompaktkamera. Ich finde ausserdem günstige Packfilme für die Polaroid.
- Oktober: Ich fotografiere mit der neuen Ricoh und der neuen Polaroid. Und ich lade die Bilder vom Walensee mit der G690 vom September auf Flickr.

- November: Eine Serie im Hänsiried und ein Bild von meinem Tascheninhalt. Und eine Wanderung im Appenzellerland.
- Dezember: Ich lege wieder einmal einen 135-Film in eine 126er-Kamera ein und mache Fotos mit sichtbarer Filmperforation. Und ich fange den Zürich in der Nacht auf Schwarzweissfilm ein.

Es war ein abwechslungsreiches Jahr mit ein paar Neuanschaffungen und einem klaren Höhepunkt. Das Thema Landschaftsfotografie dominiert. Ich möchte mit diesem Material weiter arbeiten. Und im kommenden Jahr auch neue Zusammenstellungen ausprobieren.
Im Jahr 2011 habe ich auch weiterhin mit dem iPhone fotografiert. Ich war ein Betatester der App SuperRetro. Ich habe auf Instagram (Profil via ink361.com) und auf EyeEm meine Fotos hochgeladen. Ausserdem dient mir mein Blog auf Tumblr vermehrt als Fotoblog, auf dem ich die Fotos von Flickr poste.
Wie es im 2012 weitergeht? Vielleicht mit einem Vorstoss in den Bereich der Menschenfotografie? Vielleicht noch mehr Grossformat? Vielleicht ein 52-Wochen-Projekt? Vielleicht ein Zine? Eine Ausstellung der Arbeit «Nacht im Quartier»? Ich will mich auf nichts festlegen und es nehmen, wie es kommt. Ich denke, die gute Absicht ist entscheidender als zu fixe Neujahrsvorsätze.
An dieser Stelle wünsche ich den Leserinnen und Lesern ein frohes Neues Jahr. Danke fürs Interesse und bis bald.
Siehe auch:
- Fotos auf Flickr in 2011 (286 Uploads)
- Archiv Weblog 2011 (16 Artikel)
Der Blick von gestern und das Sehen von heute

Des Set «Israel Egypt» auf Flickr.
Die Geschichte dieser Bilder fängt im Sommer 1997 an. Es ist die Zeit, als ich eine Kompaktkamera kaufe, um sie mit auf die Reise nach Israel und Ägypten mitzunehmen. Die Umstände der Reise sind hier unwichtig. Interessant dagegen die Bilder, die ich damals festgehalten habe.
Mein Blick von gestern hat Landschaften, Städte und Menschen festgehalten. Unter diesem fotografische Material hat mein visuelles Sehen heute Bilder gefunden. Was mir dabei auffällt: es besteht eine unauflösliche Verbindung zwischen dem Blick von gestern und dem Blick von heute: das ist mein Leben, mein persönlicher Ausdruck mit visuellen Mitteln.
Neu ausgewählt habe ich vor allem Landschaftsaufnahmen. Und diese fügen sich aus meiner Sicht erstaunlich gut in meinen Fotostream ein, etwa neben die Fotos aus dem Hänsiried von Ende November. Unter dem Material waren auch reportageartige Menschenbilder sowie typische Touristenfotos. Sie bleiben weiter im Verborgenen.
Dies ist eine weitere Erfahrung mit Bildern aus meiner fotografischen Vergangenheit. Die Publikation meiner Albanienfotos war schon so eine. Im Februar 2007, als ich erstmals Negative aus meinem Archiv neu scannte, habe ich vom zweiten Leben der alten Bilder gesprochen: «Neues Licht macht das Material wieder sicht- und formbar.»
Ein weiteres Bild von früher, das ich neu scannte, ist ein Hochzeitsfoto. Es erzählt davon, dass ich in der Vergangenheit auch zum Fotografieren an Hochzeiten engagiert wurde.
Was einer mit sich herum trägt

Aufs Bild klicken und bei Flickr die Notes lesen.
Die Idee ist schon alt und offenbar auch unter Fotofreunden beliebt. So ein Foto vom Tascheninhalt mag einiges über eine Person verraten. Jedenfalls gibt es bei Japan Camera Hunter in der Reihe In your bag viele Taschen zu sehen und Fotografenporträts zu lesen.
Auf meinem Bild ist zu sehen, was ich in der Regel an einem meiner Foto-Samstagnachmittage mit mir herum trage – hier in der Fujica-G690-Konfiguration. Diese Kamera verstaue ich in einer Innentasche, die dann in die Freitagtasche kommt. Dazu das Stativ. Als weiteres Fotozubehör ist ein Belichtungsmesser, ein Drahtauslöser und eine Wasserwaage (nicht im Bild) dabei. Die zweite Kamera wechselt natürlich immer, auf dem Bild ist stellvertretend für alle anderen Optionen die Yashica T5 zu sehen.
Weiter geht es bei mir nicht ohne meinen Hut (oder Kappe), dem iPhone und den Kopfhörern sowie dem Portemonnaie. Schliesslich habe ich einen Notizblock, meine Lieblingsschreiber und ein Exemplar meines Blattes «20 Kompositionen» im Innenfach der Tasche.
Ich mache hier im Weblog kein Namedropping aller Marken. Auf Flickr in den Notes zum Bild können die Produktbezeichnungen nachgelesen werden.
Einzig Freitag wurde genannt und ich will nochmals sagen, dass mich diese Tasche schon auf den Gotthard, nach Wien und nach Guernsey und überhaupt jeden Tag begleitet hat. Ich brauche keine andere, «richtige» Fototasche.
Strukturen, die in den Himmel ragen
Ein sich wiederholendes Thema in meinen Fotos sind Strukturen, die in den Himmel ragen. Aktuellstes Beispiel ist der Betonturm einer Skisprungschanze. Ich möchte hier einige Gedanken mitteilen, warum mich solche Motive interessieren.
- Ich bin ein laienhafter Architektur-Freund. Ich kann vielen Bauwerken Schönheit abgewinnen. Klare Formen, schlichte Muster, Oberflächen, die mit ihrem Umfeld spielen. Mir gefällt Beton als Baumaterial, weil darin die Natur noch sichtbar ist. An Stahlkonstruktionen fasziniert mich die Fertigungskunst. Die Spannung zwischen Masse und Fragilität löst bei mir oft Staunen oder Fragen aus.
- Die Strukturen sind eigentlich immer von Natur umgeben. Bauten verändern das Gesicht von Landschaften. Die Natur lässt sich nie ganz verdrängen und oft stösst sie wieder vor und verändert wiederum die Struktur. Dieses Zusammenspiel erzählt oft eine Geschichte von Lebensräumen und Menschen. Diesen dokumentarisch nachzuspüren unterhaltet mich.
- Die Strukturen bieten viel Material für interessante grafische Gestaltungen. Linien, Flächen, Muster. Der Bildgestaltung widme ich gerne meine Zeit. Faszinierend ist es, eine Struktur im Bild zu isolieren und dadurch ihre Kraft zu verstärken. Oder auch sie aufzulösen in abstraktes Formenspiel.
In dieses Thema gehen auch Fotos von Brücken und manches, was ich in der Stadt fotografiere. Der Begriff «Contemporary Landscapes» trifft das Thema wohl auch.
Meine Fotos in albanischem Online-Magazin publiziert
Die Fotocommunity «Fotopasion.net» in Albanien hat in der neusten Ausgabe ihres Magazins Fotos von meiner Albanienreise 1994 publiziert.
Das Set «Albanien 1994» auf Flickr.
Dass meine Fotos von damals, nach gut 17 Jahren, in Albanien gezeigt werden, hätte ich mir natürlich niemals vorgestellt. Ich freue mich sehr am Interesse für meine Fotos. Dieses Erlebnis zeigt mir auch, dass die Fotografie für mich nicht einfach ein kurzer Spass ist, sondern in meinem Leben schon viele Jahre eine Rolle gespielt hat. Ich sehe mich auch bestätigt, dass ich schon als junger Mensch die Fotografie als mein Ausdrucksmittel gewählt hatte.
Zu den Fotos habe ich für die Publikation einen Text beigesteuert.
… In retrospective, my photographs fail to break out of the clichés the West had about Albania. They reflect the view of a very young Swiss traveler, somewhat fascinated by the remains of a communist society. The picture of the old bus from my home-town Zurich, now serving in Albania, very strongly spoke about my feelings at that time. …
Die Artikel im Magazin sind auf Albanisch und Englisch. Scheinbar hat es noch interessante Berichte über die Fotografie aus albanischer Sicht im Magazin, so dass ich gerne noch weiter darin lese.

